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Der moderne Chef nimmt sein Team mit

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Gute Mitarbeiterführung orientiert sich an situativem Handeln und schafft damit Begeisterung und Engagement

Von Rolf Leicher

Nach der Definition ist eine Wegbegleitung. Der Mitarbeiter wird in seiner Individualität erkannt und gefördert und im Berufsalltag begleitet. So werden seine Begabungen und Möglichkeiten transparent.

Jeder ist nur so gut, wie er geführt – oder eben neudeutsch gecoacht – wird. Nicht umsonst heißt es: „Das gute Personal ist des Bäckers Kapital“.

Situativer Führungsstil –

wie geht das eigentlich?

Im „situativen Führungsstil“ erhält jeder Mitarbeiter eine auf seine Situation und seine fachlichen, sowie sozialen Fähigkeiten angemessene Führung.

Merkmal des situativen Führungsstils ist der individuelle Bezug auf den einzelnen Mitarbeiter im Gegensatz zu anderen Führungsstilen, die pauschal vorgeben, was zu tun ist.

Situativ führen erfordert große Flexibilität des Vorgesetzten, eine Portion Einfühlungsvermögen – vor allem bei der Arbeitsplanung, wer mit welchem Kollegen Arbeiten ausführt. Fachkompetenz, Entwicklungsstand und Persönlichkeit des einzelnen Mitarbeiters werden bei situativer Führung berücksichtigt.

Individualität des Mitarbeiters

steht im Mittelpunkt

So wie im Mannschaftssport der Trainer und Coach auf jeden einzelnen Sportler individuell eingeht, um bei ihm Leistungsreserven zu wecken, berücksichtigt der Chef bei der situativen Führung wenn möglich die Individualität des Einzelnen.

Führung ist effektiv, wenn sie für jeden im Team erkenn- und erlebbar ist. In der kann der „situative Führungsstil“ oft nicht in Reinform, also zu 100 Prozent angewendet werden, sondern im Mix mit autoritärer Führung.

Der Chef als

Teamleiter

Im Idealfall ist der Chef also nicht mehr Vorgesetzter sondern Teil des Teams, er führt seine Mannschaft als Teamleiter. Dadurch entsteht beim Einzelnen die Bereitschaft, private Interessen auch mal zurückzustellen und Mehrarbeit zu leisten.

Einerseits ist auf harmonisches Miteinander zu achten, andererseits wird Kuschel-Management von allen kritisch betrachtet und sogar abgelehnt. Der Betrieb ist kein Streichelzoo, sondern hat in erster Linie betriebswirtschaftliche Ziele zu erfüllen.

Belegschaft bei

Veränderungen einbeziehen

Das wissen die Mitarbeiter und sie wollen das Gefühl haben, dass sie einen für den Betriebserfolg notwendigen Beitrag erbringen. Zur Führung gehört es, die Mitarbeiter in Entscheidungen bei der Arbeitseinteilung und Planung so weit wie möglich einzubinden. Mitarbeiter wollen rechtzeitig über Änderungen informiert werden und fühlen sich verunsichert, wenn die Arbeitsplanung hinter ihrem Rücken erfolgt.

Druck erzeugt Gegendruck

oder Gleichgültigkeit

Autoritäre Führung ist bis auf wenige Ausnahmen zum Scheitern verurteilt. Für den autoritären Vorgesetzten sind Mitarbeiter reine Vollzugsorgane, die sich unterordnen müssen. Wer sein Team unter Druck setzt, erzeugt Gegendruck oder Gleichgültigkeit.

Erfolgreich führen heißt, auch Sympathien und Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen. Mit einem großen Punktestand an Sympathien akzeptiert das Team den „Boss“ und zeigt auch nach außen hin Loyalität.

Je mehr sich der Mitarbeiter als Teil des Betriebs fühlt, desto größer sein Engagement. Zufriedene Mitarbeiter unterscheiden sich von begeisterten Mitarbeitern. Wer begeistert ist, geht bis an seine Leistungsgrenze und arbeitet, als wäre er der Chef.

Gute Personalführung führt außerdem zu Mitarbeiterbindung und reduziert die Fluktuationsrate. Motivierte Mitarbeiter entwickeln Eigeninitiative und Engagement.

Ein guter Verdienst ist

wichtig – aber längst nicht alles

Ein Mitarbeiter ist motiviert, wenn er von sich aus den „Antrieb“ zeigt, die Arbeitsziele möglichst gut zu erreichen. Auffallend ist, dass ein gutes Gehalt zunächst motivierend wirkt.

Neben den materiellen Motiven wie Einkommen und Gehaltsgerechtigkeit sind auch immateriellen Motive zu beachten: Anerkennung, Lob, Mitspracherecht und Vertrauen.

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