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Snack und Gastro „Gut“, Bäckerbereich „Ausreichend“

In der B6 als der größten Messehalle der Internorga präsentieren sich Firmen für die Backbranche. (Quelle: HMC/Zapf)+
In der B6 als der größten Messehalle der Internorga präsentieren sich Firmen für die Backbranche. (Quelle: HMC/Zapf)

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Einige Firmen der Backbranche sind mit der Besucherführung rund um die Bäckerhalle B6 unzufrieden / Ab 2017 kürzere Laufzeit der Messe

Von Dieter Kauffmann

Die Veranstalter der sprechen gerne von der Messe für Bäcker. Doch diese Sichtweise ist bei Ausstellern der Backbranche in die Kritik geraten. Während die Firmen in den Hallen A und B1 bis 7 - und damit im Snack- und Gastro-Bereich - mit der Kundenresonanz zufrieden sind, rumort es am Südeingang bei den Beschickern der Halle B6.

Schon vor zwei Jahren haben große Aussteller wie beispielsweise Backaldrin die Reißleine gezogen und ihre Präsenz in Hamburg als nicht mehr notwendig angesehen. Die damals genannten Gründe lauteten „zu wenig Bäcker, zu viele fachfremde Besucher und zu lange Laufzeit der Messe“.

Dabei hat es vor zehn Jahren mit dem Neubau der Bäckerhalle B6 richtig euphorisch begonnen. Nach dem Aus der Fachmesse Nordback in Hannover suchte die Branche einen Messeplatz und wurde in Hamburg am Rande der Internorga fündig.

Viele Jahre akzeptierten da die Zulieferfirmen relativ unkomfortable Ausstellungsbereiche und provisorisch aufgebaute Hallen, weil sie ihre Kunden auf der Messe gefunden hat. Dies haben auch die Veranstalter der Messe erkannt und bei der Geländeerweiterung die Halle B6 gewissermaßen als Bäckerhalle ausgewiesen.

Als die Halle 2006 offiziell in Betrieb genommen wurde, herrschte bei vielen Ausstellern Aufbruchsstimmung. Endlich ein Umfeld, in dem sie sich fachgerecht präsentieren können, lauteten damals die Stimmen derer, die „drin“ waren. Denn drin waren rund 200 Firmen und fast ebenso lang war die Warteliste. Dieses Potenzial wird nun noch etwas aufgefangen mit der Leichtbauhalle B6.1 zwischen den Hallen B6 und B7.

Die anfängliche Euphorie ist nun bei vielen Bäckereizulieferern verflogen. In den vergangenen beiden Jahren haben sich vor allem die Backzutatenhersteller ausgeklinkt. Weitere Firmen haben in Gesprächen vor Ort ihre Skepsis zur Internorga als Bäckermesse durchblicken lassen.

Sogar schon im Vorfeld dieser Internorga stellt der Ofenhersteller Wiesheu den Messeauftritt in Frage: „Auch wir haben trotz guter Umsätze auf der letztjährigen Internorga die Veranstaltung mit einem Fragezeichen versehen. Die abgelegenen Bäckerhallen begrenzen den Besucherstrom, zudem dauert die Messe extrem lange“, erklärt Marketingleiter Johannes Rave.

Bei der kritisieren die Unzufriedenen besonders die allgemeine Öffnung der Laufpassage, die vom Südeingang an den B-Hallen vorbeiführt und wie ein Bypass wirkt. Diese ermöglicht Besuchern, schnell vom Südeingang kommend an den B-Hallen vorbeizugehen. Somit hätten die Firmen keine Möglichkeit, diese Besucher anzusprechen.

Aber nicht alle Aussteller in der Bäckerhalle sind unzufrieden. Michael Jankowski von Boyens Backservice hält dagegen: „Bei der Beurteilung des Besuchs muss man sich immer vor Augen halten, dass die Bäckerhalle an die Gastronomiemesse angehängt ist. Die Kunden, die wir brauchen, besuchen den Gastrobereich und kommen dann gezielt zu uns.“

Die Messeverantwortlichen haben zumindest auf die Beschwerden zur Laufzeit reagiert und die Veranstaltungsdauer ab 2017 um einen Tag reduziert. Denn dies war sicher ein Punkt, den Firmen der anderen Hallenbereiche auch angesprochen haben. Ob künftig die Besucherströme im Sinne der B6-Aussteller gelenkt werden, wird sich zeigen.

Bei Fachdemonstrationen wie hier mit Snackberater Lars Bittner wird auf der Messe unter anderem gezeigt, wie Bäcker mit Snacks noch besser ins Geschäft kommen.
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