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Mit Gesundheit und Bekömmlichkeit punkten

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CMA-Verbraucherbefragung zu Roggenbrötchen / Besonders Frauen schätzen den großen Beitrag für eine gesunde Ernährung

Bonn (p). Nach der Stellung von Roggenbrötchen auf der Hitliste von Lieblings-Brötchensorten mag es zunächst so scheinen, dass Roggenbrötchen mit acht Prozent der Nennungen eine vergleichsweise kleine Produktnische darstellen. Im Hinblick auf das Marktpotenzial muss dies jedoch relativiert werden. Bezieht man die spontanen Zweit- und Drittnennungen der als Lieblings-Brötchensorten bezeichneten Kleingebäcke mit ein, ergibt sich statistisch gesehen ein Marktpotenzial von 24 Prozent der befragten Bundesbürger zwischen 18 und 69 Jahren: Für sie zählen Roggenbrötchen in der riesigen Kleingebäck-Auswahl der Bäcker zu den „Vorzugssorten“, wie die CMA-Marktforschung in einer Repräsentativuntersuchung ermittelt hat.

Der hohe Imagewert von Roggen als Backzutat – nicht nur für Brot, sondern auch für Kleingebäck – wird noch deutlicher, sobald man in der Meinungsforschung auf den Punkt kommt: Wenn es um die konkrete Alternative Weizen vs. Roggen bei Brötchen geht, entscheiden sich 37 Prozent für die Roggenvariante.

Was sind nun die wesentlichen Gründe für die Bevorzugung von Roggenbrötchen? Gliedert man die möglichen Begründungen nach Eigenschaftsfeldern wie Nahrungs-, Genuss- bzw. Produkteigenschaften, so stellt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen Roggenbrötchen einerseits und Weizenbrötchen andererseits heraus. Bei Weizenbrötchen dominiert klar der Genuss vor den Produkteigenschaften, dagegen spielen Nahrungseigenschaften (wie Gesundheit oder Bekömmlichkeit) praktisch keine Rolle. Genau umgekehrt ist die Reihenfolge der Begründungen für die Bevorzugung von Roggenbrötchen: An erster Stelle stehen bei über der Hälfte Argumente aus dem Bereich der Nahrungseigenschaften, gefolgt von Genuss- und Produkteigenschaften.

Für Frauen zählt „Gesundheit“

Unter den Nahrungseigenschaften – und insgesamt gesehen – spricht für die Roggenbrötchen in allererster Linie und mit großem Abstand ihr Beitrag zur gesunden Ernährung. An zweiter Stelle liegen dann gleichauf Nahrungseigenschaften wie „gut bekömmlich“ und „machen satt“, die ebenfalls für die Hälfte der Befragten eine Rolle spielen. „Gesund“ und „bekömmlich“ sind für Frauen überdurchschnittlich starke Argumente. Bei den Trendsettern ist das Gesundheitsargument deutlich schwächer als bei Traditionalisten, das gilt in abgeschwächter Form ebenso für die anderen Nahrungseigenschaften.

„Herzhafter“ Genuss

Bei den Genusseigenschaften von Roggenbrötchen ist am wichtigsten, dass sie gut zu herzhaftem Belag und als Beilage passen. Der fein-säuerliche, herzhafte Geschmack ist ebenfalls für fast ein Drittel der Roggenbrötchen-Fans ein wichtiger Grund, dagegen tritt die längere Frischhaltung als schon mehr „genusstechnischer“ Aspekt in den Hintergrund. Die Genusseigenschaften sind den Trendsettern wichtiger als den Traditionalisten – mit Ausnahme der längeren Frischhaltung, wo es umgekehrt ist. In der regionalen Betrachtung fällt auf: Die Ostdeutschen stimmen zu 51 Prozent besonders häufig dem Argument zu, dass Roggenbrötchen gut zu herzhaftem Belag und als Beilage zum Essen passen.

„Kross“ ist Männern wichtig

Die Produkteigenschaften im engeren Sinne haben Zustimmungsquoten von unter 30 Prozent. Die Krumeneigenschaften spielen kaum eine Rolle, eher dagegen noch Fragen der Kruste: Ähnlich wie bei anderen Befragungen aus dem Produktbereich Brot sind die Krusteneigenschaften („dunkel“ bzw. „kross“) den Männern deutlich wichtiger als den Frauen. Tendenziell haben die Produkteigenschaften für die Trendsetter eine etwas größere Bedeutung als für die Traditionalisten.

Die „Krumenfrage“ ist in den neuen Bundesländern von größerer Bedeutung als anderswo. Die Krusteneigenschaften sind für „Nordlichter“ weniger von Belang, im Süden sieht man das differenziert: Kross wird häufiger als wichtig angesehen, dunkel dagegen seltener.

Der Brezen-Meyer setzt auch weiterhin auf seine Kernkompetenz.
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