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Die moderne Maschine denkt mit

Im Dauerbetrieb einen gleichmäßigen und stabilen Milchschaum erzeugen: Leistungsfähige Vollautomaten garantieren über Stunden erstklassige Kaffeespezialitäten. (Quelle: Hersteller)+
Im Dauerbetrieb einen gleichmäßigen und stabilen Milchschaum erzeugen: Leistungsfähige Vollautomaten garantieren über Stunden erstklassige Kaffeespezialitäten. (Quelle: Hersteller)

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Hersteller versprechen bessere Qualität der Kaffeeprodukte und einfacheres Management der Technik, die den Barista überflüssig machen soll.

Von Silke Liebig-Braunholz

Das wird immer mehr zum Umsatzgaranten und ist Lockvogel für attraktive Zusatzangebote in Bäckereien.

Mit dem entsprechenden Know-How lässt sich das Angebot stetig perfektionieren; mit immer intelligenteren Maschinensystemen sogar noch weiter differenzieren.

Die Stellschrauben für den ultimativen Kaffeegenuss liegen zwar in der Qualität der Kaffeebohnen, der möglichst pH-neutralen Wasserzufuhr, der kompromisslosen Funktionalität der Kaffeemaschinen und in dem sie bedienenden Faktor Mensch. Doch das Zusammenspiel der vier Faktoren wird zunehmend durch automatisierte Prozesse innerhalb der Kaffeemaschinen übernommen.

Ersatz für den

in der Bäckerei

WMF hat eine dieser Maschinen auf der Internorga in Hamburg vorgestellt und erklärt vollmundig: „Unser Espresso-Vollautomat ersetzt den Barista in der Bäckerei“, sagt Frank Mailänder von der Rösterbetreuung Kaffeemaschinen. Die Vize-Präsidentin für das internationale Marketing, Viola Linke, ergänzt: „Viele unserer Bäckerkunden, die den Erlebnisfaktor und das Barista-Gefühl betonen möchten, nutzen dieses Siebträgerkonzept.“

Technologien

zur Überwachung

Hinter dem Begriff Telemetrie (Fernmessung) verbirgt sich auch bei Kaffeemaschinen der fortschreitende Überwachungsprozess.

WMF hat diese Kontrolltechnologie beispielsweise in der neuen 9000 S+ integriert und damit eine zentrale Service- und Analyse-Plattform geschaffen, die den Betrieb der Kaffeemaschine in Sachen Service, Einkauf und Verkauf noch effizienter gestalten soll.

Die Technologie erlaubt zum einen, unterschiedlichste Maschinendaten wie etwa proaktive Service- oder Statusmeldungen standortübergreifend zu sammeln und im Sinne optimaler Abläufe im Bestandsmanagement sowie der Serviceplanung zu analysieren.

Hinzu kommen Leistungsdaten nach dem Lieblingsgetränk der Kunden, welches sie zu welcher Uhrzeit, welchem Preis und an welchem Ort bestellt haben, die sich nunmehr auf Knopfdruck beantworten lassen.

Die gleiche Technologie verwendet auch das neue Kaffeesystem Barista One von Hersteller Cup&Cino, das einerseits alle Eigenschaften eines Premium-Halbautomaten und eines leistungsstarken Vollautomaten vereint sowie gleichzeitig die Telemetrie-Technologie nutzt.

Weltweite

Vernetzung

Einmal pro Monat fragt der Hersteller alle Kaffeesysteme, die er weltweit im Einsatz hat, in der Zentrale ab und ermittelt so beispielsweise seine Positions-Statistik, um die Kunden rechtzeitig mit frischen Bohnen beliefern zu können.

Für Friedhelm Neumeier, Key Account bei HoReCa, geht die Entwicklung im Markt der Kaffeemaschinen auch deshalb immer mehr hin zu selbsterklärenden Abläufen, die sogar die Reinigungsprozesse einbindet: „Eine vollautomatische Reinigung ist neben dem Design häufig der wichtigste Faktor bei der Kaufentscheidung einer neuen Kaffeemaschine“, erklärt er.

Flexibilität beim

Brühverfahren

Die neuen Einstellmöglichkeiten ermöglichen zudem Flexibilität bei der Festlegung des optimalen Brühverfahrens. „Die passende Brühtechnologie und flexible Einstellmöglichkeiten entscheiden über den Kaffeegenuss“, sagt Stefan Göring, Geschäftsführer von Macchiavalley. Das Unternehmen bietet in seinem Kaffeevollautomaten Nevis die Möglichkeit, die Extraktionstemperatur zwischen 81 und 93 Grad Celsius anzupassen.

Mahlwerke

aus Keramik

Auch Hersteller Jura hat einen Puls-Extraktionsprozess für seine Kaffeemaschinen entwickelt, durch die sich das Kaffeearoma bei Espresso- und Ristretto-Getränken noch besser entfalten soll.

Letztendlich gelinge dies erst durch das Zusammenspiel von Brühgruppe und Mahlwerk, Filter und Durchlauferhitzer. Deshalb verwende das Unternehmen mittlerweile auch Keramik in seinen Mahlwerken, wie Wiebke Reineke, Leiterin Verkaufsförderung und PR erklärt.

Treue zur Bohne

soll Qualität steigern

WMF verwendet Stahlscheiben und hat neue Hochleistungsmühlen in den Kaffeemaschinen integriert, mit denen sich der Mahlgrad elektrisch verstellen lässt. Zudem empfehlen Mailänder und Linke, stets die selben Kaffeebohnen zu verwenden und lieber auf mehrere Mahlwerke innerhalb einer Kaffeemaschine zu setzen.

Schärf-Kaffeemaschinen funktionieren nach einer eigenen Kolben-Zylinder-Technologie und damit auch völlig eigenen Extraktionsmethode. All diese Feinheiten werden per Knopfdruck und raffinierten App-Lösungen eingestellt.

Das Schweizer Unternehmen Schaerer arbeitet an neuen digitalen Lösungen, die optimal in die technologische Struktur der Kaffeemaschinen eingebettet werden. Mit der Smartphone-App coffeeMYsation lassen sich beispielsweise Kaffeegetränke und deren Geschmacksprofile konfigurieren sowie per Tipp auf das Smartphone zubereiten.

angaben, Allergenkennzeichnungen oder Werbeangeboten.

Überwachung

aus der Ferne

Kaffeemaschinenhersteller Franke spricht in seinen Technologielösungen auch vom Internet der Dinge und meint die moderne Anbindung von Geräten an die Datennetze.

Die Möglichkeit, Betriebs- und Prozessdaten einer Kaffeemaschine aus der Ferne einzusehen und zu überwachen, bringe Kundengruppen wie Bäckereiketten oder Röstern ungeahnte Möglichkeiten. Auf einem übersichtlichen Dashboard könne der Anwender die gesamte Kaffeewelt via Web überblicken.

Optimierung

des Warenflusses

In Echtzeit würden Verkaufszahlen abgerufen, könnten gezielt Verkaufsförderungsmaßnahmen oder Preisanpassungen vorgenommen sowie die Sauberkeit und Hygiene zur Qualitätskontrolle überwacht werden.

Laut Marketingmanagerin Katharina Gersch könnten vor allem Betreiber mehrerer Standorte durch die gesammelten Verbrauchsdaten ihren Warenfluss optimieren.

Gersch: „Stellt ein Röster einem Kunden eine Kaffeemaschine zur Verfügung, möchte er, dass dieser ausschließlich seine Bohnen verwendet.“ Über einen Strichcode auf der Verpackung stelle er sicher, dass nur nach erfolgtem Scan seiner Bohnen die Kaffeemaschine arbeitet.

Verbraucher wollen

fasziniert werden

Zudem nimmt der Verbraucher immer mehr wahr, ob Angebote differenziert genug sind. Guter Kaffee ist zu einem Publikumsmagneten geworden.

Die Verbraucher trinken nicht mehr nur „to go“, sondern wollen sich auch von Kaffeemaschinen-Modellen und deren Spezialitäten begeistern lassen.

Wiederkehr

des Filterkaffees

Dazu gehört auch das Comeback des Filterkaffees, der wieder angesagt ist und beispielsweise Meister Kaffee zur Entwicklung der neuen Filterkaffeemaschine Gold Bean oder Melitta zur Cafina XT180 animiert hat. Letztere lässt sich auch digital steuern.

Bei angenehmen Wetterbedingungen wollen die meisten Gäste im Freien sitzen. Damit sie dies genießen können, muss die Bäckerei ein Konzept erarbeiten, das von der Bequemlichkeit bis zum Wetterschutz alles beinhaltet.
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