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EnergieTipp – Betriebskosten berücksichtigen Energieeinsparpotenziale aufspüren: Energetische Situation bei Neu- oder Umbau überprüfen

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Unternehmensfuehrung

Von Christopher Goelz

So mancher Bäcker beschäftigt sich vielleicht gerade mit dem Thema Neu- oder Umbau. Zugegeben, allein schon der Gedanke an Bauplanung, Container-Laden, Presslufthammer und Handwerke kann einen das Fürchten lehren. Aber: Jeder Neu- oder Umbau von Backstube und Laden eröffnet auch viele Möglichkeiten – auch zur Energieeinsparung.

In der Regel wird bei Neu- und Umbauten an (fast) alles gedacht. Die richtige Farbe, ein schöner Boden, die passende Beleuchtung, der optimale Ofen, die original italienische Espressomaschine im Stil der 50er Jahre und vieles mehr.

Aber was ist mit dem Energieverbrauch? Wie in den vergangenen Beiträgen aufgezeigt, gibt es gerade im Bäckerhandwerk eine Vielzahl von Möglichkeiten, Energie zu sparen, bzw. die reichlich vorhandene überschüssige Energie sinnvoll zu nutzen. Kein Zeitpunkt ist dazu besser geeignet, sich mit der energetischen Optimierung zu beschäftigen als jetzt! Sind die Rohre erst einmal verlegt, die Wände verputzt, die Aggregate und Maschinen angeschlossen und der Laden eröffnet, wird es mit der Optimierung vergleichsweise teuer.

Man kann sicher nicht alle Bauvorhaben und die damit verbundenen Einsparpotenziale in einem Artikel umfassend beschreiben. Zu unterschiedlich sind die Rahmenbedingungen und die Anforderungen. Dennoch gibt es grundlegende Punkte die es zu beachten lohnt.

Betriebskosten berücksichtigen

Bedenken Sie bei Ihren Planungen, dass die Betriebskosten einer Backstube oder eines Ladens im Laufe der Nutzung (15 bis 30 Jahre) die ursprünglichen Investitionskosten um ein Vielfaches übersteigen und dass die Energiepreise schon mittelfristig weiter (stark) steigen werden. Daher ist die Planungsphase auch ein idealer Zeitpunkt, die energetische Gesamtsituation von einem versierten Berater neutral überprüfen zu lassen (80 % KfW-Zuschuss nutzen). Nicht selten sind die ausführenden Betriebe mit den Möglichkeiten zur Energieeinsparung überfordert, denn die anlagenübergreifende Betrachtung der Systeme ist hier besonders wichtig. Und so werden noch immer unzählige Einsparpotenziale nicht erkannt.

Die nachfolgenden Punkte sollen Ihnen einen Überblick der Möglichkeiten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, geben.

Klimatisierung

Auf den Einsatz von Klimaanlagen so weit wie möglich verzichten. Reduzieren der inneren Lasten und Nutzen der sogenannten freien Kühlung (siehe ABZ 11/2010, Seite 19).

Kühlung

Abwärme der Kältetechnik zur Herstellung von Warmwasser und ggf. zur Gebäudeheizung einsetzen.

Abtauzeitpunkte nicht in die Hauptproduktionszeit legen, bzw. nicht alle Anlagen zum selben Zeitpunkt abtauen (Lastspitzen).

Kühlwerke (Kondensatoren) nicht auf dem Dach, an Stellen mit schlechtem Luftwechsel (Wärmestau), bzw. nicht in der Sonne aufstellen (schlechter Wirkungsgrad).

Auf Ventilatoren (Kondensator und Verdampfer) mit variabler Drehzahl achten (Drehzahlregelung). Dadurch bessere Leistungsanpassung und kein Takten der Verdichter (Lebensdauer).

Backöfen

Abwärme aus Rauchgas und Schwaden zur Warmwassererzeugung und der Gebäudeheizung nutzen (Temperaturen von 80°C möglich).

Wirtschaftlicher, insbesondere auch im Rahmen der Wärmerückgewinnung, ist der Einsatz von Thermoöl-Systemen. Hier reduziert sich die Anzahl der Brenner und damit der erforderlichen Wärmetauscher (Kosten). Zudem können mit Thermoöl-Systemen zukünftig auch alternative Brennstoffe besser eingesetzt werden (z. B. Holzpellets oder Altbrot).

Heizung/Warmwasser

Nutzen der Abwärme aus der Kälte- und Backofentechnik. Das verfügbare Abwärmepotenzial übersteigt in der Regel oft den eigenen Bedarf.

Der Wärmeüberschuss aus Kälte- und Backofentechnik kann bei günstigen Bedingungen auch an benachbarte Betriebe oder Wohngebäude verkauft werden.

Zur optimalen Wärmenutzung statt konventioneller Heizkörper, besser Fußbodenheizungen einsetzen (nur geringe Vorlauftemperatur erforderlich).

Weiter überschüssige Abwärme könnte zum Auftauen von Bürgersteig, Zugängen oder Parkplatz genutzt werden (umweltfreundlicher und zudem bequemer Winterdienst).

Spülmaschine

Spülmaschinen an den Warmwasseranschluss, besser noch an einen Heißwasseranschluss (ca. 80 °C) anschließen. Über die Backofenabwärme könnte ein separater Heißwasserspeicher versorgt werden. Das spart viel Strom und reduziert die Lastspitzen.

Auf ausreichende Beleuchtung durch Tageslicht achten. In Backstuben ideal sind zu öffnende Sheddächer mit Nordausrichtung, die für kühles Licht sorgen.

Moderne, effiziente Lampen und Leuchtmittel einsetzen. Insbesondere für Backstuben gibt es spezielle Lampen (Adressen von Herstellern erhalten Sie gerne auf Anfrage).

Bei ausreichend Tageslicht gilt: Lampen abschalten! Daher sollten die Lampen in sinnvollen Gruppen geschaltet werden können.

Eine automatisierte Lichtsteuerung (Dimmung) verhindert unnötig brennende und damit stromverbrauchende Lampen.

Weitere Artikel aus Praxis vom 30.06.2010:

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