ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Themenkanal Ladenbau & Einrichtung

Handwerk bodenständig inszenieren

Mit Licht und gestaltenden Elementen wird Warendruck erzeugt. (Quelle: Unternehmen)+
Mit Licht und gestaltenden Elementen wird Warendruck erzeugt. (Quelle: Unternehmen)

Weitere Artikel zu


Schwerpunkt

Modular aufgebaute Brotregale und innovative Thekenkonzepte stellen Backwaren und Snackgeschäft in den Mittelpunkt

Von Werner Kräling

Die Messestände der Ladenbauer auf der Südback zeigten Trends auf, auch wenn jeder Ladenbauer stets beteuert, dass die keine Rolle spielen: Immer besser ausgeleuchtete Gebäck- und Tortentheken, Innovationen bei der Snackpräsentation oder variabel konzipierte Brotregale und digitale LED-Bildschirme mit vielseitigen Funktionen.

Und gleich einige Gemeinsamkeiten fielen an den Ständen auf: Nicht nur, dass bei der Materialwahl nach wie vor Massivholz, Stein, Metalle und Naturmaterialien dominieren, auch beim Ambiente geben der Vintage-Stil und Anleihen beim Industrielook sowie Retro und „shabby-chic“-Elemente weiterhin den Ton an. Sehr auffällig ist auch die bei fast allen Ladenbauern stets schwarz gehaltene Rückfront hinter dem Brotregal, während das Regal aus Massivholz ebenfalls durch einen schwarz lackierten Metallrahmen gehalten wird.

Schwarze Rückfront lenkt

das Auge des Betrachters

Holger Merge von der Konzeptwerkstatt Merge hat dafür eine einfache Erklärung parat: „Durch eine schwarze Rückfront lässt sich das Brot am Besten in den Vordergrund rücken, attraktiv inszenieren und das Auge des Betrachters wird auf das Wesentliche gelenkt – die Backwaren.“

Durch ein variables Stecksystem mit Holzstäben (helle Buche) kann das Brotregal an verschiedene Brotformen in der Präsentation angepasst werden und auch im Tagesverlauf mit wechselnder Präsentation ein verkaufsfördernder Warendruck aufrechterhalten werden.

Das Brotregal und auch andere Elemente sind bereits in der realisiert. Dazu zählt auch die ausgefallene Idee, den Teig und seine geschmacksfördernde Reife für die Kunden erlebbar zu machen: Im so genannten Teighumidor, einer großen, mannshohen Glasvitrine, wurde in hölzernen Teigwannen eine Vielzahl von Vor- und Sauerteigen und Gärkörbchen bei der Teigreife gezeigt.

Auch Schrutka-Peukert zeigte auf der Messe ein variables Stecksystem beim Brotregal mit Eichenrosten. Dabei präsentiert die oberste Etage die Brote fast senkrecht stehend, die weiteren Felder sind in der Neigungshöhe zwischen 15 bis 30 Grad in 5-Gradschritten verstellbar. So lässt sich eine sortenspezifische Darbietung erreichen. Das Ziel bei Brotregalen soll sein, Brot auf großer Fläche – durch das Zeigen seiner gesamten Oberfläche – zu präsentieren.

Die mit dem Südback Trend Award ausgezeichnete Theke Sensus von Schweitzer verfügt über eine multifunktionale Kippfront aus Glas, die sich sensorgesteuert nach vorn kippen lässt, um sie praktischer zu bestücken oder reinigen zu können. Ähnliche Konstruktionen haben auch Einrichter wie Schrutka-Peukert oder AHA .

Am Stand von AHA360° konnte man gleich einige Neuheiten und Konzepte entdecken: Zwei unterschiedliche Methoden der Brotpräsentation, neuste Digitaltechnik bei den Bildschirmen, ausgefallenes Lampendesign oder ein trendiges Kaffeekonzept: Der Vormarsch des Filterkaffees wurde live zelebriert, im Rückraum sorgten große Bohnenbehälter aus Kupfer für handwerkliches Ambiente und demonstrierten Kompetenz der besonderen Art.

Und wer sich den Kaffee im Sitzbereich auf den gepolsterten Bänken schmecken ließ, konnte die übergroß dimensionierten, durchsichtigen Lampen in Birnenform bestaunen. Sie sind mit modernster LED-Technik ausgestattet, für die AHA einen eigenen Unternehmensbereich etabliert hat.

Ähnliche Glaslampen, ebenfalls in übergroßer Birnenform, zogen die Blicke auch am Stand von Aichinger auf sich. So wie das extrem in die Höhe gebaute Brotregal oder die Tortentheke, die in Kreisform als Freestander den attraktiven Mittelpunkt eines Cafés bilden kann.

Für die Bedienung des nach wie vor steigenden Außer-Verzehrs gab es auf der Südback bei der Snack- und der immer wichtiger werdenden Getränkepräsentation sehr unterschiedliche Konzepte sowie Theken- und Vitrinen-Modelle zu vergleichen.

Vielseitige Snack-Theken

und Vitrinen

Am Stand von BFM Ladenbau erlebten Besucher den Flair einer Street Food-Präsentation in der Snack-Theke: nicht akkurat und einzeln angeordnet, sondern ein bunter Mix, der Warendruck wie auf einem orientalischen Basar erzeugt. Im Kontrast dazu: Salate, Joghurtbecher und Smoothies in Reih und Glied vor schwarzer Rückwand aufgestellt – stets im gleichen Abstand und mit der passenden Lichtfarbe perfekt in Szene gesetzt.

Dabei sehr gelungen: Die zentrale Getränkepräsentation, bei der auch gleich das Getränkesortiment den Charme des Besonderen auszeichnete. Getreu dem Motto: „Immer besonders, nie gewöhnlich.“ Auch Holger Merge betont die Chance des Bäckerhandwerks, sich mit der Weiterentwicklung des Snacksortiments und mit einem gezielt zusammengestellten Getränkeangebot am Markt zu unterscheiden.

Digitalisierung deutlich

auf dem Vormarsch

Der digitale Bildschirm löst die von Hand beschriebene Schiefertafel sicher nicht ganz ab, aber er bietet – anders als die Schiefertafel – über die bloße Angebotspräsentation hinaus viele weitere Möglichkeiten: „Wir haben das Brotregal komplett mit einer Bildschirmfläche in L-Form eingerahmt, so dass hier wechselnde Bilder und Filme oder auch ganzflächig Farben oder Motive gezeigt werden können“, erklärt Mario Herbst von Schrutka-Peukert.

Filialenmanagement wird

über ein System gesteuert

Unter dem Schlagwort Digitalisierung sind weit mehr Anwendungen zusammengefasst: Das Filialmanagement-System „LiveTool“ von AHA unterstützt die Steuerung von Verkaufspersonal, Produktangebot und Warenwirtschaft in Kombination mit Ladenkasse und Öfen. Es gibt auch Aufschluss über Besuchsfrequenzen, Kundenstruktur und sogar das Wetter – und ermöglicht, direkt zu reagieren.

Schmees Ladenbau zeigte per großflächiger 3-D-Visualisierung, wie das handwerkliche Arbeiten in der Backstube für die Kunden im Laden unmittelbar erlebbar wird: Die Transparenz schafft Vertrauen.

Virtuelle Welten –

die Backstube im Laden

„Wand und Licht sind die wichtigsten Stimmungsmacher im Laden“, sagt Norbert Schmees. Der Phantasie sind bei der neuen virtuellen Wandgestaltung keine Grenzen gesetzt: „Der Bäcker entscheidet, wie er sich präsentieren will, welche Bilder oder Filme er zeigen möchte oder welche Stimmungen durch die Projektionsfläche erzeugt werden sollen.“ Die virtuellen Welten werden somit zum flexiblen Einrichtungs-Element der Ladengestaltung.

Der Laden von Michael Otto nach dem Umbau mit neuer Theke, neuer Beleuchtung und dem ebenfalls neu gestalteten Cafébereich.
Auch interessant

Die Kunst, Produkte in Szene zu setzen

Von Hans Stumpf Wir wollten frischen Wind in das Geschäft bringen“, sagt Konditormeister Michael Otto aus Zella-Mehlis in Thüringen. Im vergangenen Jahr hat er seinen Laden umgebaut und wohl mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel