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Hochwertige Optik, stabil und leicht zu tragen: So kommt der Kuchen garantiert unbeschädigt zu Hause an.  (Quelle: Stökle)+
Hochwertige Optik, stabil und leicht zu tragen: So kommt der Kuchen garantiert unbeschädigt zu Hause an. (Quelle: Stökle)

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Verpackung muss den hygienischen und schadenfreien Transport sicherstellen. Aber noch viel mehr.

Von Ulrich Stökle

Das Verpacken von ist eigentlich eine ganz simple Sache. Sie erhält in vielen Betrieben vielleicht deshalb nicht die nötige Aufmerksamkeit, weil es immer schnell und nebenher gehen muss. Dabei wird vergessen, dass das Verpacken und die nachhaltige Imagebildner sind. Denn der Ärger ist programmiert, wenn beim Kunden zu Hause anstatt eines Zwetschgenkuchens nur eine lila Sauce auf nass-verschmierter Tüte ausgepackt wird. Deshalb muss das Verkaufsteam grundlegend darauf aufmerksam gemacht werden, welch hohe Verantwortung es beim Verpacken dem Kunden gegenüber eingeht. Der darf schließlich zu Recht verlangen, dass die gekaufte Ware hygienisch und unbeschädigt bei ihm zuhause ankommt. Nachhaltige Wirkung

Bäckereien, die dabei die Verantwortung nur bis zur Ladentür übernehmen, machen es sich zu einfach. Natürlich kann man ab diesem Moment nicht mehr beeinflussen, ob der Kunde selbst sorgsam mit der Verkaufstüte umgeht. Dem Bäcker muss trotzdem klar sein, dass er, abgesehen von Fällen krasser Eigenverschuldung des Kunden, noch lange nach dem Verkaufsvorgang haftbar gemacht wird – und zwar mit seinem Image. Man stelle sich dazu folgende Szene vor: Eine Kundin hat zur Kaffeetafel geladen und ist peinlich berührt, als sie die zerdrückte Tüte mit dem vermeintlichem „Kuchen“ auspackt und dessen Reste auf den Tisch sortieren muss. Dem zuständigen Bäcker dürften die Ohren klingeln, wenn alle Gäste ihre Augen auf dieses „Etwas“ richten und jemand pikiert die Gastgeberin fragt: „Wo hast du das denn her?“ Beim folgenden Fachgespräch unter Verbraucherinnen wird der Name dieser Bäckerei noch öfter fallen – in besonders positivem Zusammenhang allerdings kaum.

Backwaren müssen deshalb fachgerecht und transportsicher verpackt werden. Bei ganz kritischen Produkten ist auch ein besonderer Hinweis an den Kunden sinnvoll: „Bitte tragen Sie diese Tüte möglichst aufrecht!“ oder „Achtung, oben am besten nichts mehr drauflegen!“ Wenn auf dem Heimweg doch etwas beschädigt wird, steht man moralisch deutlich besser da als ohne. Merkspruch des Kunden: „Bin selbst schuld, der Bäcker/die Verkäuferin hat mich schließlich gewarnt!“ Fachberatung

In Fachgeschäften sollten Verpackungs- und Handhabungshinweise als Beratungsleistung eigentlich selbstverständlich sein: Bei einem geschnittenen Vollkornbrot, das in eine Plastiktüte gepackt wurde, sollte zum Beispiel dem Kunden empfohlen werden, es nicht zu lange in dieser Folie zu belassen, weil es ansonsten zu „schwitzen“ beginnt.

Das richtige Verpacken ist auch eine Stilfrage: Es gibt Bäckereien, da wird die Brötchentüte einfach grob zugeknüllt. Und es gibt andere Bäckereien, wo die Tüte sorgsam und sauber zugefaltet wird.

Ein weiterer Negativpunkt beim Verpacken sind fehlende Vorgaben des Chefs. Wer in verschiedenen Filialen zum Test immer das gleiche Produkt einkauft, bemerkt schnell, dass es in den meisten Unternehmen keine einheitlichen Verpackungsvorschriften gibt. Oft wird eher spontan in die Tüte verpackt, die gerade greifbar ist: In Filiale 1 kommt das Vollkornbrot in Frischhaltefolie, in Filiale 2 in eine Papiertüte, in der dritten Filiale wird es in eine große Tüte und in Filiale 4 in eine kleine Tüte gepackt. Tüten-Vielfalt

Ist im gesamten Unternehmen für jeden Artikel festgelegt, wie was optimal verpackt wird? Oder stehen nur Papier- und Kunststofftüten verschiedenster Größen zur Verfügung, in die das Personal nach eigenem Gusto eintütet? Die richtige Verpackungstechnik muss im Betrieb geschult werden, damit es sich die neuen Arbeitskräfte nicht selbst beibringen müssen.

Zumindest bei den heiklen Waren – den klebrigen, den mit Früchten belegten, den Snacks – sollte es nicht dem Zufall überlassen sein, wie die verpackt werden. Dazu kann man verschiedene Varianten selbst testen, bis man die beste Methode gefunden hat. Dazu könnte man die verpackte Ware mit nach Hause nehmen und sie dort Stunden später auspacken und inspizieren: Haben die Früchte trotz Folie bis zum Papier durchgenässt? Ist die Serviette in der Snacktüte noch heil geblieben? Optimale Verpackungsart

Die Erkenntnisse aus dem Selbsttest, die in der oft nur spärlich ausgetauscht werden, sollten auch anderen Filialen oder dem gesamten Unternehmen zugängig gemacht werden. Und wenn die optimale Verpackungsart feststeht, sollten auch die Kosten dafür ins Auge gefasst werden: Je aufwändiger ein Produkt verpackt wird, desto kostspieliger wird es natürlich.

Eine Faustregel dazu lautet: Nicht an der falschen Stelle sparen. Zum Schutz des Produktes lieber eine Folie zu viel als eine zu wenig. Aber auch bei einem höheren Verpackungsaufwand den Kunden nicht zusätzlich zur Kasse bitten. Eleganter ist da schon eine Vorab-Kalkulation mit etwas Luft: heißt, die Preise für die Sonderverpackungen sind in den Endpreisen bereits berücksichtigt.

Tiefgekühlte Torten sind für Verbraucher und Gastronomen häufig die erste Wahl.
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