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Genuss-Einstieg für Jugendliche

Ursula Ahland-Veith als Kaffee- und Verkaufs-Spezialistin sowie Rainer Veith als Snack-Experte hatten viele Tipps parat.+
Ursula Ahland-Veith als Kaffee- und Verkaufs-Spezialistin sowie Rainer Veith als Snack-Experte hatten viele Tipps parat.

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Snacks & Co.

Latte Macchiato ist bei jungen Leuten sehr geschätzt / Infos auf dem Snack-Seminar der Bäko Rhein-Main-Limburg

Der Snack-Express der Bäko Süddeutschland war an den beiden Standorten der Bäko Rhein-Main-Limburg unterwegs. In den Schulungsräumen in Wiesbaden und Limburg war unter dem Titel „Die fünf Jahreszeiten“ bei jeweils sehr gutem Besuch ein umfangreiches Programm mit Ideen und Anregungen für das Snack- und Kaffeegeschäft angesagt. Probieren und Verkosten waren an diesen Nachmittagen wesentliche Programmpunkte.

So stellte GF Olaf Schütz zu Beginn der Veranstaltungen fest, es sei zwar der Markt für Backwaren unter Druck, doch Snacks und Außer-Haus-Verzehr seien nach wie vor Wachstumssegmente, auf die man bauen könne.

Ursula Ahland-Veith und Rainer Veith von der Bäko Süddeutschland waren die Interpreten für die Sachaussagen. Sie führten auch teilweise die Herstellung verschiedener Artikel durch und ließen sie von den Teilnehmern verkosten. Mit einem Stand beteiligt waren weiter Meister-Kaffee, das Haus Markt-Kontor sowie Redlefsen.

Warmes für die kalte Jahreszeit

Winter und was zu dieser kalten Jahreszeit präsentiert werden könne war die erste Station. Angerichtet wurden als Beispiele für kleine warme Gerichte der Hüttenzauber aus Spätzle und Sauerkraut sowie Maultaschen mit Käse-Sauce. Dazu sagte Rainer Veith, man solle in der Hauptsache Gerichte anbieten, die die Leute kennen. Nicht zu empfehlen seien Convenience-Produkte, denn es sei besser, mit vorhandenen Waren aus der Region zu agieren. Damit werde auch die Lust am Variieren gestärkt, was nie schaden könne.

Ursula Ahland-Veith steuerte zu den warmen Snacktipps Empfehlungen zum Kaffee bei. Wichtig im Geschäft mit Kaffee sei die unbedingte Hygiene. So sollten die erforderlichen Reinigungsarbeiten auf jeden Fall und in den empfohlenen Zeitabständen durchgeführt werden.

Sie wies darauf hin, dass Latte Macchiato kein Heißgetränk ist und darum nicht als „Aufwärmer“ angeboten werden könne. Es sei allerdings ein Einstiegsgetränk für Jugendliche – jedoch kein Durstlöscher, sondern ein Genussmittel. Wie man Latte Macchiato verfeinert, zeigte sie an Getränken wie dem sogenannten Honey Moon, Weihnachtstraum oder Schneegestöber. Im Verkauf könne man Kaffeekompetenz auch dadurch zeigen, dass man sich etwas einfallen lasse.

Als eigene Jahreszeit dürfe Fasching, Karneval oder Fastnacht nicht übergangen werden. Zum Frühstück sei etwa Toast mit Lachs anzubieten. Dazu riet Rainer Veith, kalibrierten Lachs zu verwenden, weil das die Kalkulation erleichtere und sicherer mache.

Frühstück zum Fasching

Empfohlen wurde, ein Frühstück immer ohne das Getränk anzubieten, weil so größere Variationsmöglichkeiten gegeben seien. Auch Baguettes mit Thunfischsalat seien eine gute Wahl. Als Kaffee sollte Espresso als Grundlage gewählt werden, um einen Muntermacher zu haben. Ob der Kaffee aus Robusta- oder Arabica-Bohnen gebrüht werde, mache kaum einen Unterschied, denn nur der Genuss zähle. Als Kaffeebeispiele für die fünfte Jahreszeit nannte Ursula Ahland den Café Amsterdam mit Eierlikör oder für Autofahrer mit Eierlikörsirup oder Eisbären-Espresso mit Zimt und Kakaopulver.

Im Frühjahr etwas Leichteres

Mit leichten Angeboten sei dem Frühling zu begegnen, sagte Rainer Veith. So beispielsweise Joghurt-Brötchen mit Schinken und Spargel. Zum Anrichten könne Meerrettich verwendet werden, wie etwa bei Vollkornbrot mit Frischkäse. Rainer Veith zeigte, wie solche Snacks in Schrumpffolie eingeschweißt werden und damit bis zu zwei Tage frisch sind, ohne dass die Qualität leidet.

Als Getränk, diesmal ohne Kaffee, seien die Smoothies zu empfehlen. Die könnten entweder mit frischem Obst, aber auch mit TK-Obst hergestellt werden. Eiskaffee in der Art „Alaska“, auch zum Mitnehmen oder „Cremiger Traum“, beruhten dann wieder als Basiszutat bei der Zubereitung auf der braunen Bohne.

Bauernsalat im Sommer

Eine halbe Seele oder eine Scheibe Vollkornbrot als Basis sei für einen Snack mit Schmand, für einen Snack mit Thunfisch und griechischem Bauernsalat zu empfehlen. Bei letzterem, das sei durchaus nicht abwegig, könnten auch Reste mit verarbeitet werden. Es seien ebenso Baguette-Hälften als Basis für diese Snacks zu nehmen.

Zum Trinken seien etwa Variationen aus Kaffee und kalten Früchten ratsam, wie die Pfirsich-Joghurt-Schale. Dafür sind allerdings die Pfirsiche aus der Konserve besser geeignet als frische Früchte. Natürlich sei Eiskaffee oder Eiskaffee „Kaktusblüte“ mit Honigmelone und Banane nicht zu verachten.

Überbackenes für den Herbst

Rustikales Brot als Basis für Snacks zu verwenden, sei eine richtige Bäcker-Spezialität, so Rainer Veith. Er stellte mit Käse überbackene und mit Thunfisch oder griechischem Salat belegte Scheiben her. Für den Einstieg mit solchen Produkten sei eine Testzeit von bis zu vier oder fünf Wochen zu berechnen, um festzustellen, ob sie von den Kunden angenommen werden. Wer meine, ein bis drei Tage würden als Testphase ausreichen, liege falsch.

Als Kaffee kam Cappuccino, „und der immer mit Milchschaum“ auf den Tisch. „Nie mit Sahne, da lacht sich jeder Kenner tot,“ erklärte die Spezialistin Ursula Ahland-Veith.

Insgesamt machten beide Referenten darauf aufmerksam, dass neue Kreationen nur solche Namen bekommen sollten, die die Kunden auch effektiv aussprechen.

Der Brezen-Meyer setzt auch weiterhin auf seine Kernkompetenz.
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