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Weniger Brotumsatz – mehr Qualitätsbewusstsein

Fachgespräche auf der Expo des Kongresses. (Quelle: Fedra)+
Fachgespräche auf der Expo des Kongresses. (Quelle: Fedra)

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Referenten auf dem Back Kongress in Wiesbaden einig: Das Bäckerhandwerk hat weiter Chancen, sich gegenüber dem LEH zu profilieren

Von Reinald Wolf

Die gesamte Menge von verkauften Broten und Backwaren hat sich im vergangenen Jahren um knapp 1Prozent verringert, der Umsatz hat sich um 1,4 Prozent erhöht. „Das Wachstum kommt daher, dass die Verbraucher wieder qualitätsbewusster geworden sind“, so die Erklärung von Helmut Hübsch auf dem Back Kongress 2016 in .

Qualität steht bei Verbrauchern wieder höher im Kurs

Bestätigt wird die Aussage des Konsumforschers (GfK) durch die Erkenntnisse von Prof. Thomas Roeb: Qualität und Geschmack seien für Verbraucher wichtige Einkaufskriterien im Zusammenhang mit Backwaren (siehe Grafik).

Sprich, das Bäckerhandwerk hat Pfunde, mit denen es noch stärker wuchern sollte, um sich auch gegenüber den Angeboten des Lebensmitteleinzelhandels zu profilieren. Da waren die Referenten auf der Veranstaltung mit rund 140 Besuchern einig.

Dem Einzelhandel sind in Sachen Backwaren Grenzen gesetzt

Der habe das Backsortiment in voller Breite als Experimentierfeld und Frequenzbringer entdeckt, wie Einzelhandelsexperte Roeb betonte. Dazu gehöre jetzt auch die Umrüstung der Aldi-Süd-Filialen zur Backstation. Doch seien auch dem Einzelhandel Grenzen gesetzt, wie Helmut Hübsch betonte.

Was dem Bäckerhandwerk in die Karten spiele, sei ein wieder etwas größeres Qualitätsbewusstsein der Haushalte. Ein Indiz dafür sei, dass insgesamt die verkaufte Pro-Kopf-Menge an Backwaren in den vergangenen zwei Jahren um zwei Kilogramm zurückgegangen, der Umsatz aber leicht gestiegen sei. Abgenommen hat die Brotmenge (-2,4 %) einen Zuwachs gab es bei Feinen Backwaren (+ 2,1 %).

Was die Absatzwege für Brot- und Backwaren betrifft, haben die Discounter im Jahresvergleich zugelegt. Sie vereinen auf sich rund 20 Prozent des Umsatzes. Das Bäckerhandwerk hält 35,4 Prozent (siehe Grafik). Auch, weil Bäcker mit einem höheren Durchschnittspreis arbeiten. Der Handel ist im Durchschnitt um 30 Prozent billiger. Edeka ist da mit 2,64 Euro an der Spitze. Das Bäckerhandwerk bietet im Schnitt das Brot für 2,75 Euro an (siehe Grafik).

Bäcker müssen raus

aus der Preisdiskussion

Wobei der Preis der Backwaren nicht im Mittelpunkt stehen sollte, so das Credo von von der Akademie Weinheim. Der Bäcker sollte vielmehr verstärkt auf Emotionalität und Wertigkeit der Produkte setzen, die Kunden begeistern, Geschichten und Erlebnisse bieten – kurz, die Kunden zu Fans machen. Da gebe es noch deutlich Potenzial, denn Backwaren seien in Deutschland die günstigste Art, sich Luxus zu leisten.

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