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In Petersberg bedient Pappert mit drei verschiedenen Standortkonzepten die kulinarischen Bedürfnisse der Kunden und Gäste. (Quelle: Unternehmen)+
In Petersberg bedient Pappert mit drei verschiedenen Standortkonzepten die kulinarischen Bedürfnisse der Kunden und Gäste. (Quelle: Unternehmen)

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Die Bäckerei Pappert setzt in ihren 113 Filialen neben dem Kerngeschäft auf Food-Konzepte

Von Reinald Wolf

Aktuell 113 in drei Bundesländern, fünf verschiedene Konzepte – teilweise in Kombination miteinander – und zwischenzeitlich rund 1500 Mitarbeiter.

Die ist im Länderdreieck Hessen, Bayern und Thüringen, zwischen Frankfurt, Würzburg und Kassel buchstäblich gut unterwegs – in einem Radius von maximal 80 Kilometern im Umkreis des Firmensitzes in Poppenhausen bei Fulda. „Wir achten bei der Entwicklung des Filialnetzes sehr auf Erreichbarkeit und die Tourenoptimierung“, sagt Thomas Bertz.

Mit verschiedenen

Standortkonzepten am Start

Bei den rund 20 Touren werden unterschiedlichste Standorttypen bedient, wie der Marketingleiter des Unternehmens mit 90-jähriger Tradition erläutert. Denn neben den klassischen Filialen, inklusive Bäckerei-Cafés, ist Pappert mit drei Zweittagsläden, Standorten mit der Premium-Eis-Marke GiovanniL und dem gastronomischen Konzept „ZuTisch“ mit herzhafter Hausmannskost präsent.

Seit 2016 besteht das italienische Konzept Pappiamo. An zwischenzeitlich fünf Standorten gibt es seitdem Pizza, Pasta und Salat im Zeichen der italienischen Lebensart. Der akustische Anklang zu einer bekannten Pizza- und Pasta-Kette sei aber rein zufällig.

Pappiamo hat einen Bezug zu Pappert und setze sich aus zwei italienischen Begriffen zusammen: aus „pappere“, was „hinunterschlingen“ bedeutet und „ti amo“ – „Ich Liebe Dich“. Dieses Standortkonzept steht dafür, dass die Bäckerei Pappert das Genusshandwerk mit Blick auf kulinarische Erlebnisse kultiviert.

„Wir haben festgestellt, dass der Außer-Haus-Verzehr weiter zulegt. Dem Bedürfnis der Kunden und Gäste wollen wir mit unseren Konzepten Raum geben“, skizziert Manfred Klüber, warum Pappert zunehmend auch die gastronomischen Bedürfnisse bedient. „Ohne sich zu sehr vom zu entfernen“, sagt der Geschäftsführer mit Schwerpunkt Vertrieb.

„Mit Pappiamo haben wir einen weiteren Grund geschaffen, zu uns zu kommen“, argumentiert Klüber. Er leitet das Unternehmen zusammen mit Bernd Pappert, der vor allem für die Produktion zuständig ist. Das Führungsduo ist sich darin einig, dass Pappert weiter als Bäcker auftritt – allerdings mit gastronomischer Ausrichtung.

Pizza und Pasta erweitern

das Kernsortiment

Das zeigt sich auch darin, dass an jedem Standort, sei er noch so gastronomisch ausgerichtet – ein Backwarensortiment vorgehalten wird. „Außerdem: Pizza und Pasta, das ist nicht so weit weg vom Kerngeschäft des Bäckers“, konkretisiert Thomas Bertz diese Marschroute. Im Pappiamo gibt es sieben verschiedene Pizzen, fünf Nudelsoßen und drei Nudelsorten zur Auswahl.

Birchermüsli, belegte Brötchen und süße Snacks sind an allen Standorten im Programm und runden das Außer-Haus-Angebot ab.

Standorte mit Größen zwischen

40 und 400 Quadratmetern

Zu den Standortkonzepten gehört ein Drive-In in Bad Kissingen mit einem Coffee-Shop und großer Terrasse. Die Größe der Standorte variiert zwischen 40 Quadratmetern in Vorkassenzonen mit Theke und Stehtischen und 400 Quadratmetern in Lauterbach, wo Pappert den 100. Standort als Schmuckstück des Unternehmens im Jahr 2017 eröffnet hat – quasi als integriertes Food-Konzept mit Bäckerei, Café, Giovanni L und Pappiamo. Zwischenzeitlich gibt es sieben GiovanniL-Standorte mit Thekenlängen von etwa drei Metern.

Die fünf Pappiamos nehmen jeweils etwa 15 Quadratmeter in Anspruch, plus Sitzbereich. Übrigens sollen drei „PastaBoys“, Vorgänger des italienischen Konzepts, laut Marketingleiter Bertz auch noch in Pappiamos gewandelt werden, „um Markenklarheit zu bekommen“.

Einen weiteren größeren Standort eröffnete der Betrieb in Bad Hersfeld mit 400 Quadratmetern über zwei Etagen, mit Bäckerei-Café und hochwertigem Eisangebot. Außerdem hat Pappert Mitte des Jahres 2018 in Petersberg auf 350 Quadratmetern in einem Center eröffnet, das von Möbelhäusern dominiert war. Jetzt prangt weithin sichtbar auf der Fassade: „Pappert: wir backen Dein Brot!“, „Giovanni L“ – und „Pappiamo“.

Das trifft auch auf den jüngsten Standort zu, obwohl dort „nur“ die klassische Bäckerei mit Café und einem reichhaltigen Frühstücksangebot mit einem großen Frühstücksbüfett verkauft. Mit insgesamt 310 Quadratmetern ist der ehemalige Supermarkt in Somborn bei Hanau im November 2018 eröffnet worden.

„Wir legen viel Wert auf

gute Verweilatmosphäre“

Es soll ein weiteres kulinarisches Flaggschiff des Unternehmens sein – mit gehobenem Ambiente, denn das ist integraler Bestandteil der Standortkonzeption: „Wir legen viel Wert auf ansprechende Verweilatmosphäre“, sagt Manfred Klüber. Erklärter Anspruch: „Bei uns muss es schöner sein als bei den Leuten zuhause.“

Keine Angst vor

großen Flächen

In den vergangenen Jahren sind vor allem große Standorte realisiert worden. Interessant seien Flächen ab 250 Quadratmetern, sagt Thomas Bertz. Das hänge auch damit zusammen, dass dort die verschiedenen Konzept unter einem Dach vereint werden könnten. „Sprich, wir haben keine Angst vor Fläche“, bringt es Geschäftsführer Klüber auf den Punkt.

Trotz des gastronomisch getriebenen Flächenbedarfs, und obwohl an einigen wenigen Standorten der Kaffeeumsatz fast so hoch ist wie der Brotumsatz, hat das Unternehmen das Kernsortiment im Blick. Das komme bei der qualitätsorientierten Produktion mit Vorteigen und langen Teigführungen über sanfte Kälte zum Ausdruck, das zeige sich aber auch darin, dass alle Produkte in der eigenen Backstube hergestellt werden.

Um die Produktqualität bei den Broten den Kunden noch offensichtlicher schmackhaft zu machen, hat Pappert seit Mai 2018 ein besonderes Konzept umgesetzt: Das Spätfrisch-Brot.

Spätback-Konzept bietet

Impulse für den Brotumsatz

Dahinter verbirgt sich ein Sortiment von vorgebackenen Broten, die in den Filialen fertiggebacken werden. Darunter Fitnessbrot (500g/2,60Euro) und Rhöner Korn (750g/3,25Euro). Der Vorteil: Auch Brote können so nach Bedarf vor Ort gebacken – und tagesfrisch präsentiert werden. Sprich, sie sind auch spät noch frisch. Die Rechnung geht offenbar auf. „Wir sind mit der Entwicklung unserer Spätfrisch-Produkte sehr zufrieden“, sagt Bertz. „Weil wir das Thema Handwerklichkeit und Frische toll spielen können und die Kunden es spüren und riechen“, ergänzt der Marketingleiter. Das Brotsegment habe damit spürbar Impulse bekommen.

Punktfrisch gegen den

Lebensmitteleinzelhandel

Im Übrigen habe Pappert das Konzept noch etwas weiterentwickelt – mit Punktfrisch-Produkten, die die Kunden daheim fertig backen können. Die Idee dahinter: Bevor sich die Kunden beim LEH fürs Wochenende oder zu anderen Gelegenheit mit vorgebackener Ware eindecken, sollen sie zu Pappert kommen.

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