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Weniger Sorgen mit dem Entsorgen

Was weg muss, wird plattgemacht: Das Verdichten von Wertstoffen und Restmüll rechnet sich. (Quelle: Fotolia)+
Was weg muss, wird plattgemacht: Das Verdichten von Wertstoffen und Restmüll rechnet sich. (Quelle: Fotolia)

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Das Sortieren von Abfall ist zwingend. Durch Pressen wird das Volumen komprimiert, was Kosten spart.

Von Hans Stumpf

Bäckermeister Josef Anders aus Bruckmühl bei Rosenheim blickt zurück: „Die Papiermengen bei uns waren soviel, dass sie vom Wertstoffhof nicht mehr angenommen wurden.“ Seitdem sammelt der Betrieb mit 15 Filialen das Papier in einem Container selber.

Die Komprimierung

verlängert die Abhol-Intervalle

Während die von Papier und Karton als Wertstoff kostenlos ist, fallen jedoch Kosten für die Abholung an. „Doch die konnten wir deutlich reduzieren“, sagt Anders.

Die Lösung ist die Nutzung einer Müllpresse. Im konkreten Fall der Bäckerei Anders wird eine der Firma Mil-tek Süd verwendet. Damit wird das Papier komprimiert, wodurch der Container seltener abgeholt werden muss. Dieses System bewährt sich auch mit Blick auf die neue Gewerbeabfallverordnung, denn dadurch wird Platz gespart und die anfallenden Fraktionen können besser getrennt werden.

Mil-tek empfiehlt zum Beispiel, anfallende Folien in Foliensammelständern vorab zu sammeln. Durch die Eingabe der Folien in perforierte Kunststoffsäcke kann beim späteren Pressen die Luft entweichen. So kann das Volumen um das Verhältnis 2 bis 3 : 1 gesenkt werden.

Auch voluminöse Dosengebinde bis zu 30 Litern können in so einer Presse um bis zu 90 Prozent an Volumen gesenkt werden. So wird der Wertstoff zu Ballen gepresst, kann bei Bedarf zugebunden werden und wird auf Paletten zur Abholung gelagert.

Im Garagenbereich der Bäckerei Anders steht seit letztem Jahr noch eine zweite Müllpresse. Diese wird ausschließlich für den Restmüll verwendet.

Restmüllpresse

verbessert die Hygiene

„Der Hauptgrund für diese Anschaffung war die verbesserte Hygiene“, erklärt Josef Anders. Denn statt den Restmüll in gebrauchten Mehlsäcken zu entsorgen, wird jetzt ein geschlossenes System genutzt, in deren Mittelpunkt die Müllpresse steht. Geschlossene Behälter sorgen dafür, dass ungewünschtes Getier keine Nahrung findet.

Dafür sind in Bäckerei und Konditorei jeweils besondere Müllsammelbehälter platziert. Zwei weitere finden sich im Versand, wo der Rücklauf aus den Filialen gesammelt wird. Die reißfesten Säcke kauft die Bäckerei Anders beim Entsorger.

Restmüll kann auf ein Zehntel komprimiert werden. Bei Pressen von Mil-tek wird mit Druckluft gearbeitet. Dafür wird zwar ein Druckluftanschluss benötigt, es kann jedoch auf Hydrauliköl verzichtet werden.

Durch die Komprimierung werden die Säcke allerdings bis zu 50 Kilogramm schwer, sagt Anders. Doch auch dafür hat er eine Lösung: Die Säcke werden mittels eines speziellen Hubwagens zum fünf Kubikmeter fassenden Restmüll-Container gebracht, hochgefahren und reingekippt. „Ganz einfach und sauber“, sagt Anders schmunzelnd

abz@matthaes.de

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