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Lieblingsplätze mit Herz

Wörtlich zu nehmen: Jeder Gast soll bei Hucks seinen Lieblingsplatz finden. (Quelle: Marconi)+
Wörtlich zu nehmen: Jeder Gast soll bei Hucks seinen Lieblingsplatz finden. (Quelle: Marconi)

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Der Firmenname als Programm: Bei Hucks in Frankfurt soll jeder Gast das bekommen, was er haben möchte

Von Carla Marconi

Schon beim ersten Blick mutet der Laden anders an als andere Bäckereien. „Hucks Lieblingsplatz“ steht in verspielten Lettern über der Filiale in der Bad Homburger Fußgängerzone geschrieben, die erst vor zwei Monaten eröffnet wurde und „die Antwort“ auf Discounter-Brote oder große Kettenbäckereien sein will, wie Geschäftsführer betont.

Mit einem durchdachten Konzept, das sich von anderen abgrenzen will, möchte er den Frankfurter Familienbetrieb, den er in dritter Generation leitet, in die Zukunft führen.

Mix aus Moderne

und Gemütlichkeit

Doch zurück zum Geschäft, das den Kunden in seinen Bann zieht. Sei es durch die Tafeln, die ihn ansprechen und fragen, welchen Kaffeetyp er bevorzugt oder die reich bestückte Auslage, die geprägt ist von kleinen Törtchen in salzig und süß, von belegten Broten jeglicher Couleur, die einem das Wasser im Munde zusammen laufen lassen.

Das Ambiente ist modern und einladend zugleich. Schwarz-Weiß dominiert, kleine Piktogramme finden sich ebenso häufig wie das verspielte Herz-Logo, das Marketing-Materialien und sogar das Geschirr schmückt. Außerdem gibt es die Form für einige der Produkte vor.

Noble Tapeten an den Wänden, Kronleuchter unter der Decke

Holzelemente, Sessel, eine prachtvolle Tapete und ein pompöser Kronleuchter wollen für mondäne Gemütlichkeit sorgen. „Hier soll jeder seinen Lieblingsplatz finden“, lautet der Anspruch von Alexander Huck und seiner Ehefrau Tanja, die ebenfalls die Geschäftsleitung inne hat.

Das Ehepaar hat mit dem Laden in Bad Homburg neben einem Laden in Frankfurt seinen zweiten Lieblingsplatz eröffnet. Sechs weitere Bäckereien in Frankfurt gehören zum . Diese firmieren jedoch unter der Huck GmbH.

„Uns war es wichtig, etwas Neues zu schaffen. Einen Ort ins Leben zu rufen, an dem sich von der Seniorin, die hier Kaffee und Kuchen genießt über den Geschäftsmann, der seine Mittagspause hier verbringt bis hin zu Familien, deren Nachwuchs einen Babycino (aufgeschäumte Milch mit Schokopulver, Anm. d. Red.) bei uns genießt alle wohlfühlen“, erklären die Beiden.

Betriebsleiterin Diana Rapp ergänzt: „Und die gehören tatsächlich alle zu unseren Gästen. Wir sind ein Allroundbetrieb, der an sieben Tagen in der Woche von morgens bis abends auf hat.“

Bäckerei mit Gastroangebot – nicht umgekehrt

Jedoch dürfe man die Wurzeln nicht vergessen, meint der 44-Jährige Geschäftsführer. „Wir sind eine Bäckerei mit Gastronomiebetrieb und haben alles rund ums Brot im Angebot.“

Im Lieblingsplatz würde jeder auch sein Lieblingsbrot finden. Es gibt belegte Brote mit veganem Aufstrich, aber auch ganz klassisch mit Schinken und Spiegelei – auch hier versucht der Betrieb, die ganze Kundenbandbreite zu bedienen.

Wobei die Spiegeleibrote mit Abstand der Renner bei den Snacks seien. Zudem soll Gästen eine vollwertige Mahlzeit geboten werden: Zu jedem belegten Brot gibt es einen kleinen Salat, und es stehen auch warme Speisen auf der Karte wie diverse Suppen, die standesgemäß im Brotlaib serviert werden.

Neben rund 15 Brotsorten – wobei das „Best Worscht in Town-Brot“, das für die gleichnamige Imbisskette kreiert wurde, der Verkaufsschlager ist – sowie Stückchen und Brötchen, punktet der Lieblingsplatz mit kleinen Törtchen. „Die sind sehr beliebt, vor allem der kleine Frankfurter Kranz und der Käsekuchen“, sagt Tanja Huck.

Ebenso sortenreich ist das würzige Segment – diverse kleine Quiche-Törtchen unterschiedlichster Geschmacksrichtungen zieren die Auslage.

Keine Angst

vor Sonderwünschen

Auch Sonderwünsche für Gäste, die sich glutenfrei oder vegetarisch ernähren müssten, erfüllt die Bäckerei. „Hier soll wirklich jeder seinen Lieblingsplatz finden. Wir sind nun mal etwas anders“, sagen die Hucks lachend.

Das sei schon immer so gewesen. Bereits der Großvater von Alexander Huck sei 1937 mit der Pferdekutsche herumgefahren und habe Kindern Eierwecken geschenkt. Nach dem Krieg habe er mit einem Backofen im zerstörten Stadtteil Rödelheim neu angefangen und die Nachbarschaft beliefert.

Später übernahmen seine beiden Söhne den Betrieb, hielten sich aber hauptsächlich ans Liefergeschäft. Erst vor zehn Jahren sei mit dem Aufbau von Filialen begonnen worden.

Mittlerweile zählt das Unternehmen sechs eigene Läden, wobei sich der Verkauf in Filialen sowie das Liefergeschäft in etwa die Waage halten. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen, das rund 3000 Brote am Tag produziert, rund 80 Mitarbeiter.

Kinder bekunden Interesse

am elterlichen Betrieb

Vor einem Jahr hat die dritte Generation der Familie Huck mit dem Lieblingsplatz-Konzept begonnen, hält aber auch noch am ursprünglichen Familienbetrieb fest.

Und die vierte Generation steht bereits in den Startlöchern. Zumindest bekundet einer der beiden 16- und 13-jährigen Söhne großes Interesse am elterlichen Geschäft. Und wer weiß, vielleicht findet er darin auch seinen Lieblingsplatz.

www.huckgmbh.de

Ein niederländischer Designer hat Theke und Caféausstattung mit nahbarer Eleganz geprägt. Juliane Hirsch trägt wie alle Mitarbeiter ein schwarzes Polo-Shirt mit Firmenlogo.
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