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Ein stufenweiser Wiedereingliederungsplan soll Arbeitnehmern nach langer Krankheit die Rückkehr ins Unternehmen möglich machen

Wie können Arbeitnehmer, die nach längerer Krankheit auf dem Weg der Besserung sind, in den Arbeitsablauf stufenweise wiedereingegliedert werden? Ärzte, Krankenkassen und die gesetzlichen Rentenversicherer haben dafür ein Verfahren entwickelt.

Die Richtlinien dafür sehen eine Zusammenarbeit zwischen dem Versicherten, seinem behandelnden Arzt, dem Arbeitgeber, dem Betriebsrat, dem Betriebsarzt und der Krankenkasse beziehungsweise dem Rentenversicherungsträger vor. Der Arzt schlägt vor, in welchem zeitlichen Umfang der Arbeitnehmer wieder tätig sein kann und weist auf zu vermeidende Belastungen hin.

So kann es sinnvoll sein, dass ein Arbeitnehmer anfangs nur drei bis vier Stunden zurückkehrt, ein anderer dagegen wieder „volle Schicht fährt“ – aber bestimmte Tätigkeiten nicht ausführen muss.

Finanzielle Einbußen hat ein „arbeitsunfähiger Teilzeiter“ nicht zu befürchten: Da weiterhin Arbeitsunfähigkeit vorliegt, zahlt die gesetzliche Krankenkasse beziehungsweise die gesetzliche Rentenversicherung das Krankengeld (Übergangsgeld) in voller Höhe fort.

Auch die spätere Rente leidet nicht. Überhaupt kann die Wiedereingliederung jederzeit abgebrochen werden, wenn der Arzt das vorschlägt oder der Arbeitnehmer das möchte (er muss generell einer solchen „Stufen-Beschäftigung“ nicht zuzustimmen); in jedem Fall erhält er dann – weitere Arbeitsunfähigkeit vorausgesetzt – wieder volles Krankengeld oder Übergangsgeld.

Arbeitgeber kann

Wiedereingliederung ablehnen

Erklärt ein Arbeitgeber, dass es ihm nicht möglich ist, einen Mitarbeiter unter Beachtung der vom Arzt festgelegten Beschränkungen zu beschäftigen, so wird nichts aus der stufenweisen Wiedereingliederung. Zur Teil-Beschäftigung seines Mitarbeiters ist er nicht verpflichtet.

Ob Krankenkasse oder Rentenversicherung leistungspflichtig ist, richtet sich nach der vorherigen Zeit des Leistungsbezugs. Nach einer Rehabilitationsmaßnahme ist es im Regelfall die Rentenversicherung.

Vergleichbares gilt auch für die Berufsgenossenschaften als gesetzliche Unfallversicherungsträger, in speziellen Fällen sogar die Agentur für Arbeit. Inwieweit private Krankenversicherer in solchen Situationen mit Zahlungen einspringen, ergibt sich gegebenenfalls aus dem individuell mit dem Unternehmen geschlossenen Versicherungsvertrag. (wb)

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