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Der Verkaufstresen darf nicht zu hoch sein, sonst wirkt er als Barriere zwischen Kunden und Verkäufern. (Quelle: Archiv/Kauffmann)+
Der Verkaufstresen darf nicht zu hoch sein, sonst wirkt er als Barriere zwischen Kunden und Verkäufern. (Quelle: Archiv/Kauffmann)

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Das ideale Verkaufsfahrzeug ist komfortabel ausgestattet, leicht zu reinigen und hält sich beim Spritverbrauch dezent zurück

Von Dorothee Hoenig

Die Verkaufswagen der Bäckerei Görlitz in Neu Kaliß sind von Dienstag bis Samstag auf Tour. Viele ihrer Kunden in der dünn besiedelten Region im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns sind auf den Service der Bäckerei angewiesen.

Der nächste Supermarkt ist weit entfernt und für viele mangels Auto schwer zu erreichen. Deshalb liefert die Bäckerei Görlitz auch ein breites Sortiment über die Backwaren hinaus: von Milchprodukten über Süßigkeiten und Wurstwaren bis hin zu Zeitschriften.

60 Stopps bedürfen

exakter Planung

Pro Tag legen die Mitarbeiterinnen 80 km auf ihren Touren zurück. 60 Stopps stehen auf dem „Fahrplan“. Alles ist gut organisiert. „Das ist wichtig für die Kundenbindung und für den Betriebsablauf.“ Die Fahrzeuge sind komfortabel eingerichtet.

Komfort motiviert

Mitarbeiterinnen

Denn für einen guten Umsatz bekommen die Fahrerinnen – zusätzlich zu einem festen Gehalt und einer Umsatzbeteiligung – ein „Bonbon“ für „ihr“ Auto: Radio, Sitzheizung, Telefon – ganz nach Wunsch. „Die drei Damen sind fleißig und erfolgreich. Sie haben sich die luxuriöse Ausstattung ihres Fahrzeuges verdient“, sagt Roland Görlitz.

Hersteller verzeichnen seit einigen Jahren einen starken Trend in Richtung Komfort. Bei Fiat beispielsweise werden immer häufiger eine Klimaautomatik, Navigation oder Bedienungsmöglichkeiten am Lenkrad geordert. Ein moderner und komfortabler Arbeitsplatz – dazu gehört auch ein ergonomischer Fahrersitz.

Eine Klimaanlage sorgt im Sommer dafür, entspannt beim nächsten Kunden vorzufahren. Im Winter schafft eine Sitzheizung Abhilfe gegen die Kälte. Vermeintlich überflüssige Features wie Soundsystem oder USB-Ladestationen für Handys werden auch zum Beispiel bei verstärkt bestellt.

„Handelt es sich hauptsächlich um einen Tourenverkauf, so ist eine komfortable Ausstattung des Grundfahrzeugs durchaus gewünscht“, teilt die Firma mit.

Fahrzeugaufbau

beeinflusst Verkaufserfolg

Vorteilhaft sei ein Durchgang vom Basisfahrzeug zum Verkaufsabteil und eine von innen elektrisch zu öffnende Verkaufsklappe.

Im Verkaufsaufbau kann eine gehobene Ausstattung den Verkaufserfolg direkt beeinflussen. So wird zum Beispiel die Ware durch eine moderne und leistungsfähige LED-Beleuchtung besser präsentiert. Eine Standheizung beugt bei kalten Temperaturen dem Auskühlen der Ware vor.

Eine große Wirkung bei Verkaufsfahrzeugen hat der Einsatz eines Tiefrahmenfahrgestells bei Verkaufsmobilen. AL-KO empfiehlt Tiefrahmen mit einer Absenkung von bis zu 220 Millimetern. Das bringt den Kunden in die Augenhöhe des Verkäufers.

Für Verkaufsanhänger bietet Seico sogar eine komplette Absenkung des Fahrgestells an. Das ermöglicht Kunden einen deutlich besseren Einblick in die Theke und so eine optimale Warenpräsentation.

Und auch im Verkaufsbereich bieten Hersteller Komponenten, die dem Verkaufsmitarbeiter seine Arbeit erleichtern: Angefangen von ergonomischen Arbeitsflächenhöhen über verschiedenste Heiz- und Klimasysteme wie eine Thekenkantenheizung bis hin zu besonders einfach zu reinigenden Innenausbauten.

Rahmenlose Scheiben

zur leichten Reinigung

Besonderen Fokus legen Hersteller auf leichte Reinigung, gute Zugänglichkeit zur Ware und ansprechende Warenpräsentation. Fischer bietet hier zahlreiche Features an, wie eine nach oben aufklappbare Verkaufskühltheke, die einfachen Zugang zum Unterbau ermöglicht, oder rahmenlose Thekenscheiben, die leicht zu reinigen sind.

Theken, Kühltheken und Regale sollten flexibel nutzbar, ansprechend gestaltet und nicht zuletzt gut ausgeleuchtet sein. Über eine integrierte Kühltheke kann ein Zusatzgeschäft mit höherwertigen Produkten und höheren Spannen erzielt werden.

Wendigkeit fürs

schnelle Geschäft

Gekühlte Snacks wie Bagels, Sandwiches oder sogar Salate bieten dem Bäcker „neue“ Verdienstmöglichkeiten und erschließen weitere Kundengruppen. Für das schnelle Geschäft vor Schulen oder beim Frühstücksservice hat den Mercedes Citan als wendiges ausgebaut.

Bäckermeister Andreas Klug aus Gadebusch hat für die Familienbäckerei vor fünf Jahren einen Renault Diesel mit einem Aufbau von Borco Höhns angeschafft. Drei Tage in der Woche fährt das Verkaufsfahrzeug über Land, an zwei Tagen steht es auf Märkten.

Die Doppelnutzung ist problematisch: „Der Wagen ist eher für Landfahrten geeignet. Für den Markt ist der Tresen eigentlich zu hoch. Einige ältere Kunden können den Tresen nicht überblicken“, sagt Klug.

Hygiene bleibt

Problembereich

Den Frischwassertank keimfrei zu halten, sei allerdings schwierig. Da würde er sich eine Lösung wünschen. Wichtig in puncto Hygiene sei es, Backwaren nicht warm einzuladen: „Wir lassen die Backwaren vor dem Beladen auskühlen. Sonst haben wir eine Tropfsteinhöhle, und die führt zu Schimmelbildung in den kälteren Ecken.“

Hygiene ist eine Detailsache. Für eine leichte und zeitsparende Reinigung des Verkaufsaufbaus verwendet Seico einen holzfreien Fußbodenaufbau mit einem reinigungsfreundlichen Fußbodenbelag.

Individuelle

Kühlsysteme

Die Innenwände sind zur leichten Reinigung glatt ausgeführt und sämtliche Fugen mit Silikonnähten versehen. Die Backwarentheke ist zwecks leichten Ausfegens zum Gang hin offen.

Neben dem Hygienepaket mit Kalt- und Warmwasserversorgung, Doppelwaschbecken, den Kanistern für Frisch- und Abwasser, den Spendern für Handreinigungsmittel und dem Knieschalter bieten Fischer-Verkaufsfahrzeuge Kühlsysteme, die auf die Bedürfnisse des Betreibers zugeschnitten sind.

So können Kuchen und sonstige leicht verderbliche Waren in Sichtkühlschränken oder in einem Verkaufskühltheke-Abteil ausreichend kühl präsentiert werden.

Spritverbrauch

ganz wichtiger Faktor

Arbeitsgegenstände wie Messer oder ähnliches können in speziellen Sterilisatoren desinfiziert werden, die durch UV-Licht mit wenig Energiebedarf betrieben werden können. Der Verkaufsaufbau von Fischer besteht aus vollflächig verklebten Aluminium-Sandwichwänden, die keine Stöße besitzen.

Jahreskilometerleistungen von bis zu 50.000 Kilometern sind für eine Bäckerei keine Seltenheit. Das bedeutet: Sprit sparen, wo möglich. Das beginnt bei der Auswahl von verbrauchsarmen Fahrzeugen und geht weiter über das Fahrverhalten bis zur Wartung des Fahrzeugs.

Spoiler für bessere

Aerodynamik

Auch die Hersteller von Bäckerei-Verkaufsfahrzeugen haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt. So bietet Fischer bei seinen Fahrzeugen ein Fahrerhaus-Hochdach, Verkleidungen und Spoiler an, die die Aerodynamik des Fahrzeugs verbessern sollen.

Einfluss auf den Spritverbrauch haben auch die Bauarten von Verkaufsfahrzeugen. So gibt es auf der einen Seite den kompakten Hochraum-Kastenwagen, der aus einem Stück gefertigt und seitlich mit einer Verkaufsklappe versehen wird.

Kofferaufbau

erhöht Benzinverbrauch

Bei einem Kastenwagen, der bauartbedingt extrem schmal und ohne Überhänge ausgeführt ist, ist der Kraftstoffverbrauch auf Grund des sehr guten cw-Wertes am niedrigsten.

Bei einem Kofferaufbau hingegen ragt der Aufbau seitlich sowie nach oben stark über das Basisfahrzeug hinaus und erhöht den Luftwiderstand und damit den Verbrauch.


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