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Urlaubswünsche sind ein Wunschkonzert

Urlaubswünsche sind ein Wunschkonzert (Quelle: Fotolia)+
Urlaubswünsche sind ein Wunschkonzert (Quelle: Fotolia)

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Vor allem in kleinen Betrieben ist die Planung schwierig. Die Arbeitnehmerrechte sind klar definiert.

Ob Sommer- oder Winterurlaub: Insbesondere in Kleinbetrieben ist es nicht leicht, die der Mitarbeiter mit denen ihres Arbeitgebers auf einen Nenner zu bringen.

Denn „pro Kopf“ fehlt während der – angeblich schönsten – freien Wochen des Jahres regelmäßig ein hoher Prozentsatz der „Belegschaft“. Wie sind dadurch entstehende Probleme zu lösen?

Der Grundsatz im Bundesurlaubsgesetz lautet: Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Wünsche der zu berücksichtigen.

Es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer entgegenstehen, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben.

Zunächst machen

Arbeitnehmer die Ansagen

Übersetzt: Das Heft in der (Urlaubs-)Hand haben zunächst die Arbeitnehmer, denen ihre Chefs nur dann Maßgebliches entgegensetzen können, wenn es „dringend betrieblich begründet“ ist.

Was soll aber die Betreiberin einer Arztpraxis tun, die zwei Vollzeitmitarbeiterinnen beschäftigt? Und die während eines Teils der Sommerferien wie auch über Weihnachten ihre schließt, weil dann ein Teil ihrer Patienten im ist? Und die deshalb zweimal im Jahr wegen „Betriebsferien“ ihre Arbeitsräume ruhen lässt. Zweifellos wegen dringender, zumindest nachvollziehbarer betrieblicher Gründe.

Und wenn zum Beispiel eine ihrer Hilfen im Sommer nicht in die Ferien düsen will, weil dann Flug- wie Hotelkosten teurer als zu anderen Zeiten im Jahr sind: Muss ihre Arbeitgeberin der Arbeitnehmerin zu einer anderen Zeit den Urlaub bewilligen? Oder – was denkbar wäre – ihr zu einer Zeit unbezahlten Urlaub gewähren, in der die Praxis geschlossen ist?

Wozu sind

Arbeitgeber verpflichtet?

Ein Arbeitgeber „muss“ sein Personal im Laufe eines Jahres nur während des Mindesturlaubs von 24 Werktagen (bei einer 5-Tage-Woche: 20 Arbeitstagen) bezahlt freistellen, je nach Arbeitsvertrag auch länger.

Ein Anspruch auf unbezahlten Urlaub besteht grundsätzlich nicht.

Hier streiten zwei – einzeln nachvollziehbare – Gründe um Anerkennung: Die Praxisinhaberin möchte sehr ungern ihre Patienten mit nur einer assistierenden Kraft behandeln. Und die Vollzeitbeschäftigte möchte für ihren Urlaub nicht mehr ausgeben, als aus ihrer Sicht dafür nötig ist.

Ein natürlich nicht nur in Arztpraxen kaum zu überwindendes Problem, das vielleicht so zu lösen wäre: Die Praxisinhaberin führt künftigen Bewerbern das Urlaubsproblem von vornherein vor Augen, damit das in deren Überlegungen eingehen kann, ob dies der „richtige“ Arbeitsplatz ist.

Abwägung

von Interessen

Andererseits muss die Ärztin in diesem Beispiel damit rechnen, vielleicht bald eine eingearbeitete Kraft zu verlieren, wenn sie ihrem natürlich erfüllbaren Wunsch nach unbezahltem Urlaub nicht nachkommen sollte.

Wenn sich Arbeitnehmer bewerben, sollten sie eventuelle andere Arbeitsverhältnisse angeben.
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