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Mit der Kasse den Verkauf organisieren

Verkaufte Produkte und erfasste Artikeldaten werden per Fingertipp in kürzester Zeit in die Kasse und die vernetzte Software eingegeben. (Quelle: Fotolia/ Ikonplast)+
Verkaufte Produkte und erfasste Artikeldaten werden per Fingertipp in kürzester Zeit in die Kasse und die vernetzte Software eingegeben. (Quelle: Fotolia/ Ikonplast)

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Kassen erfassen die jeweilige Menge und stellen die Daten für Auswertungen bereit

Von Hans Stumpf

Die Retourenquote ist für mich eine wichtige Kennzahl der wirtschaftlichen Betriebssteuerung“, sagt Bäckermeister Andreas Hiltner aus dem oberpfälzischen Amberg. Der Chef einer Bäckerei mit sechs Filialen und einem Verkaufsfahrzeug arbeitet mit Kassensystemen von HS-Soft.

Die Retouren werden aktuell noch über die Lieferscheine erfasst. „Künftig werden wir eine Funktion in unserer Software nutzen, bei dem wir die Retouren direkt in der erfassen können“, sagt Hiltner.

Der Vorteil ist, dass Retouren nicht erst nach Ladenschluss erfasst werden. „Die Verkäuferinnen können bereits in verkaufsschwachen Zeiten mit der Erfassung beginnen“, erklärt Hiltner. Spätere Abverkäufe werden automatisch berücksichtigt.

Keinen Artikel bei

der Erfassung vergessen

Eine derartige Lösung bietet auch Copago für seine Kassensysteme an. Auch hier kann schon vor Feierabend mit der Retourenerfassung begonnen werden. „Der Bediener bekommt die Artikel bereits übersichtlich nach Warengruppen angezeigt und kann dadurch keinen Artikel vergessen“, beschreibt Dominik Skora von Copago das System. Über Schnittstellen werden die Daten an Backprogramme und ERP-Systeme übergeben.

Interessant sind solche Lösungen, da damit die Nacharbeit nach Feierabend reduziert werden kann.

Das will auch Andreas Hiltner forcieren. In zwei seiner Filialen betreibt er Bäckergastronomie im größeren Stil. Hiltner strebt dort eine Retourenquote von sechs bis acht Prozent an.

A-Produkte sollen

bis Ladenschluss vorrätig sein

Dabei macht er jedoch Unterschiede, ob es A-, B- oder C-Artikel sind: „Bei A-Produkten muss bis zum Ladenschluss ‚was vorhanden sein. Das ergibt dann eine Retoure. C-Produkte können abverkauft werden, also ohne Retouren auskommen.“

Äußerst geringe Retourenmengen sollten Bäcker nachdenklich machen, da sie gerade bei A-Artikeln wissen müssen, wann die letzten Stücke abverkauft worden sind. Kassensysteme helfen dabei, indem sie die Uhrzeit ausweisen. Ging das letzte Brötchen am Nachmittag über die Theke, wurde zu wenig bestellt oder nachgebacken.

Retourenoptimierung bei

wachsender Filialzahl

Konsequenzen aus zu hohen Retouren werden bei Hiltner dann durch die Geschäftsleitung gezogen. Hiltner macht dies „Pi mal Daumen“ und betrachtet die Retouren immer auch in Relation zum Umsatz. Mit zunehmenden Filialnetz wird dies allerdings schwieriger. „Wir bieten ein Modul zur Retourenoptimierung an“, sagt Josef Gramespacher, Geschäftsführer von Ulmer-Kemo. Dafür werden die Retouren an der Kasse erfasst und in eine zentrale Softwareauswertung übermittelt. Für jeden Artikel lassen sich Retourenwerte und Prozentangaben erstellen.

Alle Waren müssen

lückenlos erfasst werden

Eine genaue Retourenerfassung ist allerdings nur möglich, wenn bereits auch alle ankommenden Waren lückenlos erfasst werden. „Wichtig ist, dass Abverkäufe artikelgenau erfasst werden“, erklärt Rita Spitzer von Vectron. Werden Lieferungen, Verkäufe und Retouren an der Kasse erfasst, sei jederzeit ein zuverlässiger und aktueller Überblick über die Warenbestände gegeben.

Rita Spitzer empfiehlt automatisierte Filialbestellungen. „Dazu kann die angeschlossene Software anhand von statistischen Verkaufsdaten optimierte Bestellvorschläge für alle Artikel erzeugen und diese an die Filialkasse übertragen.“ Die Mitarbeiter vor Ort sollten aber auch einzelne Artikelmengen an die aktuelle Situation anpassen können. So kann beispielsweise die Wetterlage oder ein bevorstehender Feiertag berücksichtigt werden.

Bei BBN Kassen wird die Bestellung über die Kasse in ein Listenformular eingegeben. Dabei ist auch die Liefer- und Retourenmenge der Vorwoche direkt neben dem Eingabefeld sichtbar.

Bei größeren Filialisten werden in der Regel mehrere Filialen von einem Verkaufsleiter betreut. Damit er vor Ort aktuelle Zahlen zur Verfügung hat, ist von OK Software eine neue App für das Programm BBN entwickelt worden.

Damit bleiben die Verantwortlichen immer auf dem neuesten Stand, und können Gespräche in den Verkaufsstellen können mit aktuellen Zahlen unterfüttern.

Das Burger-Prinzip: Der beliebte Snack schafft die Möglichkeit, dem Kunden verschiedene Gerichte anzubieten – Variationen sind beim Brötchen ebenso möglich wie beim Belag.
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