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Konsequent bei Ergonomie

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Unternehmensführung

Gesundheitsmanagement ist eine Führungsaufgabe

Stuttgart (rgb). Was bei einer Maschine „normal“ ist – die vorbeugende Instandhaltung durch den Unternehmer – ist für Mitarbeiter keineswegs die Regel. Auf 45 Mrd. Euro schätzt die AOK für 2001 die volkswirtschaftlichen Kosten der Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit, woraus Karl Kuhn, Direktor der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund folgert: „Es muss auch ein Gesundheitsmanagement für Menschen kommen. Gesundheitsförderung im Betrieb rechnet sich.“ Daher fordert Kuhn auch die Investition in das Humankapital, wobei Gesundheitsmanagement eine Führungsaufgabe sei. Nach einer Studie des amerikanischen Gallup-Institutes nehmen nur etwa 15 Prozent der Mitarbeiter aktiv an der Arbeit Anteil, und 16 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Die Angst um den Arbeitsplatz und die Unsicherheit, ob jemand ein Leben lang in dem einmal gewählten Beruf arbeiten könne, ziehen psychosoziale Folgen nach sich, stellt Prof. Peter Richter vom Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der Technischen Universität Dresden fest. Gesundheitsprävention verlangt die Aufmerksamkeit über den Erwerbsbereich hinaus auf alle Tätigkeitsbereiche und er fordert daher eine „Entschleunigung“ durch die Einfügung von kleinen Pausen. Nicht nur gesunde Arbeitsplätze, sondern auch gesunde Arbeitsorganisation bestimmten das Betriebsklima. Um die innere Kündigung zu verhindern, bedarf es der steten Motivation der Mitarbeiter. Sie wird sowohl vom Führungsverhalten der Vorgesetzten bestimmt als auch von den Möglichkeiten zu Eigenständigkeit und Arbeitsorganisation und drückt sich in Wertschätzung aus. Die sogenannten weichen Faktoren spielen eine immer wichtigere Rolle. Wer schöpferische Arbeitspausen einführt, muss auch für ein „atmosphärisches Lagerfeuer“ sorgen. Hier kann das Wissensmanagement forciert werden, denn Daten und Informationen müssen für jedermann schnell verfügbar sein. Weiterhin wird die Ergonomie nicht ganzheitlich und konsequent betrieben.

Generell gilt, wenn der Chef selbst sportlich aktiv ist, wirkt sich dies auch auf die Mitarbeiter aus, und damit auf deren Motivation und die Qualität der Produktion.

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