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Wachstum für mehr Qualität

Jochen Baier hat sich mit dem Bäcker Baier Backhaus einen Lebenstraum erfüllt. (Quelle: Vecsey)+Zur Fotostrecke
Jochen Baier hat sich mit dem Bäcker Baier Backhaus einen Lebenstraum erfüllt. (Quelle: Vecsey)

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Die Bäckerei Baier hat mit dem neuen Backhaus die Produktionsfläche auf 600 Quadratmeter vergrößert, um die hohen Ansprüche an ihre Produkte erfüllen zu können.

Von Reinald Wolf

Der Ansturm reißt einfach nicht ab. Permanent drängen sich Menschen aller Altersklassen ab der Rohstoffanlieferung durch die Backstube und passieren dabei die Stationen: Rohstofflager, Mahlraum, Sauerteigraum, Kühl- und Tiefkühlraum, Teigmacherei, warme und kalte Konditorei, Kälteanlagen, den Backofenbereich und die Auslieferungszone, in der eine Kinderbackstube eingerichtet ist.

6000 Menschen informieren

sich in der neuen Backstube

Wir befinden uns im neuen Backhaus von Bäcker Baier. An den zwei Eröffnungstagen haben rund 6000 Menschen die Gelegenheit genutzt, um sich ein Bild von den optimalen Abläufen einer modernen handwerklichen Produktion machen zu können.

„Das hat uns einfach überwältigt“, lautet Jochen Baiers Kommentar auf seiner Homepage. Schließlich ist es auch ein deutliches Zeichen dafür, welch guten Ruf der 44-jährige Unternehmer mit seinem Unternehmen im baden-württembergischen Herrenberg genießt – auch innerhalb der Branche. Auch zahlreiche Kollegen kamen zum Gratulieren und um sich zu informieren.

Bäckerkollegen stehen

Rede und Antwort

Und für einige war es Ehrensache, ihrem Kollegen Baier zu helfen und an den einzelnen Stationen den interessierten Besuchern Rede und Antwort zu stehen. „Das ist doch selbstverständlich. Wir Bäcker müssen zusammenhalten und uns gegenseitig helfen“, brachte es Christian Dick beim Einweihungsfest auf den Punkt.

Seit dem Jahr 2000 leitet das Traditionsunternehmen mit bisher einem Stammhaus und einem weiteren Standort in Herrenberg.

„Mit dem Bäcker Baier Backhaus habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt, freut sich Baier. Einerseits, weil er mit der Produktion im Stammhaus schon länger an Kapazitätsgrenzen gekommen war, andererseits weil er nach eigenen Angaben jetzt noch stärker an den Qualitätsschrauben drehen kann.

Mehr Spielraum für

Qualitätssteigerung

„Qualität braucht Platz“, so lautet sein Slogan, der auch gegenüber den Kunden kommuniziert wurde. „Damit wollen wir verdeutlichen, dass wir keine Backfabrik sind, sondern weiterhin auf handwerkliche Qualitätsproduktion Wert legen, jetzt eben mit optimierten technischen Voraussetzungen und Abläufen“, erklärt Jochen Baier.

Im Stammhaus standen ihm 250 Quadratmeter Backstubenfläche zur Verfügung, jetzt sind es 600 Quadratmeter. Insgesamt bietet das neue Backhaus 1600 Quadratmeter Nutzfläche, inklusive Sozial- und Büroräumen, dem Verkaufsbereich und einem stilvoll gestalteten Café.

„Nur wer Qualität und Prozess

im Griff hat, hat Zukunft“

„Wir müssen jetzt keine Kompromisse mehr auf Kosten der Qualität machen“, betont Baier mit Blick auf die Produktion. Der Fachmann - bekannt auch als Mitglied der Bäcker-Nationalmannschaft und gefragter Juror in verschiedenen Gremien (unter anderem bei Deutschlands bester Bäcker) – ist überzeugt: „Es werden nur die Bäcker überleben, die auf Qualität setzen und ihre Prozesse im Griff haben.“

So gesehen dürfte Baier jetzt auf einem guten Weg sein. Schon im Stammhaus hat er die Grundlagen dafür gelegt. Nicht zufällig ist Baier dort an seine Kapazitätsgrenzen geraten.

Ein Grund ist das erweiterte Liefergeschäft. „Ohne, dass wir Werbung dafür gemacht haben“, versichert Baier. Immerhin 40Prozent des Umsatzes macht die mit Hoteliers, Gastronomen, Naturkostläden und dem Bio-Einzelhandel.

Bio, beste Rohstoffe aus der

Region und faires Miteinander

Baier hat schon vor Jahren beim Mehl zu fast 100 Prozent auf Bio umgestellt. Das ist aber nur ein Teil seines Qualitätskonzeptes.

Wichtig sind ihm hochwertige und natürliche Zutaten, beste Rohstoffe aus der Region und der partnerschaftliche und faire Umgang mit Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden. Immer auch mit Blick auf das Endprodukt: „Entscheidend ist, dass die Backwaren lecker und gesund sind.“

Baier beschäftigt 100 Mitarbeiter (20 in der Produktion und 80 im Verkauf und Büro). 60 Prozent des Umsatzes macht er mit Broten und Brötchen, 30 Prozent mit Kuchen und Feinbackwaren, 10 Prozent mit Snacks und Kaffee.

Das wird sich mit dem neuen Backhaus ändern. „Wir müssen uns organisch weiterentwickeln, auch im Gastrobereich“, erklärt Baier. Das Backhaus-Café mit innovativen Aspekten und jeweils 70 Innen- und Außenplätzen soll dafür beste Voraussetzungen bieten.

Dafür steht auch eine neue Theke mit kompletter Glasfront, die den Blick auf die dahinter stehenden Brotkörbe frei gibt und bei Bedarf nach vorne gekippt werden kann. Dafür steht auch die Grap and go-Vitrine mit präparierten Snacks zur Selbstbedienung.

Die traditionelle und regionale Verbundenheit manifestiert sich unter anderem in einem langen Gemeinschaftstisch aus einer 350 Jahre alten Eiche des nahen Schönbuchs, der auch für Veranstaltungen genutzt wird.

Gute Erreichbarkeit und

ausreichend Parkplätze

Ein wichtiges Argument für den neuen Standort im Gewerbegebiet Gültstein sei die Erreichbarkeit gewesen, erklärt Baier. Vier Kilometer von Herrenberg entfernt, die Nähe zur Autobahn A81 und zur Bundesstraße B28, das sei nicht nur im Zusammenhang mit Kunden und Gästen, sondern auch für die Mitarbeiter entscheidend. Hinzu komme, dass ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden seien. Auch die sind Teil des Entwicklungspotenzials des Unternehmens.

„Uns geht es darum, hochwertige Handwerksqualität zu bieten“


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