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Umsatz, Wareneinsatz, Rohgewinn: Bäcker können mit der Software schnell Schwachstellen im Geschäft erkennen.+Zur Fotostrecke
Umsatz, Wareneinsatz, Rohgewinn: Bäcker können mit der Software schnell Schwachstellen im Geschäft erkennen.

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Geht die Rechnung unter dem Strich auf? Oder drohen Kosten aus dem Ruder zu laufen? Eine neue Software erleichtet die Betriebsführung.

Von Egid Egerer

ist ein kaufmännisches Führungsinstrument zur Steuerung des Betriebs. Ein Instrument, um unrentable Geschäftsteile und deren Ursachen zu erkennen; ein Instrument, das hilft, Entscheidungen vorzubereiten. Kurzum: Bäcker können damit ihrer Kontrollfunktion im Sinne von „Steuern des Unternehmenserfolgs“ besser gerecht werden.

Mit dem auf der Basis von Open Access erstellten Controlling-Programm Coback hat die Marketing -und Servicegesellschaft des bayerische Bäckerhandwerks (MSG – LIV) ein neues Werkzeug zur Verbesserung der kaufmännischen Unternehmensführung geschaffen. Das Programm löst das seit dem Jahr 2004 eingesetzte, auf Excel-Basis konzipierte Programm BackControl ab. Auf Wunsch kann bei Coback in einem Wartungsvertrag eine technische Unterstützung und Fernwartung nach der Erstinstallation sowie die Lieferung sämtlicher Programmupdates vereinbart werden. Gut vorbereitet

Hauptmerkmal des neuen Programms ist die bessere und fundiertere Vorbereitung von Entscheidungen über Produkte, Verkaufsstellen und Investitionen auf der Basis von gezielten und übersichtlichen Informationen. Der Anwender hat die Möglichkeit, durch die Simulation von Entwicklungen seine Entscheidungen auf eine sichere Grundlage zu stellen.

Durch die Anwendung einer Datenbank kann der Nutzer unabhängig von der Größe seiner Bäckerei alle Informationen verarbeiten. Ob eine Bäckerei ein, zwei oder zwanzig Filialen hat, spielt bei der Eingabe keine Rolle. Der Betrieb richtet – bei Bedarf unter Rückgriff auf einen empfohlenen programminternen Datensatz – „seine Größe“ beziehungsweise seine eigene Umsatz- und Kostenstruktur selbst ein. Mit der Umsatz- und Kostenplanung, der Kalkulation von Produkten, dem Soll – Ist – Vergleich und dem Liquiditätsplan können Inhaber und Führungskräfte das Unternehmen besser auf die Erfordernisse des Marktes abzustimmen.

Die Umsatzplanung und die Planung des Rohstoffeinsatzes und somit die Ermittlung des Rohgewinns sind der Ausgangspunkt von Coback. Je nach Umsatzstruktur – auf der Basis von Backwaren oder verschiedene Handelsbereiche – der Verkaufsstelle oder je nach Zielgruppen – kann der Rohgewinn eines Geschäfts unterschiedlich sein. Der Rohstoffeinsatz für eine ausgewählte Warengruppe wird dabei vom Anwender vorgegeben. Die unterschiedlichen Aufschläge im Handel sind bei der Umsatzplanung ein wichtiges Merkmal. Umsatzplanung heißt auch: Planung der Umsatzziele für das nächste Geschäftsjahr; dies geschieht in der Regel auf der Grundlage des Vorjahres-Ergebnisses und ausgerichtet an den zukünftigen Rahmenbedingungen. Zum zugehörigen Umsatz plant der Anwender von Coback den prozentualen Rohstoff- oder Wareneinsatz. Als Hilfsmittel kann er bei ausreichender Differenzierung die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) benutzen. Kosten unter Kontrolle

Sind weitere Anbieter aufgetreten oder wird eine benachbarte Verkaufsstelle eines Mitbewerbers geschlossen? Wie entwickelt sich die Standortumgebung? Sind durch ein verändertes Sortiment Umsatzerweiterungen möglich? Diese und ähnliche Fragen sollten vor der Umsatzplanung gestellt und beantwortet werden.

Wichtig außerdem: die Berücksichtigung von kalkulatorischen Kosten. Das sind Aufwendungen, welche nicht aus der Gewinn- und Verlustrechnung hervorgehen. Sie müssen jedoch für die Kalkulation von Produkten und für die Bewertung von Profitcentern mit berücksichtigt werden, da sie betriebliche Aufwendungen (aber keine Ausgaben) darstellen. Gerade in familiär geführten Einzelunternehmen ist es entscheidend, dass der kalkulatorische Unternehmerlohn und kostenlos mitarbeitende Angehörige als kalkulatorische Personalkosten erfasst und auch die kalkulatorische Miete bei eigenen Betriebsräumen berücksichtigt werden.

Die Personalkosten nehmen in einer Bäckerei den größten Stellenwert ein. Coback berücksichtigt dies in der genauen Planung und Zuordnung der Personalkosten. Die freie und flexible Festlegung von Kostenstellen oder /und Warengruppen ist bei der Datenbanklösung komfortabel und einfach realisierbar – gegenüber der relativ starren Excel-Lösung ein erheblicher Vorteil.

Um die Plankosten zu berechnen, müssen der Bruttolohn, die Lohnzusatzkosten in Prozent und eine jährliche Sonderzahlung eingegeben werden. Die Verteilung auf die jeweiligen Kostenstellen wird mit einem prozentualen Schlüssel vorgenommen. Einfache Erfolgsrechnung

Auf der Basis der bisherigen Umsatz- und Kostenplanung kann nun eine erste Erfolgsrechnung erstellt werden. Sie gibt das geplante Ergebnis des jeweiligen Jahres oder der jeweiligen Planungsvariante (mit oder ohne Filialen) wieder. Die Tabelle zeigt die Umsatzstruktur des Gesamtunternehmens, den zugehörigen Rohstoff- beziehungsweise Wareneinsatz und den daraus resultierenden Rohgewinn. Es werden sämtliche Kosten des Unternehmens in Relation zum Umsatz aufgezeigt. Die Kosten werden als Summe von Hauptkostenstellen – Produktion, Kommissionierung, Auslieferung und Verwaltung sowie Verkauf – dargestellt. Kalkulation von Backwaren

Die Kalkulation von Backwaren basiert auf der Ermittlung des Deckungsbeitrags des Produkts. Die Werte für die Rohstoffkosten werden pauschal eingegeben, da in der Regel der Anwender durch sein Branchenprogramm die Gelegenheit hat, diese auf der Basis der Rezepturverwaltung zu ermitteln. Die Personalkosten für das Produkt werden auf der Basis des Stundensatzes und der Zeiteingaben für die gefertigte Losgröße berechnet. Das Ergebnis ist die Bewertung des Marktpreises durch den Deckungsbeitrag des Produkts – anschaulich dargestellt in einem tabellarischen Vergleich.

Der Anwender hat die Möglichkeit, eine monatliche Liquiditätsrechnung zu erstellen. Er kann Soll-Werte und Ist-Werte auf 24 Monate im Voraus planen und vergleichen. Die einzelnen Positionen sind dabei, wie bei allen anderen Planungs- und Analyseinstrumenten auch, frei bestimmbar. Durch die Eingabe der anteiligen Umsätze mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz werden die Mehrwertsteuerzahlungen des nächsten Monats mit berücksichtigt. Analyse und Planung

Auf Wunsch kann der Anwender die einmal erstellte Analyse in ein Planungsszenario übertragen, um die entsprechenden Planwerte einzutragen Die Erstellung eines Geschäftsplans kann damit schnell und sicher realisiert werden.

Coback wird auf der Messe iba 2012 durch die Marketing- und Servicegesellschaft auf dem Stand des Landes-Innungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk (Halle B 3) vorgestellt.

Information bei der

MSG-LIV unter:

msg@baecker-bayern.de Tel. 089 544 213 0

Tut nicht weh: Arbeiten an Mitarbeiter abgeben.
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