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Bestellung per Fingertipp: Kassendaten gelangen via DSL ins Backprogramm.

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Computertechnik

Die Bäckerei Kraus investiert konsequent in Informationstechnik. Nun hat sie die Filialen neu vernetzt und profitiert.

Dass es so schnell geht, damit haben sie nicht gerechnet. „Sechs Wochen hatten wir eingeplant, nach fünf waren die Techniker fertig“, sagt Stefan Derkum. Der Verwaltungsleiter der Bäckerei Kraus spricht von einem „sportlichen Pensum“. In der Tat: 39 in Köln und Umgebung zählt der Betrieb, alle haben in der Zeit neue erhalten. Gleichzeitig ist das Verkaufspersonal geschult worden. Die jüngste Investition der Bäckerei, die seit Jahren ihre Informationstechnik (IT) weiterentwickelt, nennt Derkum einen konsequenten Schritt. Ein Schritt, mit dem die Firmenleitung dreierlei erreicht: Sie unterstützt den , steuert schneller die Produktion, und verbessert das Controlling.

„Entscheidend ist, dass wir jetzt die Bestellungen über die Kassen abbilden“, erklärt Derkum. Die neuen Kassen sind per DSL-Anschluss mit dem Stammhaus vernetzt. Jeden Mittag ruft Derkum die tagesaktuellen Daten aus den Filialen ab. „Wir sehen zeitnah und genau, wie gut sich Artikel verkaufen.“ Im Gegensatz zu den alten Kassen haben die neuen große Touchscreens, und in ihnen steckt eine ausgeklügelte Software. Die Bedienfelder lassen sich nicht nur Artikeln zuordnen, sondern es ist auch möglich, kombinierte Angebote abzuspeichern. Die Bäckerei nutzt diese Option zum Beispiel für ihr „Angebot der Woche“, für Frühstücke, zu denen der Kunde sich ein Heißgetränk aussuchen kann, oder für Brötchen und Beläge. „Solche Kombinationen konnten wir mit dem alten System nicht umsetzen“, sagt Derkum.

Daten aus dem Backprogramm

Was der Verkäuferin die Arbeit zudem erleichtert: Die Bäckerei kann einzelne Bedienelemente so konfigurieren, dass dahinter Produktgruppen hinterlegt sind. Sobald die Verkäuferin den Button „Laugengebäck“ drückt, blendet ihr die Kasse das entsprechende aktuelle Sortiment ein. Das gleiche lässt sich für laktosefreie Produkte voreinstellen. „Unsere Mitarbeiter können sich viel schneller zurechtfinden“, lobt Derkum die Technik. Falls doch mal eine Mitarbeiterin Probleme hat, kann er sich vom Büro aus zuschalten und ihr online beim Kassiervorgang helfen. Effekt: weniger Fehlbuchungen und Stornos.

Gefüttert werden die Kassensysteme mit Daten aus der Back-Software der Bäckerei. Sie enthält die Stammdaten aller Produkte. Via Schnittstelle und DSL werden die aktuellen Preise auf die Kassen aufgespielt. Die Daten, die die Zentrale auf demselben Weg aus den Filialen importiert, geben im Detail Auskunft über den Verkauf. Die Mitarbeiter im Stammhaus sehen, wie viel Stück von jedem Produkt verkauft worden sind. Sie erfahren, wann was über die Theke gewandert ist. Und sie bekommen dazu Vergleichszahlen, etwa von der Vorwoche oder vom Vormonat, angezeigt. „Auf dieser Basis können wir die Produktionsmengen besser planen und Retouren minimieren“, sagt Stefan Derkum.

Und noch etwas funktioniert mit den neuen Kassen: Jede Mitarbeiterin hat einen „Schlüssel“, mit dem sie sich an dem Gerät in ihrer Filiale an- und abmeldet. Der Betrieb erfasst so die Arbeitszeiten. Die Daten dienen zur Lohnabrechnung und Personaleinsatzplanung. Letztere ist nun genauer, da die Absatzzahlen und Einsatzzeiten unmittelbar ersichtlich sind.

Ausgereifte Technik

Bald 30 Jahre ist her, dass die Bäckerei Kraus begonnen hat, die Informationstechnik im Unternehmen Schritt für Schritt auszubauen. Dienstleister seit zwei Jahrzehnten ist das Softwarehaus Compdata in Albstadt. Von Compdata und dessen Partnern stammt die komplette branchenspezifische IT. Für die Warenwirtschaft setzt die Bäckerei die Lösung „Comback“ ein, für die Zeitwirtschaft „Time Controll“ des Partners Atoss Software. Die Personalwirtschaft wickelt der Kölner Betrieb mit einem Programm der Sofware-Schmiede Sage ab. Die neuen Kassen kommen vom Hersteller Vectron, installiert und konfiguriert hat sie das Systemhaus .

Mit ausschlaggebend bei der Entscheidung für Vectron-Kassen sei gewesen, dass es sich um ein offenes und nicht PC-basierendes System handelt, erklärt Compdata-Chef Reiner Veit. Außer der Vectron-Standardsoftware zur Kommunikation zwischen Kasse und Warenwirtschaftssystem werkelt in den Geräten ein Modul, das KMZ entwickelt hat. „Filafox“, so der Name, schreibt Daten von Verkaufsvorgängen in eine SQL-Datenbank (structured query language). Daraus lassen sich über frei programmierbare SQL-Abfragen Analysen für das Controlling herausfiltern.

So ausgereift die IT der Bäckerei Kraus ist – es gibt schon die nächsten Pläne: „Wir wollen in Zukunft auch die Deklarationen für Produkte in den Kassen speichern“, erklärt Stefan Derkum. Realisieren will das Firmenchef Stephan Kraus wieder gemeinsam mit dem Systemlieferanten aus Albstadt. Es sei bei solchen Projekten extrem wichtig, dass Dienstleistung, Hard- und Software gut aufeinander abgestimmt seien, betont der Handswerksunternehmer.


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