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Einmal Urlaub – dreimal kassieren

Für den Urlaub ihrer Belegschaft zahlen Betriebsinhaber häufig mit. (Quelle: Fotolia)+
Für den Urlaub ihrer Belegschaft zahlen Betriebsinhaber häufig mit. (Quelle: Fotolia)

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Urlaubsentgeld, Urlaubsgeld und Urlaubsabgeltung – was müssen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zahlen?

Von Maik Heitmann und

Wolfgang Büser

Arbeitnehmer haben während ihres Erholungsurlaubs auf Fortzahlung ihrer Bezüge: das Urlaubsentgelt. Daneben kann es Urlaubsgeld geben – wenn Tarif- oder Arbeitsvertrag das so vorsehen.

Nach dem Ende eines Arbeitsverhältnisses schließlich kann vom Arbeitnehmer eine Urlaubsabgeltung verlangt werden. Worin unterscheiden sich die drei „Urlaubszahlungen“?

Urlaubsentgelt

Die „Lohnfortzahlung“ während des Urlaubs bereitet bei festen Bezügen keine Probleme. Bei wechselnden Verdiensten sieht das Bundesurlaubsgesetz vor, dass der durchschnittliche Arbeitsverdienst der letzten drei Monate anzusetzen ist. Für Überstunden gezahlte Arbeitsverdienste bleiben außer Betracht.

Hat sich im Bemessungszeitraum eine Lohnerhöhung ergeben, so wird das neue Arbeitsentgelt berücksichtigt. Dasselbe gilt von dem Zeitpunkt an, von dem an ein neuer Tarif während des Urlaubs in Kraft tritt.

Andererseits mindern Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum wegen Kurzarbeit, anderer Arbeitsausfälle oder wegen „unverschuldeter Arbeitsversäumnis“ eingetreten sind, das Urlaubsentgelt nicht.

Arbeitnehmer, die neben dem Barlohn Sachbezüge beziehen, diese aber während des Urlaubs nicht in Anspruch nehmen, erhalten dafür einen Ausgleich in bar.

Das gilt zum Beispiel für freie Verpflegung, die nach der amtlichen Sachbezugstabelle in Eurowerte umgerechnet wird. Eine vom zur Verfügung gestellte Wohnung bleibt allerdings außen vor, weil sie hier während des Urlaubs nicht „entfällt“.

Urlaubsgeld

Die zusätzliche Leistung des Arbeitgebers neben dem Urlaubsentgelt steht nur zu, wenn sich der Anspruch aus einem Tarif- oder Arbeitsvertrag beziehungsweise aus einer Betriebsvereinbarung ergeben. Das Gesetz schweigt dazu.

Allerdings kann sich ein Zahlungsanspruch auch daraus ergeben, dass ein Arbeitgeber Urlaubsgeld freiwillig bereits drei Jahre hintereinander „vorbehaltlos“ gezahlt hat.

Teilzeitkräfte können ein zusätzliches Urlaubsgeld fordern, wenn es ihnen zwar nicht vertraglich zugesichert wurde, aber die Vollbeschäftigten des Betriebes die Zusatzleistung des Arbeitgebers bekommen.

Urlaubsabgeltung

Unter Arbeitnehmern weit verbreitet, ist die Auffassung, dass sie für nicht genommenen Erholungsurlaub eine Barabgeltung verlangen können. Das stimmt nicht. darf vom Arbeitgeber nur dann bar abgegolten werden, wenn das Arbeitsverhältnis endete und Urlaub noch „offen steht“.

Zahlt ein Arbeitgeber während des Arbeitsverhältnisses eine Urlaubsabgeltung, so kann der Arbeitnehmer seinen Urlaubsanspruch dennoch einfordern, ohne die Abgeltung zurückzahlen zu müssen.

Wenn sich Arbeitnehmer bewerben, sollten sie eventuelle andere Arbeitsverhältnisse angeben.
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