ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Ertragsoptimierung im Blick

Weitere Artikel zu


Unternehmensführung

Zinserhöhungen durch die Bank müssen im Sinne der Transparenz begründet sein

Dortmund (mv). Bei Erhöhungen des allgemeinen Zinsniveaus müssen Betriebsinhaber bei ihren variabel verzinsten Krediten mit Zinssteigerungen rechnen. Allerdings gilt diese „Zinsanpassungsautomatik“ auch bei fallenden Zinssätzen an den Geldmärkten.

Während der andauernden Diskussion um die Kreditvergabe der Bankinstitute nach Basel II gerät ein wesentlicher Bestandteil der ursprünglichen Überlegungen zu diesem Thema häufig in Vergessenheit: Es geht um die zukünftig deutlichere Orientierung der Kreditzinssätze an der jeweiligen Bonität des Kunden. Die damit verbundene Idee ist nachvollziehbar: Während Kreditnehmer mit unterdurchschnittlicher Bonität oder Kreditwürdigkeit mit höheren Kreditzinsen rechnen müssen, sollen Kreditnehmer mit guter Bonität von niedrigeren Zinssätzen profitieren.

Rating beeinflusst Zinsen

Die Entscheidung des Kreditgebers wird dabei vor allem von den Details der jeweiligen bank- oder sparkasseninternen Unternehmensbeurteilung („Rating“) beeinflusst. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund ist es wichtig, in regelmäßigen Gesprächen mit dem Kreditinstitut Verbesserungsmöglichkeiten des Ratings, die letztlich eben auch zu niedrigeren Zinsen führen können, zu bereden.

Neben dieser grundsätzlichen Zinssatzeinstufung gibt es darüber hinaus gehende Möglichkeiten beziehungsweise Verpflichtungen der Bankinstitute, Zinssätze den aktuellen Marktbedingungen anzupassen. Während sich die Staffelung der Zinssätze bei Basel II aber wie erwähnt unmittelbar am Kreditnehmer orientiert, ergeben sich allgemeine Zinssatzänderungen vor allem aus den jeweiligen Kreditverträgen und aus der Rechtsprechung.

Variable Zinssätze

Dabei geht es grundsätzlich um variable, also jederzeit veränderbare Zinssätze, wie sie vor allem beim Kontokorrentkredit auf dem Geschäftskonto üblich sind.

Bankinstitute formulieren diese möglichen Zinsanpassungen in ihren Kreditverträgen häufig mit dem Hinweis auf Veränderungen ihrer eigenen Refinanzierungsmöglichkeiten, die sich wiederum vor allem an den Bewegungen des Geldmarktes orientieren. Unternehmern bieten diese Formulierungen naturgemäß Chancen und Risiken zugleich.

Wichtig ist, dass ihnen die Bank oder Sparkasse vor allem Zinserhöhungen konkret begründet. Das Landgericht Dortmund hat dazu entschieden, dass es für den Kreditnehmer erkennbar sein muss, unter welchen Bedingungen sich der Preis für das Geld verändert.

Die Richter wollten damit offenbar deutlich machen, dass pauschale Aussagen als Grund für Zinssatzänderungen grundsätzlich nicht ausreichen (AZ: 8 O 559/ 99).

Diese Klarstellung des Landgerichts ist vor allem vor dem Hintergrund einer weitgehend transparenten Kunde-Bank-Beziehung natürlich sinnvoll. Schließlich erwarten Kreditinstitute einerseits eine in wirtschaftlichen Punkten zunehmende Offenheit ihrer Kreditkunden, so dass diese ihrerseits ebenfalls von einer offensiven Informationspolitik ihrer Hausbank oder –sparkasse ausgehen können.

Nachvollziehbare Zinssatzänderungen erinnern den Unternehmer außerdem daran, über seine bisherige Zinsstrategie nachzudenken.

So könnten diese Überlegungen beispielsweise bei mehreren Zinserhöhungen hintereinander dazu führen, einen Teil des Kontokorrentkredites in ein mittel- oder langfristiges Darlehen mit einer Festzinsvereinbarung umzuschulden, um sich gegenüber weiteren Zinserhöhungen abzusichern.

Geldanlagen

Auch betriebliche Geldanlagen sollten Teil dieser Strategie sein: Da im Unternehmensbereich neben den üblichen Geldmarkt- oder Termingeldkonten mit kurzen Laufzeiten auch mittelfristige Anlageformen bevorzugt werden, sollte bei steigender Zinstendenz überlegt werden, die Anlagezeiträume gegebenenfalls zu verkürzen.

Je nach Anlageform kann es auch sinnvoll sein, vor dem jeweiligen Ablauftermin auszusteigen. Eventuelle Nachteile wie zusätzliche Gebühren oder Kursverluste bei festverzinslichen Wertpapieren sollten natürlich mit dem Ansprechpartner des Bankinstitutes rechtzeitig beredet werden.

Insgesamt ist entscheidend, dass der Unternehmer Zinssatzänderungen offensiv angeht und daraus auch unmittelbare Konsequenzen mit dem Ziel der Ertragsoptimierung zieht.

Hilfestellung für Laien: Jens Scheler sorgt mit den Backkursen für nachhaltig gutes Image.
Auch interessant

Backkurse für Touristen geboten

Von Zeit zu Zeit stehen in der Bäckerei Anton im kleinen thüringischen Steinheid neben Bäckermeister Jens Scheler Mitarbeiter in der Backstube, die sich bei der Arbeit auffällig ungeübt anstellen. mehr...

Weitere Artikel aus Praxis vom 11.03.2005:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel