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Bäckerkompetenztag in Bayern: Referentin Regina Först fordert Selbstbewusstsein / Eigenes Denken verändern

hat zwar keine Bäckerei, sie kennt jedoch die Probleme, die täglich auf Vorgesetzte und Mitarbeitern der backenden Branche warten. „Bei mir war es nicht anders“, sagte sie auf dem Bäckerkompetenztag des Landesinnungsverbandes Bayern in Nürnberg. Sie erzählt von ihrem Leben und gibt Tipps, die sie zum Erfolg geführt haben. „Es liegt vor allem an Ihrem Denken.“

Die meisten Menschen hätten sich im Laufe ihres Lebens aus den Augen verloren. Sie suchten die Lösungen für ihre Herausforderungen im Außen statt in sich selbst. Regina Först, selbst erfolgreiche Unternehmerin, fordert mehr Mut zum Ich, mehr Selbstvertrauen und Authentizität. Als studierte Textil-Betriebswirtin war sie als Verkaufsleiterin bei Hennes & Mauritz (H & M) und Personalleiterin bei New Yorker tätig, bevor sie das Berufskleidungs-Label Först Class mitbegründete. Inzwischen ist sie begehrte Trainerin und zählt zu den Top-Referenten in Deutschland. Dabei sind es nicht nur Unternehmen, die sie als Referentin buchen. Selbst im Männer dominierten Fußball gibt sie Impulse und unterstützte beispielsweise die Mannschaft von Holstein Kiel.

Chef ist Kündigungsgrund

Die Lebensweisheit, die hinter den Gedanken von Regina Först steckt, ist einfach und leicht verständlich: Wer was ändern will, der muss bei sich selbst anfangen. Wie wichtig dies ist, ist nicht nur in der backenden Branche bekannt. Der Chef ist in Deutschland Kündigungsgrund Nummer eins. Nur 15 Prozent der Mitarbeiter gehen gern zur Arbeit. Wolfgang Filter, Geschäftsführer des Bayerischen Landesinnungsverbandes, verweist auf das manchmal kritische Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeitern in den Backbetrieben.

„Ist die Stimmung gut, erfolgt der Erfolg, der Umsatz automatisch. Kunden kaufen nie allein nur das Produkt“, erklärt Regina Först. Die Powerfrau hat unter anderen auch die Fußballer in ihrer Heimat gecoacht. Anfangs waren die Männer eher skeptisch. Der Erfolg des Vereins gab ihr jedoch Recht. Der Mannschaft wurde einfach nur bewusster, wie wichtig neben dem Können auch der sympathische Außenauftritt ist. Nicht nur sportlich lief es besser. Auch die Zahl der Dauerkartenkäufe stieg wesentlich an. „Die Leute haben sich wieder mit ihren Verein identifiziert und standen nicht nur bei Erfolgen hinter ihrer Mannschaft.“

Egal ob beim Fußball oder im Geschäftsleben – Besucher und Kunden kommen, weil sie einen Mehrgewinn, einen Mehrwert haben wollen. Sie wollen glücklicher rausgehen als sie reingekommen sind. Das kann ein persönliches Wort sein, ein von Herzen kommendes Lächeln, oder, oder. Hier können die Mitarbeiter im Verkauf den großen Unterschied machen und ein Magnet für Kunden sein

„Da müssen aber auch Chef und Mitarbeiter Glück ausstrahlen.“ Mit dem Glück ist es jedoch so eine Sache. Regina Först bringt hier gern die Schule als Beispiel. Was am Anfang des Lebens so selbstverständlich geht, verliert sich über Schule und Studium viel zu oft. Der Fokus liegt viel zu stark auf dem fachlichen Weiterkommen und verliert das menschliche Miteinander völlig aus den Augen.

„Die Kinder gehen im ersten Jahr noch gern in die Schule.“ Laut einer Harvard-Untersuchung hört ein Schüler bis zum 18. Lebensjahr rund 148.000-mal das Wort Nein. So werden die Neugierde, der Mut und die Kreativität gebremst. Gut, dass Kinder das Laufen nicht erst in der Schule lernen. „Denn die Neugierde treibt die Kleinsten an, immer wieder aufzustehen.“ Diese Neugier sollte den Kindern, aber auch den Erwachsenen erhalten bleiben. „Dann geht auch was vorwärts im Unternehmen.“

Als positiv bewertet Först, dass erste Schulen das Fach „Glück“ eingeführt haben. Sie warnt mit Blick auf das Glück vor der „Wenn-dann-Falle“. Wer ein bestimmtes Ereignis erwartet, um dies mit Glück zu verbinden, der wartet meist vergeblich. Glück finde in uns statt. Wer meckert, der verliert an Ausstrahlung. Immer wieder herumnörgeln und kritisieren führe zudem zu Stress. Depression sieht Regina Först als größtes Krankheitsrisiko unserer Zeit an. Krankheiten seien eng mit dem seelischen Gleichgewicht verbunden: „Wenn die Seele nicht heilt, kann der Körper nicht leben.“

Klare Ansage machen

Ein Weiteres stellt Regina Först klar: Mit sich selbst und anderen wertschätzend umzugehen, bringt die Dinge voran. „Es geht mir nicht um den Kuschelkurs, sondern darum, dass Menschen klar in der Ansage und herzlich im Ton sind.“ Dass dies auch in direktem Zusammenhang mit wirtschaftlichem Erfolg steht, machte Regina Först mehrfach deutlich.

Sie spricht hier von Authentizität im Business. „Wir steht es mit Ihrem Selbstmarketing?“ Nachdem innerlich aufgeräumt sei, müsse man seine Wirkung auf die anderen betrachten. Während vielfach viel Geld für Produktverpackungen und Marketing ausgegeben werde, machen sich die meisten keine Gedanken über die eigene Wirkung. „Wer authentisch ist – und nicht nur so wirkt – der kann gut verkaufen.“

Dabei erklärt Regina Först wichtige Aspekte der Kommunikation, die sowohl die sprachliche Ausdrucksweise als auch die Körpersprache umfassen. Nach dem Paredo-Prinzip kann mit kleinsten Mitteln große Wirkung erzielt werden. Ein solches Mittel ist der Abschied von der Negation: „Nehmen Sie das Wort „nicht“ aus Ihren Gedanken und Sätzen. Formulieren Sie ab jetzt das, was Sie wollen.“

Denn wer nicht an etwas denken soll, der denkt daran, weil die Gedanken „nicht“ nicht verarbeiten können. Und da wir wissen, dass Worte wirken, passiert auch sicher das, was wir eigentlich nicht wollen. Missverständnisse würden zu Missverhältnissen führen. Das koste Zeit und Nerven und diene keinesfalls dazu, eine Sache voranzutreiben.

Regina Först nennt ein Mittel, um Sachen voranzutreiben und bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Tue heute das, was Du morgen sein willst.“ So gebe man seinem Leben eine Richtung, statt sich von anderen lenken zu lassen. Dies ist für Regina Först gerade auch mit Blick auf eine immer schneller werdende Welt wichtig. Das Leben sei Bewegung und werde es immer sein. Man könne sich jedoch von innerem und äußerem Ballast befreien, mutig nach vorn schauen und losgehen.

Für die Teilnehmer des Bäckerkompetenztags sind dies wertvolle Tipps. Sie gehen mit neuen Impulsen und Einstellungen aus dem Seminar.

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