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Der Betrieb wird zum Talentschuppen

Wer hat die besten Ideen? Bei Mitarbeiterbesprechungen können unerkannte Talente entdeckt werden. (Quelle: Fotolia)+
Wer hat die besten Ideen? Bei Mitarbeiterbesprechungen können unerkannte Talente entdeckt werden. (Quelle: Fotolia)

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Bei der Personalsuche ist vor externen Ausschreibungen die Einbeziehung der eigenen Belegschaft ratsam

Von Volker Maihoff

Immer wieder sind Meldungen zu lesen, dass Bäckereien schließen müssen, weil es an qualifiziertem Personal mangele. Bevor Qualitätseinbußen in Kauf genommen und die Kunden nicht mehr so bedient werden können, wie diese und die Inhaber der Bäckereien es erwarten, wird lieber geschlossen.

Eine Entwicklung, die viele Ursachen hat. In dem aktuellen Buch „Die neue Macht der Mitarbeiter“ heißt es: „Noch in diesem Jahrzehnt werden Unternehmen geschlossen werden, und zwar nicht, weil es an Kunden, sondern weil es an den richtigen Mitarbeitern fehlt.“ Im Einzelhandel ist es längst soweit.

Gesucht sind kreative Möglichkeiten, ohne große und teure Personalsuchmaßnahmen den richtigen Mitarbeiter zu finden.

Insbesondere in Bäckereiketten und größeren Bäckereien sollten die Betriebsinhaber und Bäckermeister die Möglichkeit nutzen, in den eigenen Reihen Ausschau zu halten. Denn vielleicht befindet sich ja im Büro ein Mitarbeiter, der das Zeug zum „begnadeten Verkäufer“ hat.

Brach liegende

Potenziale entdecken

„Das ist angesichts der Personalknappheit in den Bäckereien kein leichtes Unterfangen“, sagt Eckhardt Schütz, Geschäftsführer der Steiskal Bäckerei in Kiel, „aber es lohnt sich zu prüfen, ob es hinter dem Schreibtisch nicht ein unentdecktes Talent gibt, das im Kundenkontakt und hinter der Ladentheke besser aufgehoben wäre“.

Keine Bäckerei kann es sich leisten, unerkannte Talente auf Positionen verkümmern zu lassen, auf denen die Menschen ihre Fähigkeiten nicht einsetzen können. Das käme einer fahrlässigen Potenzialvergeudung und Verschwendung brachliegender Fähigkeiten gleich.

Passen Mitarbeiter

und Arbeitsplatz zusammen?

Allein schon deswegen sollte der Bäckermeister regelmäßig prüfen, ob die Anforderungsprofile seiner Arbeitsplätze mit den Qualifikationsprofilen der Mitarbeiter übereinstimmen. Mit „Talentschuppen Bäckerei“ ist auch gemeint, dass Mitarbeiter und Arbeitsplatz zusammenpassen.

Nebeneffekt: Dies trägt zur Mitarbeitermotivation und -bindung bei: Die Angestellten fühlen sich wertgeschätzt und ernst genommen, weil sie sehen, dass dem Chef daran gelegen ist, jeden Mitarbeiter dabei zu unterstützen, seine Potenziale am Arbeitsplatz zu entfalten.

Der Inhaber kann seine eigenen Mitarbeiter als „Botschafter“ seiner Bäckerei nutzen. Was heißt das? Wenn die Mitarbeiter zufrieden sind und gern für ihren Arbeitgeber arbeiten, sind sie bereit, dies in ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis zu kommunizieren.

Begeisterung schwappt

ins Private über

Es ist wie bei Empfehlungen durch Kunden: Wenn eine überzeugte Mitarbeiterin im Kreise ihrer Freundinnen mit Begeisterung von ihrer Arbeit in der Backstube oder im Büro erzählt, motiviert dies eine der Zuhörerinnen eventuell, sich für eine vakante Stelle zu interessieren.

Mitarbeiter entwickeln solche Initiativen allerdings selten von sich aus. Daher spricht der Chef das Thema am besten in der Mitarbeitersitzung an und gibt so den Anstoß, dass die Mitarbeiter in ihren Netzwerken verbreiten, dass „ihre Bäckerei“ auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter ist.

Vielleicht können und wollen seine Leute ihre Augen und Ohren offen halten, ob es in ihrem Umfeld Mitarbeiter gibt, die bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber unzufrieden sind, vor dem Absprung stehen und daher Interesse daran haben, sich den „Talentschuppen Bäckerei“ einmal anzuschauen.

Rechnen lohnt sich – auch für Unternehmer, die ihre Mitarbeiter bei deren Altersvorsorge unterstützen.
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