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Die Weichen für den Betrieb richtig stellen

Auf dem Weg zum Jahreswechsel gilt es, steuerlich das richtige Gleis zu nehmen. (Quelle: Fotolia)+
Auf dem Weg zum Jahreswechsel gilt es, steuerlich das richtige Gleis zu nehmen. (Quelle: Fotolia)

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Rücklagen, Rückstellungen oder Reparaturarbeiten bieten Gestaltungsmöglichkeiten zum Jahreswechsel (Teil 2)

Von Björn Malig

Durften Sie bereits morgens die Scheibe freikratzen oder lag bei Ihnen sogar schon der erste Schnee? Beides sollten Sie als sicheres Zeichen dafür interpretieren, dass der nächste Jahreswechsel vor der Tür steht – mit steuerlicher Relevanz. Deshalb gilt: Auch wenn die Backstube saisonbedingt gerade auf Hochtouren läuft, sollten Sie zum Jahresende einen Blick auf das zurückliegende Geschäftsjahr werfen und eventuelle Maßnahmen ergreifen, um nicht im neuen Jahr überrascht zu werden.

Jetzt bietet es sich an, die Weichen zu stellen, mit den richtigen Schritten können Sie Ihre Bilanz und Kennzahlen noch rechtzeitig betriebswirtschaftlich und steuerlich optimieren. Darauf ist dabei zu achten:

Rücklagen bilden statt

stille Reserven versteuern

Bei der Veräußerung oder beim Ausscheiden von Wirtschaftsgütern werden erhebliche stille Reserven aufgedeckt. Diese müssen grundsätzlich versteuert werden – es sei denn, der Bäcker bildet eine Rücklage. Hierfür gibt es zwei Methoden:

a) Reinvestitionsrücklagen: Diese können gebildet werden, wenn bestimmte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (zum Beispiel Grund und Boden) veräußert werden.

b) Ersatzbeschaffungsrücklagen: Sobald ein Wirtschaftsgut aufgrund höherer Gewalt (zum Beispiel nach einem Brand) aus dem Betriebsvermögen ausgeschieden ist, können diese gebildet werden.

Mit Rückstellungen

den Gewinn mindern

Welche ideale Möglichkeit gibt es, um Gewinn zu mindern? Indem künftige Ausgaben vorweg genommen werden. Bei solchen Rückstellungen handelt es sich in der Regel um Verbindlichkeiten gegenüber anderen. Diese wurden zwar vor dem Bilanzstichtag wirtschaftlich verursacht, Höhe und konkreter Entstehungszeitpunkt sind dabei jedoch ungewiss.

Typische Rückstellungen sind Urlaubstage und Überstunden, Tantiemen, Jahresabschlusskosten, Aufbewahrungsverpflichtungen, Rückbauverpflichtung, Kosten für Betriebsprüfung und Pensionszusagen. Mit Hilfe einer Checkliste, sollte der Rückstellungsbedarf jedes Jahr überprüft werden.

Instandsetzungsarbeiten

vor dem Jahreswechsel

Sind in Ihrer Bäckerei dringend Instandsetzungsmaßnahmen notwendig? Dann führen Sie die Reparaturen noch vor Ablauf des Wirtschaftsjahres durch. Das hat einen steuerlich positiven Nebeneffekt: Die Kosten können noch in diesem Jahr gewinnmindernd geltend gemacht werden.

Können Sie die anstehenden Reparaturmaßnahmen jetzt nicht mehr in Angriff nehmen? Dann kommt die Bildung einer Instandhaltungsrückstellung in Betracht, auch diese mindert den aktuellen Gewinn. Wichtig ist dabei, dass die anstehenden Instandhaltungsarbeiten im nächsten Jahr in den ersten drei Monaten erledigt werden müssen.

Verlustausgleichsverbot bei

Kommandit-Beteiligungen

Als Kommanditist sollten Sie etwaige Verluste aus Ihrer Beteiligung im Auge behalten. Droht eine Verlustzuweisung für das Jahr 2016? Dann können diese bei bereits negativen Kapitalkonten eventuell nicht oder nicht in vollem Umfang steuerlich berücksichtigt werden. Der Verlust ist in dem Fall nur mit späteren Gewinnen zu kompensieren.

Schuldzinsen

gewinnmindernd abziehen

Einzelunternehmer und Personengesellschaften können grundsätzlich ihre betrieblichen Schuldzinsen gewinnmindernd abziehen. Einschränkungen gibt es, wenn sich zum Bilanzstichtag Überentnahmen ergeben. Lediglich für Schuldzinsen, die aus der Finanzierung von Anlagevermögen stammen, gibt es keine Abzugsbeschränkungen.

Vorsicht: Gezielte Einlagen in den letzten Tagen des Wirtschaftsjahres und Wiederentnahmen in den ersten Tagen des neuen Jahres betrachtet der Bundesfinanzhof als Gestaltungsmissbrauch.

Reduzierter Steuersatz bei

Thesaurierungsbegünstigung

Ermitteln Sie als Einzelunternehmer oder Personengesellschaft den Gewinn durch Bilanzierung? Dann können Sie nicht entnommene betriebliche Gewinne ganz oder teilweise mit einem reduzierten Einkommensteuersatz von 28,25 Prozent versteuern lassen. Dieser günstige Steuersatz gilt auf Antrag und nur für Gewinnanteile, die als so genannte Thesaurierung im Unternehmen belassen werden – also für Investitionen bereit stehen.

Achtung: Wenn Sie den ermäßigt besteuerten Gewinn später entnehmen, ist eine Nachsteuer von 25 Prozent fällig – unabhängig von den tatsächlich erzielten Einkünften. Daher ist es sinnvoll, vor der erstmaligen Inanspruchnahme der Thesaurierung dem Unternehmen Kapital zu entnehmen, um spätere Überentnahmen zu vermeiden.

Vereinbarungen

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