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Die Kundenwünsche in die Praxis umgesetzt

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Mit den Backergebnissen seiner neuen Öfen ist Uwe Conzelmann sehr zufrieden.

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Betriebstechnik

Die Esslinger Bäckerei Conzelmann ist ein gutes Beispiel dafür, wie auch ohne Filialen gute Geschäfte gemacht werden können

Esslingen (rs). Als Paradebeispiel eines intakten Familienbetriebes kann die Bäckerei und Konditorei Conzelmann in Esslingen-Hohenkreuz schon bezeichnet werden. Nicht nur weil dort in der Wäldenbronner Str. 49 schon seit drei Generationen Qualitätsbackwaren über die Theke gehen. Der heutige Inhaber, Uwe Conzelmann, der den Betrieb im Jahr 2000 von seinen Eltern Rose und Helmut übernahm, ist trotz der allgemeinen Filialisierung heute in der glücklichen Lage, 95 Prozent seiner Erzeugnisse über „eine Ladentheke“ zu verkaufen.

Wissenschaft und Praxis

Vater Helmut Conzelmann, der von seinem Vater Gotthilf die Bäckerei 1970 übernahm, erinnert sich noch an Zeiten, wo Lieferungen noch ein gutes Geschäft waren und nicht vom gnadenlosen Preiskampf bestimmt wurden. Doch zu den Tugenden des Traditionsunternehmens gehört es eben auch, sich schnell auf neue Marktsituationen einzustellen.

Vater und Sohn erinnern sich, dass anfangs für Sohn Uwe, nach Bäckerlehre und Studium der Lebensmitteltechnologie (Diplomarbeit bei Prof. Kuhn, Universität Hohenheim), der Wunsch, den elterlichen Betrieb zu übernehmen noch nicht vorhanden war. Doch bald gelangte Uwe Conzelmann zu der Einsicht, dass für ihn, die Verbindung von Wissenschaft und Praxis eine ideale Synthese darstellt.

Qualität beginnt im Kopf

Insgesamt 16 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, wobei ein Auszubildender in der Produktion und eine Auszubildende im Verkauf hinzukommen. Die neue Aufgabe als Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Bäckerinnung Stuttgart, als Nachfolger von Rudolf Frank, empfindet Uwe Conzelmann nicht als Last. „Dieses Amt gibt mir die Möglichkeit, etwas für die Zukunftssicherung unseres Berufes zu tun, denn diese fängt mit einer guten Ausbildung an. Qualität muss zuerst im Kopf entstehen und möglichst konsequent umgesetzt werden“, so der junge Unternehmer, der vor allem auf lange Teigführungen achtet und auf Vorteigführungen setzt.

Nicht vergleichbar sein

„Wir wollen durch das Produzieren einzigartiger Backwaren möglichst nicht vergleichbar sein. Somit verwenden wir – mit einer Ausnahme – auch keine Backmischungen. Alles was im Laden angeboten wird, das esse auch ich gerne und stehe für diese Produkte ein“. Seine Firmenphilosophie muss Uwe Conzelmann nicht aufschreiben, er hat sie in seinem Handeln verinnerlicht und gibt diese seinen Mitarbeitern bei der täglichen Arbeit weiter. „Letztendlich bestimmt aber der Kunde als oberste Instanz was Qualität ist. Unsere Aufgabe ist es, Kundenwünsche herauszufinden und in die Praxis umzusetzen“, erklärt der Dipl. Lebensmittelingenieur.

Kunde bestimmt die Qualität

Rose Conzelmann, die genauso wie Ihr Mann Helmut den Junior wenn nötig nach besten Kräften unterstützt weiß z.B. zu berichten, dass 80 Prozent der Kunden hell gebackene Backwaren bevorzugen. Für Bäckermeister Helmut Conzelmann ist diese Tatsache aus verständlichen Gründen schwer nachzuvollziehen, vor allem die ausgezeichneten Brezeln und Laugenwecken würde er etwas länger backen, aber, „Der Kunde bestimmt eben die Qualität“, so der Senior. Doch nicht nur der Brezeln wegen kommen die Kunden aus dem erweiterten Esslinger Einzugsgebiet in die Bäckerei Conzelmann nach Hohenkreuz.

Die zum größten Teil aus Stammkunden bestehende Kundschaft schätzt 17 verschiedene Brotsorten; vom rustikalen Weizenbrot namens Schwabenlaib, dem Tessiner Weißbrot, dem eingenetztem Bauernbrot bis zum Roggenvollkornbrot sowie die vielen Kleingebäckspezialitäten wie Dinkelseelen, genetzte Wecken und Damenschenkel. Als einen Vorteil des Standortes erwähnt Uwe Conzelmann die besonders gute Einkaufsstruktur mit einem umfassenden Branchenmix. Dies wissen die Kunden in und um Hohenkreuz zu schätzen.

Neueste Backtechnik

„Besondere Verkaufsaktionen mit Preisnachlässen machen wir nur in Ausnahmefällen, unsere Kunden wissen, dass sie für ihr gutes Geld auch gute Ware bekommen. Bei den Snacks bieten wir ein begrenztes Angebot. Belegte Brötchen werden bei uns a lá Minute nach Kundenwunsch frisch zubereitet“, erklärt Uwe Conzelmann seine Verkaufsstrategie.

Die jüngste Investition haben die Conzelmanns mit zwei neuen Öfen getätigt. Mit dem Heizgasumwälzer Nonplusultra und einem Vulkan Thermo Roll Compact von Heuft hat man nun insgesamt 20 qm Backfläche mit welchen den hohen Backanforderungen gerecht wird. „Das Backen von Kleingebäck im Vulkan Thermo Roll bringt eine deutliche Qualitätssteigerung zum Vorgängermodell und auch beim Feingebäck sind wir von der weichen, gleichmäßigen Hitze begeistert. Unsere Brotsorten und Brezeln backen wir im Heizgasumwälzer. Auch hier erzielen wir beste Backergebnisse“, so der Qualitätsbäcker aus Esslingen-Hohenkreuz.

Aus Platzgründen hat man sich beim Vulkan Thermo Roll Compact für das externe Bedienteil entschieden, welches nach der Bedienung über Kopf weggeschwenkt werden kann. „Die Beratung durch den Heuft-Techniker hat uns auch vor Ort überzeugt. So wurde zum Beispiel auf Anraten des Technikers der normalerweise integrierte Heizkessel des Compact einfach in den Keller verlegt. „Somit haben wir zusätzlichen Platz in der Backstube gewonnen“.

Über die reibungslose Installation der Öfen durch die Monteure und die praktische Einweisung durch den Backmeister der Firma Heuft waren Vater und Sohn Conzelmann absolut begeistert.

Zufriedene Mitarbeiter

Dass ein Unternehmen nur so gut sein kann wie seine Mitarbeiter ist Uwe Conzelmann klar. „Meine Eltern, wie auch ich, wissen die Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter zu schätzen und so haben wir wenig Personalprobleme. Durch das unmittelbare Zusammenarbeiten werden eventuelle Unstimmigkeiten gleich besprochen und bereinigt. Das schafft ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis und eine geringe Personalfluktuation“.

Auf die Frage, was er sich beruflich noch wünsche kommt ein Lachen. „Wenn wie in meinem Fall Kunden den Unterschied von Backwarenqualitäten auch in Zukunft erkennen, schätzen und die gute, mittelständische Infrastruktur in meinem Einzugsgebiet trotz der momentanen schwierigen Wirtschaftslage weiter bestehen bleibt, dann bin ich ganz zufrieden“.

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