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Reden ist gut, verstehen ist besser

Reden ist gut, verstehen ist besser (Quelle: Shutterstock/ Sky Motion)+
Reden ist gut, verstehen ist besser (Quelle: Shutterstock/ Sky Motion)

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Gelungene Kommunikation zwischen Chef und Mitarbeitern bedarf einiger Spielregeln – die ABZ stellt sie vor

Man kann nicht nicht kommunizieren“, hat der Kommunikationswissenschaftlers und Psychotherapeut Paul Watzlawick gesagt. Doch davon, dass auch gelingt und zu Verständigung führt, hängt gerade im Arbeitsleben viel ab.

Dem wird im Alltag aber nicht immer Rechnung getragen, weiß Personalberaterin Fabienne Gehrig von der Handwerkskammer Konstanz: „Für die Kommunikation mit Kunden investieren Betriebe in der Regel jede Menge Zeit und Mühe. Man bereitet sich vor, ist besonders zuvorkommend und aufmerksam. Gespräche mit Mitarbeitern werden dagegen oft ad hoc geführt.

Dazu gibt es die folgenden Tipps:

1. Nicht nur informieren

Kommunikation ist viel mehr als der Austausch von Informationen. Es geht immer und in erster Linie ums Zwischenmenschliche. sollten also nicht nur zu jeder Zeit alle Informationen zur Verfügung haben, die sie für die Arbeit benötigen, sondern sich auch menschlich wahrgenommen fühlen.

Die Fragen „Wie fährt sich dein neues Motorrad?“, „Wie geht es der Familie?“ oder „Wie hat dein Verein am Wochenende gespielt?“ haben ihre Berechtigung – wenn sie echtes Interesse bekunden.

2. Den Ton treffen

Dass es im Handwerk häufig recht familiär zugeht, macht die Kommunikation eigentlich leichter, schließlich kennt man sich lange und gut. Ein Blatt vor den Mund muss also keiner nehmen, solange ein paar Grundregeln gelten: Kommunikation sollte auf Augenhöhe stattfinden und von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Ein allzu rauer Umgangston verbietet sich damit von selbst – und da sollten Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen.

3. Konstruktiv sein

Wenn Mitarbeiter anderer Meinung sind oder Fehler passieren, wird es für den schon mal anstrengend, die richtigen Worte zu finden. „In einer emotionalen Situation fällt es oft schwer, sachlich zu bleiben“, weiß Psychologin Fabienne Gehrig.

Sie rät deshalb, mit ein bisschen Abstand an die Sache ranzugehen: „Kritik muss zeitnah angebracht werden, aber nicht sofort. Manchmal ist es besser, auch ein Kritikgespräch mit Stichworten vorzubereiten oder eine Checkliste zu verwenden, um gemeinsam eine gute Lösung zu erarbeiten, wie der Fehler in Zukunft vermieden werden kann.“

4. Sich Zeit nehmen

So wichtig regelmäßiges Feedback ist, so hilfreich ist es, ab und an ohne konkreten Anlass Bilanz zu ziehen. Ein Jahresgespräch mit jedem Mitarbeiter ist für beide Seiten Gelegenheit, gut vorbereitet und sachlich über die Leistungen, Fehler und Erfolge des vergangenen Jahres und die Erwartungen und Ziele für die kommende Zeit zu sprechen. Dabei ist Zuhören für den Chef mindestens so wichtig wie Reden.

5. Jeden mitnehmen

Informationen, die alle Mitarbeiter betreffen, lassen sich sehr gut in regelmäßigen Teambesprechungen weitergeben. Neben den fachlichen Themen können auch gewonnene Aufträge und erfolgreich abgeschlossene Projekte gefeiert, Lob und Kritik von Kunden weitergegeben und neue Mitarbeiter vorgestellt werden.

6. Räume schaffen

Auch die Räumlichkeiten für Gespräche haben Einfluss aufs Gelingen. Gibt es einen Besprechungsraum oder finden die Gespräche grundsätzlich im Chefbüro statt? Gibt es einen Pausenraum, in dem sich die Mitarbeiter gerne aufhalten und in der Mittagspause private Gespräche führen können? „Offen bleiben ist die Devise“, sagt Personalberaterin Fabienne Gehrig. Denn schon kleine Veränderungen können zu einer offeneren Gesprächskultur beitragen – und damit ein Unternehmen einen großen Schritt weiterbringen.


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