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Single-Haushalte bedienen

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Beklagt werden überhöhte Preise und geringes Angebot

Köln (rgb). Der Kölner Stadtanzeiger beklagt in einem Artikel, wie schlecht sich die Bäckereien auf Single-Haushalte eingestellt hätten. „Jeder dritte Haushalt wird von einer Person geführt. Die Angebote für Singles sind unzureichend”, heißt es, und sieht einen Grund der allgemeinen ungesunden Ernährung auch im Mangel an sinnvollen Alternativen.

„Schon das Frühstück gestaltet sich für allein Lebende schwierig. Viele Bäcker verkaufen nur ganze Brote und im Supermarkt gibt es zu angemessenen Preisen auch bloß den 10er-Pack.” Wie bei Brot sei auch bei anderen Lebensmittel der Schimmel meist schneller als der Konsument. Die Autorin gibt zu bedenken, dass Singles einen großen Teil der Bevölkerung ausmachten.

„Mehr als jeder dritte Haushalt wird laut Statistischem Bundesamt von nur einer Person geführt. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 13,5 Millionen allein lebende Menschen – Tendenz steigend. Industrie und Handel aber hinken hinter dieser Entwicklung her.” Exemplarisch berichtet Sebastian Tretnach, Sportstudent aus Köln, sein Kühlschrankinhalt bestünde nicht selten nur aus Bier und H-Milch. „Alles Frische, das ich kaufe, esse ich nur zur Hälfte, der Rest landet im Müll.“

Bestätigt wird dies von Christiane Schäfer von der Verbraucherzentrale Frankfurt, zudem beklagt sie überhöhte Preise für sinnvolle Single-Rationen.

Bestätigt wird dies auch von Ulrich Eggert, Geschäftsführer der Kölner BBE-Unternehmensberatung, eines der führenden Beratungsinstitute für den Handel. „Dass die Verpackungskosten gleich hoch bleiben, ist klar, aber trotzdem muss ein Preisunterschied erkennbar sein, sonst fühlt der Kunde sich veralbert“, kritisiert er. Weiter heißt es in dem Artikel: Der Bonner Wirtschaftssoziologe Wilhelm Ott kam bei seinen Befragungen von 480 allein Lebenden nach ihren Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten ebenfalls zu einem unbefriedigenden Ergebnis: „Die Befragten bemängelten die unzureichenden Lebensmittelangebote für Einpersonenhaushalte. Die wenigen Produkte, die angepriesen werden, waren ihnen zu teuer oder gingen am Bedarf vorbei“.

Der Einzelhandel hat die Notwendigkeit der „Singleisierung“ längst erkannt, aber bisher noch nicht ausreichend reagiert. Unternehmensberater raten, auf die Wünsche dieser Käufergruppe mehr als bisher einzugehen.

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