ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Themenkanal Kassensysteme

Klingelnde Kassen waren gestern

Drüberhalten und fertig: digital bezahlen per NFC. (Quelle: Fotolia/highwaystarz)+
Drüberhalten und fertig: digital bezahlen per NFC. (Quelle: Fotolia/highwaystarz)

Weitere Artikel zu


Schwerpunkt

Mehr Komfort für den Kunden: Bargeldloses Bezahlen in der Bäckerei ist mittlerweile auch wirtschaftlich sinnvoll machbar – und gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Von Hartmut Camphausen

Praktisch ist es schon, das bargeldlose per Karte. Gleichwohl hat es sich gerade in kleineren Ladengeschäften, eben auch der backenden Branche, noch nicht wirklich durchgesetzt. Ein Grund sind die recht hohen Transaktionsgebühren, die die bargeldlose Bezahl-Abwicklung angesichts relativ geringer Zahlbeträge wirtschaftlich unattraktiv machen.

Kunden fragen häufiger

nach EC-Terminals

„Im Bereich der bargeldlosen Zahlungsvorgänge hinken wir im internationalen Vergleich hinter Ländern wie den USA deutlich hinterher, besonders beim Begleichen kleiner Beträge unter zehn Euro, die eben auch in Bäckereien und Konditoreien der Regelfall sind“, sagt denn auch Sascha Kaierle, Chef bei KMZ-Kassensysteme.

Dennoch, so Kaierle, beobachte er durch Änderungen in der Gesetzeslage gerade in den vergangenen beiden Jahren eine steigende Nachfrage seiner Kunden nach EC-Terminals für ihre Verkaufsstellen.

Plastikgeld bietet

Sicherheitsplus

Kein Wunder, ist doch die Bezahlmöglichkeit per Karte etwa im Supermarkt mittlerweile fest etabliert, was eben auch gewisse Kundenerwartungen weckt. Nicht jeder Verbraucher hat Lust oder Zeit, sich um den im Einkaufsalltag nötigen Bargeldvorrat zu kümmern und mit einer mehr oder minder dicken Geldbörse herumzulaufen.

Da bietet das Plastikgeld eine gewisse Sicherheit: Geht sie verloren, haftet der Inhaber seit Anfang des Jahres mit nurmehr 50 Euro, wenn vor der Sperrung Missbrauch damit getrieben wurde.

Es kann also auch für den Bäcker durchaus interessant sein, seinen Kunden und Gästen eine komfortable Option zum bargeldlosen Bezahlen zu bieten.

Für den Bargeldlos-Bezahlservice braucht es einen Zahlungsverkehrsdienstleister und ein entsprechendes Gerät, das die „elektronische Börse“ auf der Karte des Kunden um den Zahlbetrag erleichtert, wahlweise die Karten- und damit Kontodaten des Kunden einlesen und dessen Bonität gegebenenfalls online verifizieren kann und den Vorgang an den Dienstleister weiterleitet.

Komplett-Pakete

mit aller Technik

Einschlägige Bargeldlos-Bezahllösungen haben Firmen wie Telecash, Ingenico, EVO Payments oder Wirecard zu bieten. Die vermitteln den Datenaustausch zwischen Kartenterminal und Zahlungs-Netzwerk, sammeln Bezahlvorgänge ein und stoßen die Überweisungen oder Lastschriftverfahren an.

Auch Trinkgelder können

bezahlt werden

Bei Bedarf kann der Bäcker bei einschlägigen Anbietern Komplettpakete buchen, das heißt die Transaktionsdienste samt der nötigen Technik in Form von EC-Terminals.

So bietet Ingenico Payment Services Bezahllösungen nebst Gerät für die an, die bargeldlose Zahlungen per Electronic Cash/Girocard, Kreditkarte, Lastschriftverfahren, kontaktlos oder auch Online entgegennehmen – dank eingebauter Trinkgeldfunktion werden auch Trinkgelder für das Café-Personal abgebucht.

Schneller als mit dem üblichen Kartenverfahren funktioniert das kontaktlose Bezahlen, gut geeignet für kleine Zahlbeträge. Hier kommt Nahfeldfunk (NFC) zum Einsatz: Der Kunde hält seine NFC-fähige Karte einfach ans Bezahlterminal, das Einstecken der Karte samt PIN-Eingabe entfällt, und ein Piepser oder ein Lämpchen signalisieren die erfolgreiche Transaktion.

Beträge bis zu 25 Euro können so ohne PIN-Eingabe oder Unterschrift bargeldlos bezahlt werden. Fällt der Bon höher aus, muss die Zahlung jedoch per Pin oder Unterschrift autorisiert werden.

Erst Guthaben

aufladen, dann bezahlen

Karten mit dem „girogo“-Logo, wie sie etwa die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen herausgeben, besitzen einen eingebauten Funkchip, der das kontaktlose Bezahlen aus einem zuvor auf die Karte geladenes Guthaben erlaubt. Der maximale Betrag pro Kontaktlos-Zahlung beträgt hier 20 Euro.

Lesegeräte

mobil und stationär

Richtig handhabbar wird diese elektronische Kleingeldbörse für den Kunden durch die Möglichkeit, sie im Zuge des Bezahlvorgangs am EC-Terminal auch wieder aufzuladen – was in den Frühzeiten dieses Verfahrens gerne vergessen wurde. Bietet das Terminal die Funktion „Laden mit Pin-Eingabe“, kann der Kunde 35 Euro von seinem Konto auf die Karte verschieben.

EC-Kartenleser gibt’s in stationären wie in mobilen Ausführungen, Kartendaten können aus dem Magnetstreifen oder Chip der Karte ausgelesen oder per Nahfeld-Funk (NFC) von der Karte ans Lesegerät übermittelt werden. Dabei eröffnet der Nahfunk ganz neue Möglichkeiten: Schließlich sind nicht nur Kredit- und Debitkarten, sondern auch mobile Endgeräte wie etwa Smartphones häufig NFC-fähig, so dass der Gast seine Kontokarte ins Smartphone verlagern kann – vorausgesetzt, er hat eine entsprechende App installiert.

Klassiker mit

Zusatzfunktionen

Für den Betrieb am Kassenplatz sind stationäre Geräte gedacht, fest oder drehbar montiert oder per Spiralkabel an die Kasse angeschlossen, um das Gerät flexibler handhaben zu können. In diese Gattung fällt das NFC- und LAN-fähige Verifone H5000, Nachfolger des Artema Hybrid aus gleichem Hause.

Das Gerät kommt mit einem hochauflösenden Touchscreen-Farbdisplay, Belegdrucker und einem Hybridkartenleser für Magnet- und Chipkarten, beherrscht auch kontaktloses Bezahlen per NFC und kommuniziert mit seinem Geräte-Umfeld per USB, per LAN oder über eine serielle Schnittstelle.

Als Zusatzfunktionen stehen Kontowahl und Referenznummerneingabe, dynamische Währungsumrechnung (DCC) zur Verfügung.

470 Gramm

zum Mitnehmen

Um Kartenzahlungen auch kassenfern etwa im Café oder auf der Terrasse entgegennehmen zu können, empfiehlt sich ein mobiles Terminal. Diese Geräte sind kleiner und leichter als ihre stationären Kollegen und lassen sich recht komfortabel etwa in einer Gürteltasche durchs Café bewegen.

So kommt etwa das VX 680 von Verifone in handlichem Design und ist mit 470 Gramm deutlich leichter als die stationäre Ausführung.

In Varianten für GPRS oder WLAN erhältlich, kommt das Terminal mit einem farbigen 3,5-Zoll-Touchdisplay, mit NFC-, Magnetstreifen- und Chipleser und druckt Zahlbelege mit einem eingebauten Thermodrucker.

Hinterleuchtete Tasten erleichtern die Pin-Eingabe bei schlechten Lichtverhältnissen. Optional verfügbar sind Schnittstellenadapter für serielle und USB-Verbindungen, und mit der Kasse kann das Gerät per ZVT- und O.P.I-Protokoll kommunizieren.

Das Smartphone

als Kartenterminal

Wer EC- und Kreditkartenzahlungen mit Smartphone oder Tablet akzeptieren möchte, wird bei SumUp fündig. Die britische Firma hat mit ihrem SumUp Air einen schicken und recht preiswerten Kartenleser im Programm, der iOS- und Android-basierte Endgeräte um Funktionalitäten eines Kartenterminals erweitert.

Verkaufte Produkte und erfasste Artikeldaten werden per Fingertipp in kürzester Zeit in die Kasse und die vernetzte Software eingegeben.
Auch interessant

Mit der Kasse den Verkauf organisieren

Von Hans Stumpf Die Retourenquote ist für mich eine wichtige Kennzahl der wirtschaftlichen Betriebssteuerung“, sagt Bäckermeister Andreas Hiltner aus dem oberpfälzischen Amberg. Der Chef einer mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel