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Design für alle Sinne

Zur schwarzen Farbgebung der Wände und Brotregale setzen magentafarbene Details auffällige Akzente. Beko Ladenbau kontrastierte dazu heimelige Elementen wie Weidenkörbe und braune Böden.  (Quelle: Ott)+Zur Fotostrecke
Zur schwarzen Farbgebung der Wände und Brotregale setzen magentafarbene Details auffällige Akzente. Beko Ladenbau kontrastierte dazu heimelige Elementen wie Weidenkörbe und braune Böden. (Quelle: Ott)

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Die Bäckerei Dihlmann (Wurmberg) realisierte mit dem Umbau ihre Wunschvorstellungen. Der Laden vereint Tradition mit modernen Elementen.

Alltag muss leider draußen bleiben. So könnte ein Schild aussehen, das in großen Lettern an der Eingangtür angebracht ist. Dann könnte sich der Kunde gleich darauf einstellen, dass er die beschauliche Atmosphäre des Örtchens Wurmberg im Enzkreis jetzt erstmal verlässt. Zumindest für die Dauer seines Besuchs in der Bäckerei von Klaus Dihlmann.

Drinnen geht es heiß her. Das Radio läuft in voller Lautstärke, Ehefrau Ute strahlt gut gelaunt hinter der Theke hervor und man merkt, die fühlt sich wohl in ihrem neuen Laden. Aber nicht nur sie, auch die Kunden lieben die neue Einrichtung. „Seit den Umbauten ist unser Umsatz um 20 Prozent gestiegen“, meint sie stolz. Anfangs war man sich da gar nicht so sicher. Zur Neueröffnung der Bäckerei am 20. August dieses Jahres wurde die Reaktion der Kunden gespannt erwartet. Zahlreich kamen diese, denn alle wollten sehen, was die Dihlmanns während der dreiwöchigen Umbauzeit aus ihrem Geschäft gemacht hatten. Viele kamen aus dem Staunen nicht heraus. „Das ist ja wie im Paradies“, meinte einer. „Ein anderer wollte am liebsten gleich sein Sofa mitbringen und in die neugestaltete Bäckerei einziehen“, erzählen Klaus und Ute Dihlmann von der Eröffnungsfeier. Es hat sich was bewegt

Die Dihlmanns, die das Unternehmen bei Pforzheim in vierter Generation führen, zeigen stolz das Fotobuch, welches den Wandel des Verkaufsraums im Stil der 80er Jahre Schritt für Schritt dokumentiert – bis zum heutigen Ladendesign für alle Sinne. Man erkennt sofort, hier wurde etwas bewegt. Die ehemals gerade Theke, ist jetzt in einem Bogen gestaltet. Die Kühlfläche wurde erweitert, sodass das Konditoreiangebot ausgedehnt werden konnte. Die ehemaligen Stehtische wurden durch ein kleines Café mit modernen Barhockern ersetzt. Dieses lädt zum Verweilen ein. Der Blick geht durch eine Fensterfront in die Ortschaft Wurmberg, während man im Hintergrund dem geschäftigen Treiben lauschen kann.

Was den Laden so besonders macht? Klaus und Ute Dihlmann blicken sich an und er sagt: „Wir haben es in Zusammenarbeit mit Beko geschafft, Moderne und Tradition – Alt und Neu – in Einklang zu bringen.“ Trendbewusst ist die Farbwahl, die für eine Bäckerei außergewöhnlich anmutet. Hier haben sich die Inhaber für eine dunkle Möblierung – und für schwarze Wände entschieden. Selbst die Brotregale sind schwarz. „Dafür habe ich aber auch schon ein wenig kämpfen müssen“, erzählt Ute Dihlmann über die Planungsarbeiten. „Die Berater von Beko Ladenbau waren erst gar nicht überzeugt von der Idee, den Laden in Schwarz zu gestalten. Aber ich habe mich durchgesetzt“, meint sie selbstbewusst. „Gerade auf Schwarz wirken Backwaren doch besonders edel“, fügt die gelernte Goldschmiedin hinzu und zeigt, wie zum Beweis auf das Brotsortiment. Dennoch wirkt die Bäckerei nicht dunkel. Die grelle Neonröhre wurde durch ein Lichtmanagementsystem ersetzt. „Ich wusste vorher gar nicht, dass schwarz so hell sein kann“, beschreibt eine hinzu gekommene Kundin das Design. Der Raum wirkt freundlich und einladend – auch durch magentafarbene Details, die auffällige Akzente setzen.

Dennoch möchten die Inhaber auch den traditionellen Wünschen der ländlichen Stammkundschaft gerecht werden. Der braune Boden und die Weidenkörbe, in denen das Brötchensortiment zum Verkauf angeboten wird, schaffen eine heimelige Atmosphäre, die in gutem Kontrast zum modernen Design steht. Ebenso sollte das Regal mit Handelsware nicht weichen, das an den Tante-Emma-Laden erinnert, auch wenn es sich eigentlich nicht mehr rechnet. „Es trägt aber dazu bei, dass unsere Kunden sich hier wohlfühlen“, erzählt Klaus Dihlmann und fügt hinzu. „Beispielsweise ein Kunde, er kommt jeden Tag und möchte einen Trollinger mit Lemberger. Ist doch klar, dass wir ihm diesen Gefallen tun.“ Das gefällt den Leuten in Wurmberg bereits seit 1996. Seitdem führen Ute und Klaus Dihlmann nämlich den Familienbetrieb. Traditionelle Handarbeit

Für Brot und Brötchen wird nach traditioneller Handarbeit hauseigener Natursauerteig verwendet. Außerdem gehört eine reichhaltige Auswahl an Torten, Kuchen und Feingebäck, darunter der Wurmberger Käsekuchen, zum Angebot. Zu und zu Ostern werden sogar Schokoladenfiguren handgeschöpft. „Alles Spezialitäten, die man beim nicht findet“, kommentiert Klaus Dihlmann sein Sortiment. „Wir wollen was für die Sinne machen. Das geschieht mit unseren Produkten, aber auch über das Ladendesign.“ Das ist gelungen. Sinnlich ist ein Besuch in der Bäckerei Dihlmann. Tritt man durch die Tür zurück ins Freie, hat er einen wieder. Der Alltag in der Gemeinde Wurmberg.

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