ABZ - Das Fachportal für Bäcker


Oase fürs Wohlgefühl im Freien

Bei angenehmen Wetterbedingungen wollen die meisten Gäste im Freien sitzen. Damit sie dies genießen können, muss die Bäckerei ein Konzept erarbeiten, das von der Bequemlichkeit bis zum Wetterschutz alles beinhaltet. (Quelle: Fotolia)+
Bei angenehmen Wetterbedingungen wollen die meisten Gäste im Freien sitzen. Damit sie dies genießen können, muss die Bäckerei ein Konzept erarbeiten, das von der Bequemlichkeit bis zum Wetterschutz alles beinhaltet. (Quelle: Fotolia)

Weitere Artikel zu


Schwerpunkt

Mit einer Außenbestuhlung können Bäcker zusätzlichen Umsatz erzielen. Allerdings nur dann, wenn sie ein stimmiges Gesamtkonzept entwickeln.

Von Hans Stumpf

Mit zunehmender Ausrichtung auf das Snack- und stellt sich Bäckern die Frage, ob und wie Sitz- und Verzehrsmöglichkeiten geschaffen werden. Denn Kunden wollen den schnellen bequem erleben.

Die Bestuhlung im Innenbereich eines Bäckereiladens lässt sich sehr gut ergänzen durch eine . Grundvoraussetzung ist, dass Fläche außerhalb des Objektes zur Verfügung steht, die genutzt werden kann und darf.

Städte kassieren für

Nutzung öffentlicher Flächen

Wenn eine Außenbestuhlung im öffentlichen Raum vorgesehen ist, bedarf es einer Genehmigung durch die Kommune. Zuständig sind die Ordnungsämter.

Während derartige Sondernutzungen im ländlichen Bereich in der Regel eher unproblematisch gehandhabt werden, entstehen im städtischen Bereich häufig Mietkosten für die Nutzung der öffentlichen Flächen. Berlin zum Beispiel verlangt zwischen 12,50 und 16,25 Euro pro Quadratmeter und Jahr für die Sondernutzung.

Außengastronomie ist

mehr als Tische und Stühle

Sind die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, kann der seine Außenbestuhlung planen. Wobei es nicht nur um Tische, Bänke und Stühle geht. Auch Beschattung, Windfang und Beheizung sind Themen. Denn das Wetter – egal ob sonnig, heiß oder eher kühl und windig – spielt eine wesentliche Rolle.

Wobei gerade auch bei dieser Thematik beachtet werden muss, ob die Außenbestuhlung im öffentlichen Raum oder auf einem Privatgrundstück aufgestellt werden soll.

Den Schutzfaktor

im Blick behalten

Im öffentlichen Raum muss nämlich geklärt werden, welche Möglichkeiten es gibt, Stühle und Tische außerhalb der Ladenöffnungszeiten zu schützen. Lassen sie sich stapeln und außen versperren, oder können sie gestapelt ins Gebäude verbracht werden? Oder wie lassen sich große Sonnenschirme vor Diebstahl und Vandalismus schützen?

Die einfachste Lösung auf derartige Fragen ergibt sich durch leichte, stapelbare Stühle und Tische. Hersteller Vega hat für die Outdoor-Saison 2018 zum Beispiel die Möbelserie Rimalia neu herausgebracht. Der Rahmen aus pulverbeschichtetem Aluminium wirkt wie Holz und macht die Möbelserie besonders leicht und witterungsbeständig.

Ergänzend zu Stühlen mit und ohne Armlehnen gibt es einen Lounger – das ist ein Stuhl mit einer etwas breiteren Sitzfläche für besten Sitzkomfort.

Wie auch im Innenbereich, können auch draußen unterschiedliche Sitzmöbel zur Sitzlandschaft werden. Eher unattraktiv ist es, wenn zum Beispiel zehn Tische mit 40 Stühlen aufgestellt werden.

Kunden schätzen

einen Lounge-Charakter

Hier sollte überlegt werden, ob die Optik durch das Aufstellen einiger Stehtische oder einer kleinen Lounge-Insel in der Mitte aufgewertet werden kann.

Das beim Sitzen im Freien zunehmend der Lounge-Charakter mit seiner großen Bequemlichkeit gefragt ist, zeigt sich bei der Möbelserie Lika von Vega. Aus drei unterschiedlichen Elementen der Serie lässt sich schnell und einfach eine individuelle Lounge-Welt zusammenfügen. Dabei kann der Hocker auch als Tisch genutzt werden. Dazu passen Allwetter-Sitzkisten wie die aus der Serie Combine.

Qualität ist für den

Außenbereich besonders wichtig

Denn im Vergleich zu einer Bestuhlung im Innenbereich werden im Außenbereich noch höhere Ansprüche an die Qualität des Materials gestellt. UV-beständig, wetterfest und pflegeleicht müssen Tische und Stühle sein.

Deshalb werden vornehmlich hochwertiger Kunststoff und Möbel mit Aluminiumrahmen verwendet. Wichtig ist auch ein wetterfestes und UV-beständiges Gewebe. Werden Polster verwendet, empfiehlt Vega schnelltrocknende Quick-Dry-Schaumstoffe.

Einen etwas anderen Weg geht die Schnieder Stuhlfabrik mit Outdoor-Möbeln aus Holz. Nicht wie üblich werden diese aus Bauholz von der Fichte oder Tanne hergestellt, sondern aus österreichischer Gebirgstanne.

Dieses Holz hat eine sehr dichte Struktur und weist kaum Risse auf. Wasser nimmt die Tanne kaum auf und trocknet schnell wieder ab. Ein weiterer Vorteil ist die Harzfreiheit.

Schnieder bietet aus diesem Material verschiedenste Möbel, von edlen Biergarten-Garnituren ohne Lehnen, über Stehtische und Barhocker bis hin zu komfortablen Lounge-Möbeln.

Den richtigen

Sonnenschutz wählen

Ergänzend dazu bietet sich immer an, zumindest für einen beschränkten Regen- und Sonnenschutz im Außenbereich zu sorgen. Wobei gerade der Sonnenschutz nicht vernachlässigt werden darf. Sonnenschirme mit großflächiger Werbung für Eis oder Kaltgetränke sind zwar kostenlos, doch sind sie nicht unbedingt der „Hingucker“. Es fehlt auch an Alleinstellungsmerkmalen.

Auf die Standfestigkeit

kommt es an

Da passen schon eher Sonnenschirme von hochwertigen Kaffeeröstern. So sieht der Kunde und Gast schon von außen, welcher Kaffee angeboten wird. Preislich auch gut darstellbar sind inzwischen Sonnenschirme mit dem eigenen Firmenlogo in der Farbe des Betriebs. Wobei auch hier die UV-Beständigkeit gegeben sein muss.

Gleichzeitig ist auch auf die Standfestigkeit der Sonnenschirme zu achten – erst recht, wenn sie im öffentlichen Raum aufgestellt werden. Unter Umständen ist es möglich, Standfüße im Boden zu integrieren. Ansonsten ist ein schwerer Schirmfuß unumgänglich. Deshalb sind Sonnenschirme, die in Tische integriert sind, eher unsicher.

Sonnensegel

sind Windfänger

Wer statt auf Sonnenschirme auf ein Sonnensegel setzt, muss insbesondere die Verankerungspunkte im Blick haben. Je größer so ein Segel ist, desto mehr Windlast kann es aufnehmen. Reißt es ab, kann es zu Personen- und Sachschäden kommen. Insbesondere die Verankerung an öffentlichem Eigentum wie Straßenlaternen oder Schildern sollte vermieden werden.

Eine Alternative zum Segel sind Markisen am Gebäude. Diese können windabhängig automatisch gesteuert werden. Sie fahren dann bei zu starkem Wind von selbst ein.

Sichtschutz

für die Gäste

Außengastronomie heißt auch „sehen und gesehen werden“. Wobei auch dies seine Grenzen hat. Wer möchte schon, dass jeder Passant auf den Teller schauen kann? Hier bietet es sich an, den Raum abzugrenzen.

Eine bauliche Maßnahme kann sein, den Boden des Außensitzbereiches anders zu gestalten. Eine Idee ist, dass der Boden durch Terrassendielen etwas erhöht wird. So wird verhindert, dass Passanten die Durchgänge des Sitzbereichs als Gehweg nutzen.

Pflanzen sind

ideale Raumteiler

Eine andere Möglichkeit sind Elemente zur Raumteilung. Erstes Mittel dafür sind Gefäße mit hochwüchsigen Pflanzen, die nach Möglichkeit ganzjahresgrün sein sollten. Bambus ist eine anspruchslose Pflanze, die auch gut durch den Winter kommt. Das gleiche gilt für Buchsbäume. Eine weitere Idee sind Raumteiler, die bepflanzt werden können.

In der Übergangszeit im Herbst oder Frühjahr werden in der Gastronomie – der Grund ist das Rauchverbot im Lokal – Heizstrahler eingesetzt.

Die einfachste Lösung sind Heizpilze, die mit Gas betrieben werden. Allerdings haben einige Städte sie wegen der schlechten Umweltbilanz verboten. Elektrisch betriebene Heizstrahler sind jedoch wahre Stromfresser.


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


  • Flecht- und Schaugebäcke
    Helmut Mühlhäuser

    Flecht- und Schaugebäcke

    Das komplette Repertoire: von einfachen Knoten, Korb- und Gitterflechtungen über zahlreiche Mehrfachstrangzöpfe bis hin zum anspruchsvollen Schaustück.

    mehr...

  • Der neue clevere Bäcker
    Bernd Kütscher

    Der neue clevere Bäcker

    Dieses Buch, das mittlerweile in der 4. und stark erweiterten Neuauflage erscheint, ist ohne Übertreibung zum echten Standardwerk geworden, das in keiner Bäckerei fehlen darf!

    mehr...

  • Snacks
    Werner Kräling | Jürgen Rieber

    Snacks

    Das Spektrum der Snacks ist riesig: Belegte Brötchen, Brote, Sandwiches, Bagels, Seelen, Waffeln, Muffins, Fladenbrote, gebackene Snacks, Panini, Pizza, Strudel, Zwiebelkuchen, Quiches, Flammkuchen und kleine Gerichte.

    mehr...

  • Prüfung und Praxis Bäcker/-in
    Wolfgang Mößner

    Prüfung und Praxis Bäcker/-in

    Über 400 Fragen, sowie ausführliche Antworten und Erläuterungen erleichtern eine optimale Vorbereitung für berufsqualifizierende Prüfungen im Bäckerhandwerk.

    mehr...

Damit die Kaffeespezialität immer gleich schmeckt: Moderne Vollautomaten überwachen automatisch Pulvermenge, Mahlgrad, Kolbendruck, Wassertemperatur und Brühzeit.
Auch interessant

Die klügere Maschine denkt mit

Von Hans Stumpf Kaffeemaschinen sind eine teure Anschaffung. Da könnte man denken, dass sich Bäcker die Anschaffung gut überlegen. Was nicht immer der Fall ist. Denn vielerorts stehen teurere mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel