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Verkauf & Marketing
Die richtigen Worte zur Kostprobe unterstreichen Geschmack und Nutzen der Produkte / Von B. Krieger-Mettbach
Die größte Herausforderung bei einer Verkostungsaktion besteht darin, die Kunden zum Kauf zu animieren. Leiten Sie die Entscheidungsphase mit einer offenen Frage ein: „Wie hat es Ihnen geschmeckt?“ Viele Kunden reagieren positiv: „Das schmeckt gut“ oder „Das ist wirklich lecker“. Ideal, wenn gleich eine Kaufentscheidung fällt. Nutzbringend können konstruktive kritische Anmerkungen der Kunden sein. „Mir schmeckt das Brot nicht so gut, weil es zu fest ist.“
Wichtig ist hier, mit dem richtigen Ohr zuzuhören. Verkäuferinnen, die sich bereits nach dem ersten Satzteil beleidigt abwenden, bringen sich um die große Chance, Brotsorten mit lockerer Krume schmackhaft zu machen. Bleiben Sie in jeder Phase der Verkostung geduldig. Drängen Sie die Kunden nicht zum Kauf. Reagieren Sie auch bei einer negativen Entscheidung freundlich.
Zögert der Kunde noch, fragen Sie nach. „Ich merke, dass unsere neuen Brötchen Sie nicht ganz überzeugen. Was könnten wir Ihrer Meinung nach verbessern?“ Aufgeschlossene Kunden werden nun ihre Wünsche offen legen und Ihnen damit den Weg für individuelle Nutzenargumente oder gezielte Empfehlungen anderer Produkte bereiten. Weniger engagierte Kunden zucken möglicherweise nur die Achseln. Belassen Sie es dabei. Sonst könnten sie sich bedrängt fühlen. Vorsicht: Verzichten Sie bei chronischen Besserwissern und Nörglern auf diese Nachfragetechnik.
Der Grund ist, dass jeder Mensch über fünf Sinneskanäle wahrnimmt: Augen (visuell), Ohren (auditiv), Hände (kinästhetisch), Nase (olfaktorisch) und Geschmack (gustatorisch). Bei den meisten Menschen sind zwei dieser Kanäle verstärkt ausgeprägt. Welche das jeweils sind, verrät die Sprache. „Sich taub stellen“ spricht für eine auditive Wahrnehmung, „Kaum zu fassen“ für eine kinästhetische und „Jemanden nicht riechen können“ für eine olfaktorische. Stimmen die Kanäle der Verkäuferin und des Kunden überein, „funkt“ es.
Im Verkaufsgespräch in der Bäckerei stehen visuelle, olfaktorische und gustatorische Wahrnehmungen im Vordergrund. Die visuelle spielt die größte Rolle. Dass die Thekengestaltung und das Ambiente einer Bäckerei maßgeblich über den Verkaufserfolg bestimmen, liegt darin begründet. Sicher kennen Sie Kunden, die beim Blick in die Theke begeistert sagen: „Oh, sieht der Erdbeerkuchen heute gut aus.“ Bleiben Sie im Bild: „Ja, schauen Sie nur, tiefrote Früchte und ein herrlicher Glanz. Mit einem Klecks Sahne ist es optisch perfekt.“
Andere schnuppern begeistert den Backduft im Laden, wieder andere stellen Fragen nach dem nussigen oder fruchtigen Geschmack des Backwerks. Wenn Sie genau zuhören, werden sie schnell erkennen, mit welchem Sinn Ihr Kunde die Ware gerade wahrnimmt. Je besser Sie das Produkt mit Begriffen aus diesem Kanal beschreiben, desto mehr regen Sie seinen Appetit an.
Verhält der Kunde sich zögerlich, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Bieten Sie eine Lösung an: „Ich schneide Ihnen gerne einen Stuten durch, damit auch Ihre Familie probieren kann. Was halten Sie davon?“
2. Formulieren Sie zunächst eine Ich-Botschaft und fragen Sie dann nach: „Ich sehe, Sie zögern noch. Was könnten wir verbessern?“
Begriffe aus Wahrnehmungskanälen
Auge (visuelle Wahrnehmung): bunt, klar, leuchtend, rund, eckig, glänzend, hell, goldbraun, geformt, aussehen, optisch, ansehen, bildhübsch Geschmack (gustatorische Wahrnehmung): den Geschmack treffen, geschmackvoll, lecker, süß, fruchtig, appetitlich, schmeckt gut, knusprig, rahmig, vollmundig, kernig, nussig, saftig Geruch (olfaktorische Wahrnehmung): Schnupperangebot, frisch, duftend, aromatisch, schnuppern, Duft, riechen mehr...
Foto: Wolf" />