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Schwarzgeld – Erbe mit Risikofaktor

Stammt ererbtes Geld aus dubiosen Quellen, währt die Freude über den Geldregen nur kurz. (Quelle: Fotolia)+
Stammt ererbtes Geld aus dubiosen Quellen, währt die Freude über den Geldregen nur kurz. (Quelle: Fotolia)

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Wenn zum Nachlass eines Verstorbenen unversteuertes Vermögen gehört, ist der Begünstigte in der Pflicht

Von Franz Brunn und

Anke Warlich

Nach aktuellen Berechnungen werden jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt und verschenkt. Nicht selten gehören unversteuerte Vermögenswerte und damit Schwarzgelder zum Erbvolumen.

Hierzu zählen nicht nur heimliche Gelder auf Auslandskonten und -depots. Auch Ferienimmobilien stehen unter Generalverdacht. Obendrein prüfen Finanzbeamte, ob bereits länger zurückliegende Vermögensübertragungen oder Umfirmierungen zu unversteuerten Einnahmen geführt haben.

Erben haften

für Steuersünden

Wenn Erben den Nachlass nicht ausschlagen, übernehmen sie alle steuerlichen Rechte und Pflichten des Verstorbenen. Sie haften für dessen Steuersünden, in der Regel auch mit ihrem eigenen Vermögen.

Sobald Erben Kenntnis über unversteuertes Vermögen erlangen, müssen sie unverzüglich handeln und die Steuerhinterziehung anzeigen. Sonst machen sie sich mitschuldig und können selbst wegen Steuerhinterziehung belangt werden.

Nur Kontrolle

schafft Übersicht

Schwarzgelder im Nachlass sind nicht immer leicht zu erkennen. Naturgemäß bleiben unversteuerte Vermögenswerte im notariellen Testament gerne unerwähnt.

Klarheit über die Existenz von Schwarzgeld verschafft nur eine eingehende Prüfung. Es ist dringend ratsam, alle Bankunterlagen des Erblassers über den steuerlich relevanten Zeitraum gründlich zu kontrollieren.

Entdecken Erben unversteuertes Vermögen, müssen sie mehrere Punkte beachten und zügig umsetzen. Zum einen müssen sie eine korrekte Erbschaftsteuererklärung abgeben oder eine bereits abgegebene Erklärung korrigieren.

Zum anderen müssen sie die Steuererklärungen für den Erblasser berichtigen – und zwar gleichzeitig mit der Erbschaftsteuererklärung. Sonst droht eine Kontrollmitteilung des zuständigen Finanzamts für die Erbschaftsteuer an das Finanzamt des Erblassers.

Die steuerliche Verjährungsfrist im Falle einer Steuerhinterziehung beträgt zehn Jahre. Sie beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde. Hat der Erblasser seine Steuererklärungen spät oder überhaupt nicht abgegeben, verlängert sich der Zeitraum auf bis zu 13 Jahre.

Selbstanzeige

kann ratsam sein

Obendrein müssen Erben ihre eigenen Steuererklärungen durch eine Berichtigungserklärung korrigieren. Steht der Vorwurf einer Steuerhinterziehung im Raum, ist unter Umständen auch eine Selbstanzeige ratsam. Damit eine strafbefreiende Wirkung eintritt, sollten Betroffene eine Selbstanzeige stets sorgfältig vorbereiten.

Erhöhte Vorsicht ist bei Erbengemeinschaften geboten. Durch die Anzeige nur eines Betroffenen kann es zur Auf-deckung der Tat kommen, was den Miterben eine strafbefreiende Selbstanzeige verwehrt.

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