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Eine Familie fährt mit voller Kraft voraus

Mit einem Mercedes Unimog fing der mobile Verkauf vor rund 50 Jahren an. Heute dient das historische Fahrzeug der Familie als Blickfang für Events. (Quelle: Stumpf)+
Mit einem Mercedes Unimog fing der mobile Verkauf vor rund 50 Jahren an. Heute dient das historische Fahrzeug der Familie als Blickfang für Events. (Quelle: Stumpf)

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Die Mühlenbäckerei Ambrosius in Lüxem hat den Mühlenbetrieb eingestellt / Gut unterwegs mit Fahrverkauf und Kerngeschäft / Im Kommen: Snack- und Konditoreigeschäft

Von Hans Stumpf

Wir haben noch einiges vor“, sagt Christina Ambrosius beim Gang durch die Produktionsräume. Die 42-Jährige führt zusammen mit ihrer Schwester Elisabeth (30) die Mühlenbäckerei Ambrosius in Lüxem, einem Ortsteil von Wittlich in Rheinland-Pfalz. Den Veränderungen am Markt schuldend, hat sich in der Mühlenbäckerei vieles verändert.

Wie man aus dem Namen schließen kann, war der Betrieb lange eine Mühle und eine Bäckerei. 1957 haben Vater und Großvater der heutigen Inhaber neben der Mühle mit dem Backen von Brot begonnen. Bis 2013 wurde für den Eigenbedarf und die Belieferung kleinerer Bäckereien in der Umgebung gemahlen. „Wir haben das Mahlen eingestellt, weil es unwirtschaftlich wurde und wir keinen geeigneten Müller fanden“, blickt Christina Ambrosius zurück.

Aus der Mühle wird ein

Veranstaltungsraum

Für sie und ihre Schwester eine Chance, die Mühle anders zu nutzen. Die alten Maschinen, Rohrleitungen und das Gebäude haben einen besonderen Charme. Deshalb sollen die Räume künftig für Events genutzt werden. „Ideen gibt es schon genug. Baulich muss das ein oder andere noch umgesetzt werden“, erklärt Christina Ambrosius.

Sie ist für den kaufmännischen Bereich des Unternehmens zuständig. Ihre jüngere Schwester kümmert sich als Konditormeisterin um die Produktion. Auch dort gibt es einige Veränderungen. „Wir sind vor allem für unser Brot und unsere Brötchen bekannt“, erklärt Elisabeth Ambrosius. Eigener Sauerteig, alte Rezepturen, ein großer Thermoöl-Etagenbackofen und ein Thermoöl-Wagenofen sind einige der Garanten für die hohe Produktqualität. Ganz bewusst hat man sich für die Heuft-Öfen entschieden.

Bei den Kunden kommt dies an und die Mühlenbäckerei ist dafür bekannt. Über die Jahrzehnte hat der Betrieb in diese Richtung seinen guten Ruf gefestigt. „Im Konditoreibereich sind wir noch weniger bekannt“, gibt Elisabeth Ambrosius zu. „Einfach, weil die Kunden dies nicht von uns erwarten.“ In der größten Filiale im Herzen von Wittlich wird angebaut – auch um das Konditoreigeschäft zu forcieren. Der Nachbarladen im Einkaufszentrum „Schlossgalerie“ kommt dazu. Bisher zeigt sich die Mühlenbäckerei hier als klassische Bäckerei. Die Verbindung zur Mühle wird durch einen Mühlstein geschaffen, der in der Theke integriert ist.

und Mittagsimbiss

aus dem Etagenbackofen

Den ganzen Tag über wird in einem Miwe Wenz 1919 mit dekorativer gusseiserner Ofenfront gebacken. Mittags sind es vor allem Snacks wie Pizzazungen, die aus dem Ladenbackofen kommen. Gefragt sind dann auch Spezialitäten wie der „Mühlenburger“, ein leckeres Frikadellen Brötchen. Rund 35 Prozent des Umsatzes in dieser Filiale werden inzwischen mit Snacks und Kaffee und dem Mittagsimbiss gemacht.

Im Anbau entstehen ein großer Sitzbereich und eine Konditorei- und Eistheke. „Dann können wir auch zeigen, was wir alles können“, freut sich Elisabeth Ambrosius. Seit sie im Betrieb tätig ist, hat sie auch das Geschäft mit Hochzeitstorten aufgebaut. Hergestellt werden Torten mit Buttercreme, allerdings „neu interpretiert“, wie die Konditormeisterin sagt. Das heißt dünne, feine Cremeschichten in Kombination mit Früchten. „Das macht die Torten sehr leicht.“

Das Pralinen- und

Eisgeschäft im Visier

Pralinen gehören zur Weihnachtszeit ins Sortiment. Das ist den beiden Schwestern allerdings noch nicht genug. Vielmehr sehen sie hier eine neue Chance. An den Produktionsbetrieb wurden weitere Räume angebaut. Dort entsteht gerade eine Schulungskonditorei. Elisabeth Ambrosius: „Wir wollen hier zum Beispiel Pralinenseminare geben und so unsere Kompetenz darstellen.“

Im Anbau ist auch ein Eisraum geschaffen worden. Hier werden im Sommer leckere Eiskreationen hergestellt. Elisabeth Ambrosius arbeitet ohne Grundmischungen, sondern verwendet feinste Fruchtpürees oder frische Früchte. Als Stabilisatoren sind Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl im Einsatz. Das Eis gibt es hauptsächlich in den eigenen Filialen. In der Schlossgalerie wird bei der Erweiterung eine Eistheke integriert.

Trotz vieler Veränderungen im Betrieb wird an einem festgehalten: dem mobilen Verkauf. Der Vater der beiden heutigen Geschäftsführerinnen hat bereits in den 1950 und 1960er Jahren mit einem Mercedes Unimog Brot und Brötchen zu Kunden geliefert. Aufwendig restauriert, steht der Unimog heute noch fahrbereit im Hof und dient bei Aktionen als Blickfang.

Auch heute noch mit

einem Mercedes auf Tour

Auf Tour gehen zwei Verkäuferinnen heute wieder mit Mercedes. „Wir hatten auch andere Hersteller, jedoch waren wir hier nicht besonders zufrieden“, blickt Christina Ambrosius zurück. „Ein Verkaufsmobil muss fahren. Wenn es in die Werkstatt muss, dann nur so kurz wie möglich.“ Die Schwestern haben deshalb dieses Jahr zwei neue Mercedes Sprinter-Verkaufsmobile von BSK angeschafft.

Mit kurzem Radstand

leichter zu manövrieren

Ganz bewusst haben sie sich für die Fahrzeuge mit dem kurzen Radstand entschieden. Sie sind leichter zu manövrieren. Da die Sprinter-Verkaufsmobile keinen Kofferaufbau haben, hilft dies ebenfalls beim Rangieren. „Noch wichtiger ist für uns allerdings, dass wir hier sehr übersichtlich präsentieren können“, argumentiert Christina Ambrosius. Sie hat lieber eine kleinere, aber dafür immer volle Präsentationsfläche. „Unter der Theke ist genug Platz, damit wir leicht nachbestücken können.“

Mühlenbäckerei (fast)

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