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Energieträger entscheidet

Bei zentraler Befeuerung der Backöfen reduziert sich der Aufwand zur Wärmerückgewinnung deutlich.  (Quelle: Heuft)+
Bei zentraler Befeuerung der Backöfen reduziert sich der Aufwand zur Wärmerückgewinnung deutlich. (Quelle: Heuft)

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Energie-Check Teil 3: Backöfen. Die zentrale Befeuerung wird immer wirtschaftlicher. Ofenmanagement senkt die Kosten.

Von Christopher Goelz

Backöfen sind noch vor der die

größten Energieverbraucher und je nach Energieträger auch der Energiekostenfaktor Nummer eins. Daher lohnt sich der Zeitaufwand, sich etwas näher mit dieser unverzichtbaren zu beschäftigen.

Die Betrachtung gliedert sich in zwei Bereiche: Wird die Anschaffung eines neuen Backofens geplant oder soll die vorhandene Technik noch weitere Jahre genutzt werden? Bleibt der Alte weiter im Einsatz, gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten, den Energieverbrauch und damit die zu senken:

Nutzung von Abwärme in Rauchgas und Schwaden.

In den Rauchgasen und Schwaden stecken beachtliche Mengen ungenutzter, hochwertiger , die zur Erzeugung von Warmwasser und/oder Heizungswasser genutzt werden können. Bis zu 20Prozent der eingesetzten Brennstoffmenge können dabei zurückgewonnen werden. Dies erfolgt über sogenannte Abgaswärmetaucher, die die zurückgewonnene Wärmeenergie in das hauseigene Warmwasser- und Heizungssystem einspeisen. Allerdings sollte diese Technik nur von einem erfahrenen Anlagenbauer durchgeführt werden. Wer sich nicht wirklich auskennt, sollte davon die Finger lassen. Sonst kann es passieren, dass nur der Anlagenbauer etwas von Ihrem Wunsch zum Sparen hat und Sie weiterhin viel heiße Luft, sprich Energie, durch den Kamin jagen.

Um abzuschätzen, wie viel Energie am Ende gespart werden kann, muss man wissen, wie viel Öl oder Gas die Backöfen im Jahr verbrauchen. Eine sichere Grundlage dafür schafft das Energiecontrolling, bei der die jeweiligen Verbrauchsdaten entsprechend erfasst und zugeordnet werden (siehe ABZ 12). Ist die Menge bekannt, rechnen Sie mit bis zu 20 Prozent Energie (10% aus Schwaden, 10% aus Rauchgasen). Aber Achtung: Im Sommer reduziert sich der Wärmebedarf, da kein Heizungsbetrieb erfolgt. Daher nur die Wärmemenge berücksichtigen, die ganzjährig genutzt werden kann.

Durch Verhaltensänderung den Energieverbrauch senken.

In der sieht man sehr häufig Backöfen, deren Herdgruppen (fast) alle in Betrieb sind, nur weil eine Etage am Nachmittag noch einmal benötigt wird. Achten Sie unbedingt darauf, dass Backöfen (aller Bauart) nicht zu früh eingeschaltet, bzw. zu spät abgeschaltet und die Backöfen nur so kurz als möglich geöffnet werden. Allein durch eine bessere Organisation (Ofenmanagement) und ein energiebewusstes Verhalten lässt sich viel Energie sparen. In Einzelfällen können das je 10 bis 20Prozent sein.

Energieträger entscheidet

Wird die Anschaffung eines neuen Backofens geplant, sollten Sie sich zunächst nicht über den Hersteller, sondern über den richtigen Energieträger Gedanken machen. Ein Backofen ist fast so etwas wie ein Familienmitglied, da er in der Regel über viele Jahre mit Ihnen, bzw. für Sie arbeiten wird. Dabei werden in dieser Zeit die Kosten für Energie ein Vielfaches der Investition betragen. Beim Nachrechnen erkennen Sie sehr schnell, dass die Backofen-Energiekosten über 20 Jahre eine bedeutende Größe sind und am Ende mitentscheiden werden, ob Sie zukünftig eher „große oder kleine Brötchen backen“ werden.

Zentral oder dezentral?

Aus heutiger Sicht sollte man nicht mehr in Technologien auf Basis fossiler Energieträger investieren. Wenn überhaupt, dann vielleicht noch in Erdgas, da dieses etwas länger zur Verfügung stehen wird. Besser sind Brennertechnologien, die mit nachwachsenden Rohstoffen arbeiten. Das sind zunächst holzbefeuerte Anlagen, aber in Zukunft sicher auch andere, schnell nachwachsende Biomasse-Arten wie beispielsweise Miscanthus (Riesen-Chinaschilf) oder das eigene Altbrot.

Während Holz als Scheit- oder Pelletware schon heute problemlos in Einzelöfen, also dezentral verfeuert werden können, sieht es bei alternativen Brennstoffarten noch etwas anders aus, da die Anforderung an die Brennertechnologie komplexer ist. Hier bietet sich eine zentrale Feuerungstechnik auf Basis einer Thermoölanlage an. So lässt sich der höhere Aufwand der Brennertechnologie auf einen Standort konzentrieren und damit wirtschaftlicher darstellen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn mehrere Backöfen betrieben werden. Denn so muss allenfalls die Brennertechnologie an einem zentralen Standort der technischen Entwicklung nachgeführt werden und man ist nicht gezwungen, alle Öfen – sofern überhaupt möglich – dem neuen Brennstoff anzupassen.

Damit besteht beispielsweise auch die Möglichkeit, später einmal eigenes Altbrot als Energieträger einzusetzen. Denn auch hier bleibt die Entwicklung sicher nicht stehen, da in einem Kilogramm trockenem Altbrot so viel Energie steckt wie in einem Kilogramm Brennholz. Ein weiterer Vorteil der Thermoöltechnik: Der Aufwand zur Wärmerückgewinnung aus den Rauchgasen wird gegenüber der Einzelfeuerung deutlich reduziert und damit nochmals wirtschaftlicher.

Außerdem werden erste Systeme erprobt, bei denen durch thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen (Pyrolyse) Biomasse unterschiedlichster Art energetisch genutzt werden kann. Auch diese Technik wird sich sehr gut mit der Thermoöltechnik verbinden lassen.

Erst das perfekt abgestimmte LED-Licht sorgt für entsprechendes Ambiente.
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