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In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit / Viele gehören zum Typ 2 und sind übergewichtig
Laut dem Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2007 wird hierzulande etwa jeder Dritte im Laufe seines Lebens an Diabetes mellitus erkranken. Mit dieser Prognose steht Deutschland nicht allein. Weltweit steigt die Zahl der Krankheitsfälle. Betroffen ist vor allem der Typ-2-Diabetes. Weil dieser meist nach dem vierzigsten Lebensjahr auftritt, trägt er den Beinamen Alterszucker.
Hinter dieser harmlosen Bezeichnung verbirgt sich in Wahrheit eine ernst zu nehmende chronische Erkrankung, die längst nicht mehr nur Senioren heimsucht. Immer öfter diagnostizieren Ärzte den Typ-2-Diabetes infolge von Überernährung und Bewegungsmangel auch bei Kindern und Jugendlichen.
Zunächst verläuft die Krankheit unbemerkt. Insulin ist weiterhin vorhanden, allerdings reduziert das hohe Körperfett die Wirksamkeit des Hormons. Anfangs steigt der Blutzucker nur so gering, dass der Betroffene keine Symptome spürt. Die zeigen sich erst im Verlauf der Krankheit, wenn der Blutzucker immer höher steigt. Bei Erwachsenen vergehen nach heutigen Schätzungen fünf bis sieben Jahre vom Ausbruch bis zur Diagnose.
Etwa 90 Prozent der Betroffenen sind übergewichtig. Viele leiden gleichzeitig an hohen Blutfetten und Bluthochdruck. Medikamente, Bewegung und Gewichtsreduktion durch energiereduzierte Mischkost mit Brot und Backwaren bilden die Basis der Therapie.
Das wichtigste Ziel eines übergewichtigen Diabetikers lautet Abnehmen. Schon fünf Kilogramm weniger Gewicht sowie regelmäßige Bewegung erhöhen die Wirksamkeit des körpereigenen Insulins und senken den Blutzucker. Doch abzuspecken fällt gerade betroffenen Senioren schwer. Ihre Ernährungsmuster sind so alt wie sie selbst und lassen sich nur mühsam verändern. Groß ist die Angst vor Verzicht beim Essen. Vollkornbrote sind ideale Produkte. Die Blutzucker steigernde Wirkung ist gering, die Ballaststoffe sättigen. Geschmackliche Abwechslung wird durch das breite Sortiment garantiert. Empfehlen Sie Senioren mit wenig Vollkornerfahrung, sich langsam umzustellen, um den Körper an die Ballaststoffe zu gewöhnen.
Viele vertragen Sorten aus fein geschrotetem Korn oder Vollkornmehl besser als grobe Brote. Geben Sie Tipps, wie man Brot und Brötchen fettarm belegen kann. Denken Sie dabei an Zusatzprodukte aus dem eigenen Kühlregal wie fettreduzierte Streichfette, Quark, mageren Belag.
Empfehlen Sie, die Mahlzeit mit Gemüse oder Salat zu ergänzen. Empfehlen Sie immer positiv: Sagen Sie den Kunden, welche Produkte sich gut für die Kost eignen und machen Sie ihnen Appetit. Was sie nicht essen sollten, das wissen die meisten bereits. Bieten Sie Auswahl und überlassen Sie die Entscheidung stets dem Kunden. „Ich habe ja nur ein bisschen Alterszucker. Noch nicht einmal spritzen muss ich.“ Kunden, die sich so äußern, sind entweder ignorant oder medizinisch schlecht aufgeklärt. Hier stoßen Sie in der Verkaufsberatung an Ihre Grenzen. In den seltensten Fällen werden Sie daran etwas ändern können.
Der Wunsch danach sollte stets vom Diabetiker ausgehen. Fragt der Typ-2-Diabetiker die Verkäuferin in der Bäckerei nach geeigneten Produkten, darf sie auch gezuckerte empfehlen - bevorzugt solche mit geringem Kaloriengehalt wie Obstkuchen oder fettarmes Hefegebäck. Ungünstig: Sahne- und Cremetorte, Blätterteiggebäck und Rührkuchen. Verlangt der Diabetiker hingegen Diät-Kuchen, sollte sein Wunsch erfüllt werden.
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