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Frauen bevorzugen häufiger Roggenbrötchen

Zielgruppenprofil der Roggenbrötchen-Kunden.  (Quelle: CMA)+
Zielgruppenprofil der Roggenbrötchen-Kunden. (Quelle: CMA)

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Roggenkleingebäcke im Visier der CMA-Marktforscher: Jüngere Verbraucher und Männer mit einem gezielten Sortiment ansprechen

Bonn (p). Die generellen Verbrauchereinstellungen zu Brötchen & Co. hat die CMA im repräsentativen Trendbarometer Kleingebäck 2006/2007 erhoben. Die Ergebnisse zeigen unterschiedliche Beweggründe der Bundesbürger für die Bevorzugung der verschiedenen Kleingebäcke:

Bei Croissants, Hörnchen und Brezeln ist in erster Linie der Geschmack „generell“ ausschlaggebend.

Bei Brötchen, Semmeln und Schrippen tritt als zweiter wesentlicher Grund hinzu, dass sie gut zu verschiedenen Belägen und Aufstrichen passen – wahlweise herzhaft oder süß.

Roggenbrötchen überzeugen – neben Geschmack und Vielseitigkeit – vor allem durch „Gesundheit und Bekömmlichkeit“, ebenso wie Vollkorn- bzw. Mehrkornbrötchen, wo Roggen ebenfalls als Zutat oft eine Hauptrolle spielt.

Um potenzielle Kunden genauer charakterisieren zu können, wurden zusätzlich die soziodemografischen Profile der Roggenbrötchen-Fans im Auftrag der CMA-Marktforschung ermittelt.

Die wichtigsten Ergebnisse sind zusammenfassend in der Grafik rechts dargestellt, aus der man für eine zielgruppengerechte Kundenansprache vier wichtige Bestimmungsgründe entnehmen kann. Die Abweichungen der Indexwerte vom Mittelwert aller Befragten machen deutlich, bei welchen der Kundengruppen entweder der Boden bereits gut bereitet ist, oder wo Defizite aufzuarbeiten sind.

Zielgruppen für Roggengebäcke

Anders als bei den Weizenkleingebäcken unterscheidet sich die Verzehrshäufigkeit bei roggenbetonten Gebäcken nach dem Geschlecht der Konsumenten: Frauen bevorzugen Roggenbrötchen häufiger als Männer.

Bei der Altersgruppenbetrachtung lassen sich ähnliche Trends wie bei Roggenbroten erkennen: Die Fans von Roggenbrötchen gehören zur Generation 40plus, besonders die 40- bis 59-Jährigen. Für die Einschätzung der Marktpotenziale lohnt hier ein Blick auf die Bevölkerungsstruktur. Es sind nämlich diejenigen Altersgruppen, die in den nächsten 10 Jahren absolut und überdurchschnittlich wachsen werden.

Aufschlussreich für marketingkonzeptionelle Überlegungen und die Kunden-Kommunikation sind außerdem die Antworten auf die Frage, wie sich die Roggenbrötchen-Fans selbst einstufen gegenüber neuen Trends beim Essen: Unter „Traditionalisten“ sind Roggenbrötchen-Fans eindeutig seltener zu finden. Sie gehören vielmehr zu denjenigen, die neuen Trends beim Essen entweder positiv abwartend oder aufgeschlossen gegenüber stehen –Roggenfans sind also modern anzusprechen.

Jüngere Verbraucher (= unter 40 Jahren) mit Trendsetter-Bewusstsein kaufen nicht nur seltener und weniger Roggenbrot, sie fühlen sich bislang auch von Roggenkleingebäcken deutlich schwächer angesprochen. Hier sollten die Bäcker nach Möglichkeiten suchen, auch diese Zielgruppe mit den „richtigen“ Produkten zu bedienen.

Für die richtige Positionierung im breiten Kleingebäcksortiment – insbesondere mit gezielter Kundenansprache – können diese Differenzierungen wichtig sein. Denn im heute wettbewerbsintensiven Markt für Lebensmittel müssen Roggenbäcker ihre Kundinnen und Kunden aktiv dort „abholen“, wo diese mit ihren Roggenmeinungen stehen.

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