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Probiotisch angereicherte Schokolade

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Probiotika halten Darmflora im Gleichgewicht und stärken das Immunsystem

Bonn (rgb). Damit Christstollen, Lebkuchen und Schokolade besser verdaulich sind und im Übermaß genossen nicht den Appetit verderben, halten Wissenschaftler ein Probiotikum parat, welches den Verzehr besonders in der Vorweihnachtszeit erleichtern sollte. Wie Benno Kunz, Institut für Lebensmitteltechnologie an der Universität Bonn, berichtet, könnten bestimmte Milchsäurebakterien, sogenannte Probiotika, bei Verstopfung und Blähungen helfen. Kunz: „Außerdem stärken sie das Immunsystem und schützen so vor winterlichen Erkältungen.“

Benno Kunz hat zusammen mit Lebensmitteltechnologen des baden-württembergischen Chemieunternehmens Rettenmaier & Söhne, Ellwangen, ein Verfahren entwickelt, mit dem sich auch andere Schokoladenprodukte mit Probiotika anreichern lassen. Dabei verfälscht der säuerliche Geschmack der Bakterien nicht den süßen Eigengeschmack der Schokolade oder des Gebäcks. Für ihre Erfindung erhielten die Forscher kürzlich den mit 5000 Euro dotierten Kooperations- und Innovationspreis Nordrhein-Westfalen.

Schon seit einigen Jahren werden Probiotika als gesundheitsfördernde Zusatzstoffe in Milchprodukten wie Joghurt, Quark und Fitnessdrinks verwendet. Sie wirken im Darm, wo mehr als vierhundert Arten von Mikroorganismen leben. Liegen sie in einem bestimmten Mengenverhältnis vor, können sie Verdauungsproblemen vorbeugen und das Immunsystem stärken. Benno Kunz: „Isst jemand aber beispielsweise eine sehr eiweißreiche oder sehr fettreiche Kost, verändert sich dadurch die Zusammensetzung der Bakterien“. Probiotika stellen dann sicher, dass die Darmflora im Gleichgewicht bleibt. „Gerade Milchsäurebakterien kommen im Darm nämlich häufig in zu geringen Mengen vor“, sagt Kunz.

Damit die Probiotika nicht auf dem Weg in den Darm durch die Magensäure zerstört werden, verpacken die Wissenschaftler sie in kleinen Kapseln mit einem Durchmesser von 30 Mikrometer (ein Mikrometer ist ein Tausendstel Millimeter). Sie werden beim Essen nicht gespürt und in ihrem Umhüllung aus natürlichen Weizenfasern und einer Schale aus Protein- und Kohlenhydratmolekülen gelangen sie in den Darm. Kunz: „Die Magensäure greift die Kapsel zwar oberflächlich an, doch bis sie völlig zerstört ist, sind die Bakterien bereits unbeschadet im Darm angekommen“.

In Ellwangen hat die Firma Rettenmaier & Söhne bereits eine Produktionsanlage in Betrieb genommen, in der Milchsäurebakterien der Art Lactobacillus reuteri verkapselt werden. Erste Produkte könnten probiotische Gummibärchen werden, aber auch an probiotische Salamis und Fruchtsäfte ist bereits gedacht. Für 2005 sind Adventskalender mit probiotischer Schokolade denkbar. Die Bakterien müssen regelmäßig verspeist werden, sollen sie ihre Wirkung vollständig entfalten.

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