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Optimal auf Bio und regional gesetzt

Georg Oesterlein mit einem Flurnummer-Brot, ein Produkt, bei dem der Bezug zur Region betont wird.+
Georg Oesterlein mit einem Flurnummer-Brot, ein Produkt, bei dem der Bezug zur Region betont wird.

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Bäckermeister Oesterlein baut sein Bioland-Sortiment erfolgreich aus

Was macht man mit einer richtig alten Bäckerei? Bäckermeister Georg Oesterlein hat so einen Betrieb. Am Rande der Kernstadt im fränkischen Kronach, direkt am Fluss, steht die Bäckerei. Die Jahre sind dem Gebäude anzusehen, obwohl das Haus aufwendig saniert ist. Bis ins Jahr 1533 kann die Backtradition in dem Gebäude zurück verfolgt werden. Seit 1762 ist die Familie Oesterlein im Besitz der Bäckerei. Das nutzt Georg Oesterlein konsequent aus und setzt in der Werbung auf Meistertradition.

Neben dem Stammhaus wird noch in einer Filiale in Kronach verkauft. Hinzu kommt ein großes Liefergeschäft, dass sich insbesondere auf Bio-Backwaren konzentriert. „Unsere handwerklichen Rezepte und Bio-Rohstoffe passen gut zusammen“, sagt Georg Oesterlein, er 1994 den elterlichen Betrieb übernommen und konsequent ausgebaut hat. Ihm ging und geht es nicht um Größe. Er will mit seiner Mannschaft in Backstube und Laden Qualität produzieren und verkaufen.

Das Getreide hat die Bäckerfamilie Oesterlein seit je her aus der Region bezogen. Noch einen Schritt weiter ging man dann im Jahr 2004, als die Bäckerei Bioland-Vertragspartner wurde. „Ich will die heimischen Bio-Landwirte unterstützen“, zeigt Georg Oesterlein seine Beweggründe auf. Sein gesamtes Brotsortiment bäckt er seitdem aus Getreide von Bioland-Bauern aus dem Landkreis Kronach.

„Bio ist noch besser, wenn es aus der Region kommt“, argumentiert Bäckermeister Georg Oesterlein. „Die Kunden leisten durch den Kauf des Brotes einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Natur im Frankenwald.“ Er geht noch weiter und sagt den Kunden, auf welchen Flurnummern das Getreide für ihr Brot gewachsen ist.

Zu kaufen gibt es in den beiden Läden der Bäckerei deshalb das Flurnummer-Brot. Ein Brot, dass mit Getreide von zwei Landwirten aus dem Landkreis Kronach hergestellt wurde. Auf einer Banderole sind die Felder genau beschrieben, auf denen das Getreide gewachsen ist. „Bei der neuen Ernte gibt es wieder neue Banderolen“, zeigt Oesterlein auf, denn im Bio-Bereich wird mit wechselnden Fruchtfolgen auf den Feldern gearbeitet. Er kauft das gesamte Getreide der zwei Bioland-Bauern auf und lässt es von einer Mühle in Ebenfeld vermahlen.

Die positiven Erfahrungen der Bäckerei Oesterlein als Bioland-Brotbäcker ermutigt noch mehr zu machen. Heute sind zwölf Sorten Bio-Brot im Sortiment, von denen neun täglich gebacken werden. Der neue Dennree-Biomarkt in Kronach wird von Oesterlein auch exklusiv beliefert. Neun Sorten Bio-Semmeln, drei Plundersorten, zwei Blätterteiggebäcke und sechs Kuchensorten sind dort von Oesterlein im täglichen Bio-Angebot.

Doch Kronach reicht dem innovativen Bäckermeister nicht. In der Weihnachtssaison stellt er Bio-Stollen für den Großhandel hergestellt. Zwei Großhändler beziehen seit 2005 ihre Bio-Stollen aus Kronach. Neben der Produktqualität der Bio-Stollen passt da die alte Bäckerei gut ins Marketingkonzept. „Gerade im Bio-Bereich fordern die Kunden viele Informationen ab“, zeigt Georg Oesterlein auf. „Wir können eine wahre Geschichte erzählen.“

Georg Oesterlein stellt sich mit seinem Stollen gerne als Modell vor der historischen Stadtkulisse von Kronach zur Verfügung. In den Broschüren und Werbeblättern der Bio-Einzelhändler wird dann auf die Meistertradition im Hause Oesterlein, die überlieferten, handwerklichen Rezepte und natürlich auch auf die Bio-Rohstoffe aus der Region aufmerksam gemacht.

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