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Mit dem Stikkenofen die Steuer gestalten

Hier wurde bereits investiert. Wer aber noch Bedarf hat, sollte vor dem Jahreswechsel aktiv werden. (Quelle: Archiv/Stumpf)+
Hier wurde bereits investiert. Wer aber noch Bedarf hat, sollte vor dem Jahreswechsel aktiv werden. (Quelle: Archiv/Stumpf)

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Wer jetzt investiert, hat via Abschreibungen Gestaltungsmöglichkeiten zum Jahresende (Teil I)

Von Björn Malig

Viele Bäcker haben die Südback gezielt dazu genutzt, Investitionsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Der anstehende bietet da den idealen Zeitpunkt, um steuerlich gezielt aktiv zu werden oder Gestaltungen umzusetzen. Deshalb sollten sich Unternehmer jetzt schon fragen, welche Maßnahmen bis zum Jahreswechsel in Angriff genommen werden können. Darauf sollten Bäcker achten:

Erklärtes Gestaltungsziel:

das gleichmäßige Einkommen

Steuerliche Gestaltungen sollten immer das Ziel haben, ein gleichmäßiges Einkommen zu erreichen, die Steuerprogression zu mildern und die Steuerbelastung sowohl für das aktuelle Jahr, als auch für die Zukunft zu optimieren.

Befindet sich die Bäckerei in einer Gewinn- oder Verlustsituation? Was wird zum Kalenderjahresende berechnet?

Grundlage für eine Steuerplanung ist eine aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und eine Planungsrechnung. Welche einzelnen Maßnahmen zu ergreifen sind, hängt von diesen Auswertungen ab.

Mit Abschreibungen den

Jahresbeginn beeinflussen

Abschreibungen sind ein adäquates Mittel, um auf den Jahresgewinn einzuwirken. Insbesondere für Bäckereien ergeben sich verkürzte Abschreibungszeiträume. Startpunkt der Abschreibung ist entweder die Anschaffung oder die Herstellung – unabhängig davon, ob das Wirtschaftsgut bereits eingesetzt wird. Wichtig ist der Grundsatz „pro-rata-temporis“ – bei unterjähriger Anschaffung kann die reguläre Abschreibung nur zeitanteilig in Anspruch genommen werden.

Für bestimmte Bäckereien gibt es die Möglichkeit, durch Sonderabschreibungen in Höhe von 20 Prozent den Gewinn zu mindern – im Jahr der und in den folgenden vier Jahren. Die reguläre Abschreibung kann zusätzlich beansprucht werden.

Wer noch im alten Wirtschaftsjahr ohnehin anstehende Investitionen durchführt, kann zumindest zeitanteilig die Abschreibung gewinnmindernd geltend machen.

Durch vorgezogene Investitionen kann mittels Sonderabschreibung der Gewinn erheblich geschmälert werden.

Beispiel: Eine Bäckerei kauft am 15. Oktober 2016 Ladenbacköfen für 60.000 Euro. Die Bäckerei erfüllt die Vorgaben des § 7g EStG. Die Ladenbacköfen haben eine Nutzungsdauer von fünf Jahren:

AfA-Methode

Höhe der AfA und Gewinnauswirkung 2016

Inanspruchnahme der linearen AfA

3.000

Sonderabschreibung in Kombination mit linearer AfA

15.000

teilweise Sonderabschreibung in Kombination mit linearer Abschreibung

5.400

Abschreibungspotenzial gibt es auch durch geringwertige Wirtschaftsgüter, die bis zu einem Wert von 410 Euro sofort abgesetzt werden können. Von der Sofortabschreibung profitieren bewegliche abnutzbare Anlagegüter, die einer selbstständigen Nutzung und Bewertung fähig sind.

Alternativ gibt es auch die so genannte Pool-Abschreibung. Dabei werden sämtliche Wirtschaftsgüter, die mehr als 150 Euro, aber nicht mehr als 1000 Euro kosten, in einen jährlichen Sammelposten eingestellt. Die Anwendung des Sofortabzugs ist in der überwiegend vorteilhafter.

Steuerinstrument

Investitionsabzugsbetrag

Ein erhebliches Gewinnminderungspotenzial bietet der Investitionsabzugsbetrag (Grafik oben) mit bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Auch gebrauchte Investitionsgüter sind begünstigt. Fahrzeuge im Betriebsvermögen, für die der Bäcker die 1 Prozent-Regelung anwendet, sind nicht begünstigt.

Ab 2016 ist es nicht mehr erforderlich, die einzelnen Wirtschaftsgüter ihrer Funktion nach zu benennen und eine Investitionsabsicht nachzuweisen.

Der Investitionsabzugsbetrag ist auf insgesamt 200.000 Euro begrenzt. Wird nicht oder nicht in geplanter Höhe investiert, muss der Investitionsabzugsbetrag insoweit rückgängig gemacht werden. Der Steuerbescheid des Abzugsjahres wird geändert. Achtung: Hieraus können sich erhebliche Nachzahlungen ergeben.

Emotionale Aspekte wie Genuss, Qualität und angenehmes Ambiente sind zunehmend gefragt.
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