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Richtig handeln bei geerbtem Schwarzgeld

Steuerehrlichkeit hilft, Schwarzgeld im Erbe aufzulösen. (Quelle: Fotolia)+
Steuerehrlichkeit hilft, Schwarzgeld im Erbe aufzulösen. (Quelle: Fotolia)

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Von Stefan Roth

Wie können Erben erfolgreich mit dem Thema Schwarzgelder im Nachlass umgehen? Grundsätzlich ergeben sich für einen Erben, der mit Schwarzgeldern konfrontiert ist, drei Handlungsmöglichkeiten: Ausschlagung der Erbschaft, Annahme der Erbschaft unter Verschweigen der Schwarzgelder sowie Annahme der Erbschaft und Rückkehr zur Steuerehrlichkeit.

Das nicht anzunehmen, ist

nur bei Überschuldung sinnvoll

Eine Ausschlagung der Erbschaft wird sich für den Erben nur dann empfehlen, wenn nach der Steuernachzahlung sowie der Zinsen auf nicht versteuerte Vermögensbestandteile sich eine Überschuldung des Nachlasses ergibt.

Gleiches gilt für Fälle, bei denen der Nachlass für den Erben unerwünscht ist, zum Beispiel wegen Beamteneigenschaft und möglicher disziplinarrechtlicher Konsequenzen sowie bei erheblichem öffentlichen Interesse an der Person des Erben.

Eine Ausschlagung kann nicht mehr erfolgen, wenn der Erbe die Erbschaft bereits angenommen hat. Nachdem die Annahmeerklärung durch den Erben auch bei einer späteren Entdeckung des Schwarzgeldes nicht angefochten werden kann, sollte der Erbe, falls entsprechende Indizien über Schwarzgelder vorliegen, das Für und Wider einer Ausschlagung prüfen.

Schwarzgelder dürfen

nicht verschwiegen werden

Ein Verschweigen von Schwarzgeldern ist nicht ratsam. Der Erbe würde die allgemeine Anzeigepflicht aufgrund des Erbschaftssteuergesetzes verletzen. Darüber hinaus ist der Erbe entsprechend der Vorschriften der Abgabenordnung steuererklärungspflichtig, wenn der Erblasser pflichtwidrig keine Steuererklärungen abgegeben hat.

Zudem trifft den Erben, sobald er feststellt, dass der Erblasser unrichtige oder unvollständige Steuererklärungen abgegeben hat, die Pflicht, dies dem Finanzamt anzuzeigen und sie richtig zu stellen. Das Unterlassen einer solchen Richtigstellung stellt nach Ansicht der Finanzgerichte und des Bundesgerichtshofs eine Steuerhinterziehung durch Unterlassen dar und wird strafrechtlich verfolgt.

Darüber hinaus sind auch die tatsächlichen Risiken für den so handelnden Erben enorm: Besonders gewerbsmäßige Vermögensverwalter sowie Banken sind dazu verpflichtet, den Finanzbehörden Erbfälle mitzuteilen. Gleiches gilt auch für Gerichte und Notare, soweit sie Testamente eröffnen.

Außerdem sind bereits ab Nachlasswerten von über 250.000 Euro oder einem Kapitalvermögen von über 50.000 Euro Kontrollmitteilungen an die jeweiligen Finanzämter des Erblassers und des Erben vorgesehen.

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