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Hinsetzen, wohlfühlen, wiederkommen

Außen- und Innenbereiche sollen eine harmonische Einheit bilden: Unterschiedliche Sitzgelegenheiten und dekorative Elemente fördern den Wohlfühlfaktor der Gäste. (Quelle: Aichinger)+
Außen- und Innenbereiche sollen eine harmonische Einheit bilden: Unterschiedliche Sitzgelegenheiten und dekorative Elemente fördern den Wohlfühlfaktor der Gäste. (Quelle: Aichinger)

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Experten sagen, welche aktuellen Entwicklungen bei gastronomischen Einrichtungskonzepten eine Rolle spielen, was Pflicht ist und wo gespart werden kann.

im klassischen Look, rustikal, cool oder retro? Bilder, Stellwände und Pflanzen? Bei der eines gastronomischen Bereichs ist viel zu bedenken. Was liegt im Trend, was passt zu meinem Ladenkonzept, zum Firmen-Design? Welche Zielgruppe möchte ich erreichen?

„Das Gesamtkonzept muss passen“, sagt Frank Schmitz von Korte-Einrichtungen. Nur schön reiche nicht, es müsse funktionell sein – in Bezug auf die Abläufe, den Auf- und Abbau. Für das Personal durch abgesenkte Theken. Funktionell müssten auch die Wege für Personal und Kunden sein.

Was in Zukunft eine größere Rolle spielen werde, sei Barrierefreiheit, meint Schmitz. Ältere Menschen mit Rollstuhl oder Rollator und Mütter mit Kinderwagen sind wichtige Kundengruppen. Tische mit Mittelsäulen ermöglichten eine größere Bewegungsfreiheit.

Außenflächen

gewinnen an Bedeutung

Und ein weiterer Trend: „Gastronomen müssen sich einstellen auf Hitzeperioden wie 2018. Überhaupt wird man flexibler sein und die Außenfläche länger bespielen. Sonnenschutz, Windschutz und Heizstrahler gehören zur Ausstattung dazu.“

Die Basis der Einrichtung bildet die . Für den Außenbereich sind witterungsbeständige Möbel erforderlich, die weder unter Regen leiden noch durch die Sonne ausbleichen.

Stapelbarkeit der Außen-Stühle ist wichtig, um die Möbel platzsparend lagern zu können. „Auch Geschirrrückgaben und Servicestationen – außen als mobile Ausführung – gehören zur Grundausstattung“, sagt Sebastian Holzberger von Aichinger.

Das bargeldlose Bezahlen durch Google- oder Apple-Pay werde immer wichtiger und müsse in das Shop Konzept durch SB-Bereiche mit SB-Bezahlautomaten mit eingebracht werden. „Die Digitalisierung hält auch in den Gastronomiebereichen Einzug“, sagt Eugen Bullach, Leiter Vertrieb und Marketing bei Berner.

Bewegte Bilder auf TV-Bildschirmen lösten statische Grafiken ab und böten die Chance zur Verwandlung des Ladens. Auch leicht zugängliche USB-Ladestationen seien heute ein Muss.

Gäste mögen es

großzügig

Bei der Entscheidung für eine Einrichtung steht stets das Wohlfühlen des Gastes im Mittelpunkt. Je nach Zielgruppe und Einsatzbereich kann die Bestuhlung „trendy“, klassisch oder individuell sein. „Wichtig ist in diesem Zusammenhang eine gewisse Großzügigkeit. Man sollte nicht beim Hinsetzen oder Aufstehen das Gefühl haben, den Nachbarn zu behindern“, sagt Prof. Reinhard Grell von der Schnieder Stuhlfabrik.

Stoff löst Kunstleder

immer mehr ab

Vorteilhaft sei es, den verschiedensten Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden, zum Beispiel mit hohen Sitzgelegenheiten mit Barhockern und Tresen, einem Lounge-Bereich, Sitzgruppen mit normalem Sitzniveau, und auch Möbel für Kinder gehörten zu einer gastfreundlichen Möblierung.

Auch Materialien sind ein wichtiger Wohlfühlfaktor. „Der Einsatz von Stoffen statt Kunstleder hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr etabliert. Sitzkissen und dekorative Elemente runden das Ganze ab und machen den Raum zu einer Wohlfühloase“, sagt Eugen Bullach. Ein Tipp der Terrassenprofis: Licht lockt Leute! In den Abendstunden seien schöne Lichtquellen ein wichtiger Bestandteil des Ambientes.

Offene Flammen

schaffen Gemütlichkeit

„Kerzen und offene Flammen – Fackeln und Feuerkörbe – erzeugen eine gemütliche Atmosphäre. Und auch ein ausgeklügeltes Lichtmanagement mit Kerzen und elektrischer Beleuchtung trägt zum Wohlfühlen bei.“

Sollten der Innen- und der Außenbereich im selben Stil eingerichtet werden? Frank Schmitz meint: „Außen und innen müssen nicht gleich sein. Es kann drinnen ein klassisches Café sein und außen moderner, frecher, mit Signalfarben. Man kann unterschiedliche Zielgruppen bedienen.“

Eugen Bullach empfiehlt, ein einheitliches Gestaltungskonzept zu wählen und das Storytelling auch in den Außenbereich zu tragen. „Gastronomische Außenbereiche werden oft vernachlässigt und lieblos gestaltet. Dabei ist es häufig der erste Eindruck, den der Kunde von dem Laden gewinnt. Deshalb sollte die Ladengestaltung bereits mit dem Außenbereich beginnen“, sagt der Vertriebs- und Marketingleiter.

Wo können Betriebe

sparen, wo nicht?

Miriam Siegfried von Bfm Ladenbau hält beide Varianten für möglich, empfiehlt jedoch „bei einem stimmigen, klaren Konzept eine durchgängige Gestaltung, bei der Teilaspekte der Außengestaltung sich innen wiederfinden oder bei der das Design des Innenraumes im Außenbereich wieder aufgegriffen wird.“

Hersteller von Möbeln und Zubehör auf dem Gebiet der Gastronomie bieten eine große Bandbreite an Produkten in unterschiedlichen Ausführungen und Qualitäten. Die (Preis-) Grenze nach oben ist offen. Wo lässt sich sparen, wo nicht?

Qualität der Technik

ist nicht verhandelbar

Sebastian Holzberger sagt: „Sparen kann man immer zuerst an den eingesetzten Materialien, zum Beispiel bei den Möbeln Echtholz oder Dekorausführung wählen, Kunstleder oder Lederbezüge, Arbeitsplatte in Granit oder eine Dekorplatte.“

Designmöbel und Designer-Leuchten müssten nicht sein, man könne auch vergleichbare preisgünstigere Katalogware wählen. „Wo man nicht sparen kann oder darf ist die technische Ausstattung der Möbel. Damit die Funktion der Theke, die Arbeitsabläufe der Bedienung, die Präsentation und Qualität der Ware gewährleistet sind.“

„Sicher nicht sparen sollte man an der Atmosphäre des Raumes“, sagt Eugen Bullach. „Dazu zählen Wandgestaltungen, dekorative Elementen wie Lichtobjekte – Elemente, die dem Raum das gewisse Etwas verleihen und von anderen Gastronomiebetrieben abheben.“

Weniger Deko

ist mehr

„Zu den Trends des neuen Jahres gehört unter anderem die Aufteilung von Sitzbereichen durch Möblierung, Beleuchtung, Boden- und Deckengestaltung, die Räume optisch in verschiedene Zonen unterteilen“, ergänzt Miriam Siegfried.

„Im Materialbereich sind samtige Stoffe, helle Hölzer und Applikationen in Messing im Trend“, sagt Eugen Bullach. Insgesamt gehe der Trend weg von der hohen Dekorationslastigkeit der vergangenen Jahre hin zu einer leicht reduzierteren Gestaltung.

Prof. Reinhard Grell: „Der Industrie- und Werkstatt-Stil mit Kombinationen aus rohem Eisen, gebürstetem Holz und derbem Leder hält sich schon lange, weil er ursprünglich wirkt und sich aufgrund der minimalistischen Aussage gut dekorieren lässt.“

„Die neuen Gastronomiestühle für den Innenbereich zeigen weibliche Rundungen sowie Retro-Formen, die an die 1960er und -70er-Jahre erinnern. Geschwungene Lehnen und Sitzformen zeigen Stil, behagliche Polster laden den Gast zum Verweilen ein“, meint ABC Worldwide.

Passend dazu erlebten Veloursstoffe ein Revival. „Während optisch alle möglichen Formen, Materialien und Modelle bunt gemixt werden, werden sie doch wieder durch die samtige Haptik des Polsterstoffs vereint.“

Die Farbvielfalt reicht von Safran über Weinrot, Braun und Petrol bis zu zarten Rosé-Tönen. Im Outdoor-Bereich werden die Möbel 2019 eleganter. Waren zuletzt Geflechtmöbel angesagt, gibt es neue Trendsetter-Materialien: Streckmetall und Polypropylen, dazu unempfindliche Tische mit Designplatten aus Resistalit und Resistalit Compact.

Sonnenschirm als

Allwetterschutzsystem

Sonnenschirme sind Werbeträger, Farbakzent, Designobjekt und Blickfang, aber in erster Linie ein wichtiger Wohlfühlfaktor, wenn die Sonne scheint. Die Zeiten, als ein Sonnenschirm nur aus Ständer, Stoffschirm und eventuell einer Handkurbel bestand, sind lange vorbei.

Ein moderner Gastronomie-Sonnenschirm, wie ihn Bahama in verschiedenen Ausführungen anbietet, ist ein „High-Tech-Allwetterschutzsystem“ mit integriertem Infrarot-Heizstrahler, WLan, Lautsprechern und LED-Beleuchtung.

Am Schirm montierte ausrollbare Seitenwände spenden seitlichen Schutz vor Wind und Regen. Die Schirme sind wasserdicht und windstabil – je nach Modell für orkanartige Stürme.

62 Standardgrößen und mehr als 1000 Sondergrößen bietet die Firma Glatz Sonnenschirme – auf Wunsch auch mit Heizstrahlern und Motor. Auch Ausführungen zum Anschluss an Haussteuerungen gehören zum Programm.

Mit Licht und gestaltenden Elementen wird Warendruck erzeugt.
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