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Spezialitäten-Verkauf auf Augenhöhe

Backwaren aus dem Holzbackofen: Brote und Kleingebäcke sind bei Ulrich Weller der Angebotsschwerpunkt. Mit dem Verkaufsfahrzeug kann er fertig eingeräumt auf dem Markt vorfahren.  (Quelle: Kauffmann)+Zur Fotostrecke
Backwaren aus dem Holzbackofen: Brote und Kleingebäcke sind bei Ulrich Weller der Angebotsschwerpunkt. Mit dem Verkaufsfahrzeug kann er fertig eingeräumt auf dem Markt vorfahren. (Quelle: Kauffmann)

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Die Holzofenbäckerei Weller & Munz vertreibt ihre Backwaren auf Wochenmärkten / Ein Verkaufsmobil eröffnet nun neue Möglichkeiten

Von Dieter Kauffmann

Bäckereien in dünner besiedelten Landstrichen liegen oft in einer landschaftlich sehr reizvollen Gegend, haben im dörflichen Umfeld aber oft nicht die Nachfrage, die sie zur Existenz brauchen. So auch bei der Weller & Munz GmbH in Kaisersbach-Cronhütte, die mitten im Schwäbischen Wald gelegen jeweils rund 25 km von größeren Orten entfernt ist. „Da die Kunden nicht in dem Maße zu uns ins Dorf kommen, müssen wir einfach zu den Kunden gehen“, erklärt Ulrich Weller die Strategie der Bäckerei, die seit ihrer Gründung 1980 als reine Holzofenbäckerei arbeitet. Seit Beginn werden regelmäßig die Wochenmärkte in den größeren Orten der Umgebung beschickt, nun hat Familie Weller die fünf Transportfahrzeuge durch ein Verkaufsmobil ergänzt. Der Tourenverkauf steht dafür aber nicht im Vordergrund, sondern das einfachere und geschicktere Auftreten auf den Märkten. Die Wahl fiel auf ein Fahrzeug der Rotenburger Firma auf Basis eines Fiat-Transporters mit feuerverzinktem Niederrahmengestell, das auf dem Markt das Verkaufen auf Augenhöhe mit den Kunden ermöglicht. „Bisher verkaufen wir auf den Märkten mit traditionellen Ständen, da stehen wir mit unseren Kunden auf der gleichen Höhe“, erklärt Weller die Entscheidung für das Niederrahmengestell. Weiterer Vorteil des Verkaufsfahrzeugs: Während bei der normalen Marktbeschickung die Stände mit Schirm und Theke jeweils komplett auf- und wieder abgebaut werden müssen, geht das mit einem Fahrzeug deutlich schneller. „Hier können wir alles gut vorbereiten und man hat in kürzester Zeit auf- und abgebaut.“

Für Straße und Markt

Den für sein Unternehmen neuen Schritt in den mobilen Verkauf hat Bäcker Weller schon länger geplant, aber dann doch relativ kurzfristig realisiert. „Für uns war beim Kauf das Entscheidende, dass das Fahrzeug schon in der Serie alles das hat, was wir für unser Geschäft auf dem Markt brauchen“, so Ulrich Weller. „Damit wollen wir unser bestehendes Marktgeschäft weiter optimieren, uns aber auch die Möglichkeit für den Tourenverkauf offen halten.“ Für beide Zwecke ist das Seico-Verkaufsmobil schon vom Werk her bestens ausgestattet. Nach dem motorisierten Öffnen der Seitenklappe wird die Ware in der großzügigen Panoramaverkaufstheke appetitlich präsentiert, auch eine Kühltheke ist integriert. Diese garantiert selbst bei hohen Außentemperaturen ein optimales Kälteklima im Thekenbereich, weitere sechs Bleche können noch separat gekühlt werden. Die Rückwand ist fast komplett mit dem Brotregal verbaut, das die Brote der Holzofenbäckerei bestens in Szene setzt. Außerdem gibt es viele Stau- und Ablagemöglichkeiten für Körbe und Verkaufsutensilien. „Bei der ersten Planung mit dem Verkaufsberater dachten wir noch, wir müssten unseren Holzofenbäcker-Charakter noch mit vielen Holzelementen unterstreichen. Nun sind wir aber froh, dass wir das so doch nicht realisiert haben“, erklärt Ulrich Weller die Herangehensweise an das neue Verkaufsfeld. „Die Regale sind nun aus Metall, aber in Holzoptik, so dass alles viel leichter gereinigt werden kann.“

Das Alleinstellungsmerkmal der Bäckerei sind die Backwaren aus direkt befeuerten Holzbacköfen. Damit kann sich Ulrich Weller deutlich von den Mitbewerbern auf dem Wochenmarkt und von den im jeweiligen Ort ansässigen Bäckern abheben. „Wir sind einer der ganz wenigen Bäcker, die alles komplett im Holzofen backen“, berichtet er stolz. „Das was im Holzofen nicht funktioniert, das machen wir nicht.“ Ergänzend zu den konventionell hergestellten Broten und Kleingebäcken gibt es auch ein kleines Bio-Sortiment, das auch noch ausgebaut werden soll. Dabei achtet die Familienbäckerei sehr darauf, dass das Sortiment nicht zu breit wird. „Viele Bäckereien haben eine viel zu große Auswahl, aber wir meinen, dass der Verbraucher gar keine so große Vielfalt braucht.“ Er bietet dann lieber halbe und viertel Laibe seiner Brote an sowie spezielle „Pfünderle“ (500 g-Brote), die gerne von Singles gekauft werden. Beim Kleingebäck konzentriert man sich auf die regionale Spezialität Seelen und auf „Bauernwecken“. Brezeln oder normale Brötchen werden nicht hergestellt. „Wir machen die Kleingebäcke aus Brotteig und etwas größer, aber dafür wirken sie auch hochwertiger und sind teurer als Vergleichbares.“ Auch Feine Backwaren kommen alle aus dem Holzbackofen, wie beispielsweise Hefekränze, Nusszöpfe und Obstkuchen. Als Snack auf die Hand sind auf den Märkten die flachen Salz- und Gemüsekuchen begehrt, die ähnlich hergestellt werden wie große Pizzen.

Hofladen mit Café

Dieses spezielle Backwarenangebot wird von den Kunden sehr geschätzt, trotz der anderen Bäcker um ihn herum. „Direkt hier neben dem Wochenmarkt ist ein großer Supermarkt mit einem guten Bäcker in der Vorkasse, aber wir haben unsere Kunden, die unser gutes Bauernbrot schätzen“, erklärt Weller den Andrang an seinem Fahrzeug. Und noch ein Punkt ist ihm sehr wichtig: „Wir backen ohne Zusatzstoffe, Enzymbackmittel oder Fertigmischungen. Das sagen wir auch unseren Kunden.“

Im Gegensatz zu vielen anderen Bäckereien produziert die Holzofenbäckerei nur an fünf Tagen der Woche, sonntags und montags ist der Betrieb geschlossen. „Das Marktgeschäft geht immer erst ab mittwochs los, samstags ist unser Hauptgeschäftstag“, so Ulrich Weller zu den Geschäftszeiten. Auch am eigentlichen Standort ist das so. „Vor Jahren haben wir in unserem Verkaufsladen in Cronhütte etwa 50 Prozent des Umsatzes gemacht. Heute sind wir bei etwa 25 Prozent, auch bedingt durch andere Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten.“ Diesen Rückgang am Firmensitz soll das relativ neu eingerichtete Hofcafé auffangen, in dem Gäste mit Blick in die Backstube süße und pikante Kuchen sowie verschiedene Kaffeesorten genießen können. Mit dem neuen Verkaufsmobil hat Ulrich Weller nun einen weiteren Trumpf in der Hand: Auf der Tour über die Dörfer kann er seine Holzofen-Spezialitäten einem größeren Kundenkreis anbieten.

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