ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Themenkanal Recht & Steuern

Finanzamt kassiert für Firmenparkplätze

Abgestellt: Firmenparkplätze sind bequem, aber häufig steuerpflichtig. (Quelle: Fotolia)+
Abgestellt: Firmenparkplätze sind bequem, aber häufig steuerpflichtig. (Quelle: Fotolia)

Weitere Artikel zu


Stellen Firmen Mitarbeitern Parkraum zur Verfügung, müssen sie steuerliche Konsequenzen beachten

Mönchengladbach (abz). Zeitraubende Parkplatzsuche erschwert vielerorts die Anreise zur Arbeit. Viele Arbeitgeber unterstützen ihr Personal mit einem Kfz-Stellplatz. So ermöglichen Firmen einen stressfreien Arbeitsbeginn und beugen Verspätungen vor.

Unternehmen sollten bei Mitarbeiterparkplätzen die steuerlichen Auswirkungen nicht außer Acht lassen, warnt die Steuerberatungsgesellschaft WWS in Aachen. Je nach Art und Form der Parkplatzüberlassung fallen beträchtliche Steuern und Sozialabgaben an.

Der Arbeitnehmer

zahlt mit

Insbesondere in exponierten Innenstadtlagen können Unternehmen Mitarbeiterparkplätze kaum kostenlos zur Verfügung stellen. Es entstehen zum Teil erhebliche Kosten durch Instandhaltung, Reinigung oder Fremdmiete, die die Arbeitgeber zumindest anteilig auf die Arbeitnehmer umlegen.

Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs zur Parkraumüberlassung mahnt zur erhöhten Vorsicht (BFH, Az. V R 63/14). Die obersten Finanzrichter vertreten die Auffassung, dass kostenpflichtige Stellplätze für Arbeitnehmer grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig sind.

„Viele Unternehmen denken bei Mitarbeiterstellplätzen nicht ans Finanzamt“, sagt Steuerberater Stefan Rattay, Steuerberater der WWS in Aachen. „Dabei sind bei der Parkraumüberlassung Umsatzsteuer und Lohnsteuer zu beachten.“

Wenn Mitarbeiter sich an den Kosten für eine Stellfläche beteiligen, wird Umsatzsteuer fällig. Dies gilt für Stellplätze auf dem Firmengelände, aber auch im nahegelegenen Parkhaus.

Finanzämter

drängen auf Nachzahlung

Für nicht abgeführte Umsatzsteuer stehen hohe Nachzahlungen im Raum. Beispiel: Ein mittelständisches Unternehmen mietet in einem Parkhaus 30Mitarbeiterstellplätze für jeweils 50 Euro monatlich an. Die Mitarbeiter beteiligen sich mit 25 Euro an den Stellplatzkosten.

So streicht die Firma jährlich 9000 Euro ein. Das Unternehmen führt über einen Zeitraum von fünf Jahren keine Umsatzsteuer ab, was im Rahmen einer Betriebsprüfung auffällt. Die Firma muss rückwirkend Umsatzsteuer in Höhe von 8550 Euro zuzüglich Nachzahlungszinsen in Höhe von sechs Prozent pro Jahr abführen.

Obendrein droht eine Lohnsteuerpflicht, unabhängig davon, ob eine Zuzahlung der Mitarbeiter erfolgt oder nicht. Das wertet Parkraum schnell als „geldwerten Vorteil“.

Diese Annahme ist nur vom Tisch, wenn der Parkraumüberlassung ein überwiegend betriebliches Interesse zugrunde liegt.

Steuerprüfer unterstellen

häufig private Nutzung

„Liegt der Stellplatz nicht in unmittelbarer Nähe der Firma, ist erhöhte Vorsicht geboten“, mahnt Rattay. „Leicht unterstellen die Steuerprüfer, dass der Parkraum privat genutzt wird.“

Grundsätzlich steuerfrei sind nur kostenfreie Kfz-Stellplätze auf dem Firmengelände.

In den vorgelegten Unterlagen sucht der Mitarbeiter des Finanzamtes nach Unregelmäßigkeiten.
Auch interessant

So klappt‘s auch mit dem Betriebsprüfer

Von Björn Malig Wenn eine Betriebsprüfung ansteht, sorgt das in vielen Bäckereien für Anspannung. Was tun und was besser lassen? Welche Vorbereitungen braucht es? Welche Unterlagen sind mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel