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Und ewig lockt die Schiller(g)locke

Vorstellung der Schillertüten und der Schillergebäcke beim LIV Württemberg (von links): Susanne Laugwitz-Aulbach (Leiterin des Kulturamts Stuttgart), Projektinitiator Ingo Klopfer, Dieter Siegel (Obermeister der Innung Stuttgart), Georg Strohmaier (O+
Vorstellung der Schillertüten und der Schillergebäcke beim LIV Württemberg (von links): Susanne Laugwitz-Aulbach (Leiterin des Kulturamts Stuttgart), Projektinitiator Ingo Klopfer, Dieter Siegel (Obermeister der Innung Stuttgart), Georg Strohmaier (O

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Schillers 250. Geburtstag : Kollegen der Innungen Stuttgart und Ludwigsburg/Rems-Murr präsentieren die „Schillertüte“ und Gebäckkreationen

Über 20 Bäckereien der Bäckerinnungen Stuttgart und Ludwigsburg/Rems-Murr verpacken von Mai bis November ihre Brote, Brötchen und Brezeln in „Schillertüten“, auf denen kurze Texte zu einem Zitat des Dichters Friedrich Schiller zu lesen sind. In dieser Zeit gehen 15 Tüten mit 15 verschiedenen Texten über die Ladentheken. Für die erste Staffel wurden 250.000 Tüten an die Bäckereien verteilt. Bei Bedarf wird nachgeliefert.

Die Initiatoren der Aktion „Schillertüte“ hatten die Stuttgarter Bevölkerung zu Jahresbeginn aufgefordert, einen selbst verfassten Text einzureichen, der mit einem Schillerzitat beginnt. Aus rund 600 Einsendungen hat die Jury die Texte ausgewählt, die nun die „Schillertüten“ zieren. Anlass der Aktion ist der 250. Geburtstag des Dichters, der dieses Jahr in der Region mit vielen Aktionen und Veranstaltungen gewürdigt wird.

Auch die teilnehmenden Bäcker profitieren nun von der pfiffigen Aktion im Schillerjahr. Denn schon im Zusammenhang mit der Auslobung der Texte war das Presseecho in den Lokalzeitungen recht hoch. Schließlich unterstützen die Bäcker mit dem Kooperationsprojekt ein kulturelles Anliegen: Die intensive und kreative Auseinandersetzung mit Sprache und Literatur. Hier werden vor allem auch junge Leute angesprochen. Zahlreiche Einsendungen kamen von Schülern und Schulklassen, die auf diesem Weg auch auf die Bäckereien und deren Produkte aufmerksam gemacht werden. So etwas nennt man Kundenbindung auf geistreiche Art.

„Schiller kommt nicht in, sondern auf die Tüte“, wie in der Stuttgarter Zeitung getitelt wurde. Denn hier wird das Kulturgut Brot mit geistiger Nahrung kombiniert beziehungsweise verpackt. Nach dem Motto: Und ewig lockt die Schiller(g)locke.

Ein Aufsehen erregendes Projekt, wie die Initiatoren, Förderer und Kooperationspartner auf einer Pressekonferenz in der Geschäftsstelle des Landesinnungsverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk betonten. Ingo Klopfer, Ideengeber und Organisator des Projekts ist jedenfalls zufrieden mit der bisherigen Resonanz. Er ist überzeugt: „Die Bäckertüte ist ein wunderbares Medium für die Kurzgeschichten.“ Und Marion Isabelle Kadura, die Literaturreferentin des Kulturamts Stuttgart, zeigte sich begeistert über die große Resonanz und die Kooperation mit den Bäckern.

Auf der Pressekonferenz wurden außerdem pfiffige Gebäckkreationen vorgestellt, die im Zusammenhang mit dem Projekt verkauft werden können. Dieter Siegel, der Obermeister der Innung Stuttgart, präsentierte die Produkte: Hefe-Glocke, Salzige Schillerlocke mit Wurst-Käse Füllung, Beschwipster Apfel auf Sahne (Kopf), Räuber-Weckle, Dichter-Seele und klassische Schillerlocke mit Sahnefüllung.

Fazit: Ein vorbildliches Kooperationsprojekt, an dem sich sicher noch mehr Bäcker hätten beteiligen können.

Informationen:

www.schillertuete.de

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