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Die Frische rollt flott und zuverlässig

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In Ostsachsen macht eine Bäckereigenossenschaft zunehmend auf sich aufmerksam, sie ist zu Hause in Bärenhecke, einem Ortsteil von Glashütte im Erzgebirgs-Vorland. Ihr Filialnetz reicht bis Dresden und Meißen im Norden, Altenberg im Süden und Bautzen im Osten. 18 Filialen sind es bis heute, einige mehr sollen es noch werden. Riesig ist die Zahl der Großabnehmer, 412 Partner vom Krankenhaus bis zum Catering-Unternehmen werden beliefert.

Auf jeden Fall muss die frische Ware so schnell wie möglich und mit unbedingter Zuverlässigkeit zum Kunden, ganz gleich bei welchem Wetter und bei welchen Straßenverhältnissen. Und von beidem werden die Bärenhecker Bäcker nicht verwöhnt: Regen, Hochwasser, Nebel, Schnee, Frost und Glatteis sind hier häufige Begleiter auf den ansteigenden, abfallenden, verschlungenen Straßen. In der Vergangenheit waren sie auch von den ihnen zur Verfügung stehenden Transportmitteln Übles gewohnt. „Es war so manches mal eine Katastrophe“, erinnert sich Geschäftsführer Gerald Seifert. Deshalb hat sich die Genossenschaft schon bald nach der Wende entschlossen, in Sachen Warentransport auf einen Partner zu setzen, dessen Name größtmögliche Sicherheit verspricht, auf Mercedes-Benz-Fahrzeuge, und dafür in Kauf zu nehmen, dass man mehr investieren muss.

Enge Partnerschaft

Inzwischen sind es schon 15 Jahre, seit die Backwaren aus Bärenhecke von Mercedes-Benz-Lkws und -Transportern zu den Abnehmern rollen. Es hat sich eine enge Partnerschaft mit der Dresdner DaimlerChrysler-Niederlassung entwickelt, von der Geschäftsführer Seifert voll des Lobes ist.

Der Fuhrpark der Bärenhecker Genossenschaft umfasst insgesamt 14 Fahrzeuge, darunter acht Mercedes-Benz-Lkw Atego, und vier -Transporter Sprinter, die zu Kühlfahrzeugen umgerüstet wurden, denn ein großer Teil der Kleingebäcke wird ungebacken und tiefgekühlt in die Filialen geliefert. Komplettiert wird die Transportflotte noch durch zwei Verkaufsfahrzeuge. 200 bis 400 Kilometer legt jedes Fahrzeug auf seiner täglichen Tour zurück, produziert und gefahren wird an allen sieben Tagen in der Woche. Als finanziell günstigste Lösung erwies sich für die Bäckerei das Service-Leasing bei DaimlerChrysler. CharterWay von DaimlerChrysler bietet verschiedene Servicearten mit unterschiedlichem Grad an Dienstleistungen an. Im Schnitt haben die Fahrzeuge von Bärenhecke eine Jahres-Laufleistung von 70.000 bis 80.000 km. Nach 360.000 km Gesamtlaufleistung bzw. maximal fünf Jahren werden sie vom Leasing-Geber zurückgenommen.

Dabei werden die Fahrzeuge umfassend laut Vertrag gewartet und betreut, von der TÜV- über die Abgas- oder Bremsen-Untersuchung bis hin zur Reparatur von Verschleißteilen. Denn die Fahrzeuge müssen stets in einem Top-Zustand sein, nicht zuletzt auch wegen der Einhaltung von Hygiene-Anforderungen, wie der Außendienst- und Logistik-Chef der Bäckerei, Gert Müller, hervorhebt. Mercedes bietet dabei auch den Abhol- und Bringeservice.

Hygienisch und komfortabel

Zur Erhöhung der Fahrsicherheit gerade in gebirgigen Lagen wurden die Ategos mit ABS und ASR ausgestattet. Bei ASR handelt es sich um eine Antischlupf-Regulierung, die das Anfahren auf glatter, ansteigender Straße enorm erleichtert und das Zurückrollen verhindert. Bei stehendem Fahrzeug liegt dann der volle Bremsdruck an, die Bremse wird erst beim Anfahren automatisch gelöst. Logistikchef Müller zeigt sich auch hierfür dankbar: „Wir müssen ja noch vor dem Winterdienst raus und die ersten Kunden, wie Krankenhäuser, beliefern. Und da können wir uns keine Verspätung leisten.“ Die Lieferfahrer sitzen im Atego komfortabel wie in einem Pkw. Die Schwingsitze sind luftgefedert und lassen sich verstellen, so dass jeder eine optimale, ergonomische Sitzposition einnehmen kann. Eine Klimaanlage gehört ebenfalls zur Ausstattung des Fahrerhauses.

Die kleinen Lkws Atego sind für Verteiler-Aufgaben prädestiniert. Fünf der Bärenhecker Ategos fassen je 7,5 Tonnen, drei gehören zu den Zwölf-Tonnern, mit ihnen werden die größten Lieferpartner versorgt. Bärenhecke ist inzwischen bei drei Handelsketten gelistet. An den Kofferaufbau stellt die Bäckerei-Branche ganz besondere Anforderungen, die laut Seifert und Müller von Mercedes-Benz zur vollen Zufriedenheit gelöst wurden. So darf es bei der Ladung von oft noch ofenheißen Backwaren nicht zur Bildung von Schwitzwasser im Transportraum kommen. Deshalb wurden die Bäckerei-Fahrzeug-Kofferaufbauten mit einer 35 mm starken Isolierschicht versehen.

Rahmen heben und senken

Hohen Belastungen muss die Ladebordwand standhalten: 20 bis 30 Mal täglich wird sie geöffnet und mit Lasten befahren, um die Lkws zu be- oder entladen. Damit die empfindlichen Gebäcksorten beim Transport über die nicht immer ebenen Fahrtstrecken nicht geschüttelt und gedrückt werden, haben die Fahrzeuge eine Luftfederung. Zur Erleichterung des Be- und Entladens an verschiedenen Rampen kann der gesamte Rahmen beim Atego gehoben und gesenkt werden. Der nächste Atego, den die Bäckerei erhalten soll, wird mit neuem Blue-Tec-Motor ausgestattet sein, der besonders emissionsarm arbeitet und die Vorgaben der Euro-4-Norm erfüllt. Damit wird die Bäckerei auch Kunden und Filialen in Großstädten ungehindert beliefern können, die Fahrverbote für „Schmutzschleudern“ bei hoher Schadstoff-Konzentration verhängen.

Zum Fuhrpark der Mühle und Bäckereigenossenschaft Bärenhecke gehören heute 17 Mitarbeiter. Ihren Einsatz plant Steffen Fahl, der seit acht Jahren als Fahrer im Unternehmen tätig ist. Nach der Wende zählte das Unternehmen gerade erst einmal 30 Beschäftigte, heute sind es 124. Zielstrebig wird es Schritt für Schritt erweitert. Jetzt hat man die nördliche Hälfte der Landeshauptstadt im Visier. Vor allem aber bemüht man sich um die Steigerung des Umsatzes auf bestehender Verkaufsfläche. Drei bis vier Prozent Wachstum konnten hier Jahr für Jahr verbucht werden, wie der Geschäftsführer berichtet.

Entscheidend für den Erfolg ist laut Gerald Seifert die Wahrung der besten Traditionen.

Anbieter siehe Seite 16. (pöt)

Bäckerlehrling Konrad Pfützner hatte für den Pressetermin Brot aus eigener Herstellung mitgebracht.
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