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Während des Kassierens läuft auf dem Kundendisplay eine werbende Präsentation ab. Preisschilder enthalten Zutaten und Allergene, bei Snacks können Kunden im Drei-Schritt-System auswählen.  (Quelle: Stumpf)+Zur Fotostrecke
Während des Kassierens läuft auf dem Kundendisplay eine werbende Präsentation ab. Preisschilder enthalten Zutaten und Allergene, bei Snacks können Kunden im Drei-Schritt-System auswählen. (Quelle: Stumpf)

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Die sächsische Bäckerei Roscher setzt auf Branchensoftware und Kassen von Ulmer-Kemo / Ein Kundenbildschirm platziert gezielt Werbung

Von Hans Stumpf

Davon ist Bäckermeister Lutz Roscher überzeugt: „Zum Kassieren alleine sind die Kassen schon lange nicht mehr da.“ Inzwischen setzt er vier Generationen der B.I.T.-Kassen von ein, mit jeder Generation wurde das Leistungsspektrum erweitert. Bei den neuen Kassen fällt vor allem der Bildschirm auf der Kundenseite auf. „Wir nutzen ihn vor allem für die Werbung“, erklärt Roscher in seiner jüngsten Filiale im Stadtzentrum von Annaberg-Buchholz.

In anderen neuen Filialen wird mit einer Powerpoint-Präsentation auf großen Flachbildschirmen geworben. „Vom Ambiente her hätten diese allerdings nicht in unser jüngstes Objekt gepasst“, blickt Roscher zurück. Da kam die Neuentwicklung von Ulmer-Kemo gerade recht. Denn die neue Filiale mit großem Café befindet sich in einem historischen Gebäude mit einem alten Kreuzgewölbe, das für einen nostalgisch-gemütlichen Charakter sorgt.

Inzwischen betreibt die Bäckerei Roscher vier Objekte mit einem hohen Gastro- beziehungsweise Caféanteil, gewachsen ist der Betrieb von Lutz Roscher und seiner Schwester Angelika Hentschel allerdings vor allem mit Filialen in Vorkassenzonen des Lebensmitteleinzelhandels. Nach der Wende wurde die einstige Kellerbäckerei schnell in eine 700 Quadratmeter große Halle auf dem Grundstück der Familie verlegt. Ursprünglich ausgelegt für zehn Filialen ist der Betrieb seit zwei Jahren auf einem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück mit einem Betriebsgebäude samt Café auf 3.500 Quadratmeter Grundfläche.

Rechtzeitig umgestellt

Als Partner für die ist Ulmer-Kemo bei Roscher schon lange mit im Boot. „Anfänglich hatten wir noch andere Kassen eingesetzt“, erklärt Lutz Roscher. Als der Betrieb 15 Filialen hatte, entschloss man sich jedoch zur Umstellung auf B.I.T-Kassen von Ulmer-Kemo. „Da fällt dann auch die Schnittstelle mit all ihren Problemen weg“, verteidigt Roscher diesen Schritt, der zwar Geld, aber vor allem auch Anstrengungen aller Beteiligter kostete. Die Kassen sind angebunden an die Branchensoftware B.I.T., die über verschiedene Module verfügt. In der Grundversion lassen sich Bestellwesen und Rechnungen erledigen. Darauf baut das Modul für die Produktion auf mit Backzettelerstellung bis hin zu Schnittstellen zur Rezeptsteuerung. „Gerade im Snackbereich sind wir erstaunt, was alles möglich ist“, sagt Lutz Roscher. So ist in der Filiale ein Konzept integriert, bei dem die Kunden in drei Schritten ihr belegtes Wunschbrötchen aussuchen können. Der erste Schritt ist die Auswahl der Brötchensorte, gefolgt von der Wahl des Aufstrichs (Butter, Remoulade, Frischkäse) bis hin zum Belag. Alle Schritte werden an der Kasse eingegeben und im Ergebnis wird der richtige Preis angezeigt. Ähnlich ist es auch bei den Frühstückszusammenstellungen. „Standardmäßig ist ein normaler Kaffee hinterlegt. Wünscht der Kunde dagegen einen Cappuccino, wird automatisch der Mehrpreis abgerufen“, so Roscher.

Bei der Bedienung werden die Produkte über das 15-Zoll Touch-Bediendisplay aufgerufen. Sie sind in Warengruppen hinterlegt und schnell abrufbar, dabei kann der Kunde im oberen Teil des Kundenbildschirms den Kassiervorgang permanent mitverfolgen. Zu jedem Produkt sind Zutaten, Allergene und Nährwertangaben hinterlegt, die am Display angezeigt und über den Bon ausgedruckt werden können. „Ein Service, der immer mehr nachgefragt wird“, erklärt eine Mitarbeiterin.

Der Kundenbildschirm hat eine Größe von 10,2 Zoll und ist oberhalb des Kassierterminals angebracht. „Unsere neuen Läden werden mit DSL versehen, da ist die Datenübertragung erst recht kein Problem mehr“, zeigt Lutz Roscher seine Erfahrungen auf. Dabei werden nicht nur Abrechungen und Bestellungen über das Kassensystem an die Zentrale geschickt, sondern von dort kommt auch die Werbung für das Kundendisplay. Die Wochenwerbung wird jeweils am Montagmorgen aufgespielt und ist eine Powerpoint-Präsentation, die von der Bäckerei selbst produziert wird. Hier wird zum Beispiel auf das Brot des Monats verwiesen.

Ob sich ein Brot des Monats länger im Sortiment hält oder nicht, entscheiden letztlich die Zahlen. Auch hierfür bietet die B.I.T.-Software umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten. Am Dienstag trifft sich die Verkaufsleitung mit den Filialbetreuern und wertet die Zahlen der Vorwoche aus. „Wir stellen generell jedes Produkt in Frage, das bestimmte Abverkaufsmengen nicht erreicht“, erklärt Lutz Roscher. Allerdings verweist er auch darauf, dass man die Zahlen auch hinterfragen müsse. „Es könnten ja auch Qualitätsprobleme oder Wettbewerbsfaktoren von außerhalb sein, die ein Produkt treffen.“ Gemeinsam würden dann Lösungen gesucht. So könne es durchaus sein, dass ein Produkt nur alle zwei Tage angeboten wird.

Filialen unter der Lupe

Das Report-System erlaubt es auch, die Verkaufsaktivitäten in den Filialen genauer unter die Lupe zu nehmen. Auffällige Schwundmengen oder andere verdächtige Werte werden genauso hinterfragt und beobachtet, wie etwa die Retourenmengen. Um letztere im Griff zu halten ist für Lutz Roscher der erste Verkauf und der letzte Verkauf eines Produktes von besonderer Bedeutung. „Daraus können wir schon Rückschlüsse ziehen und gegensteuern“, erklärt er. Eine Schlussfolgerung könne sein, dass zu anderen Zeiten im Laden nachgebacken wird. Wobei es auch beim Thema Retouren vor allem der Mensch ist, der darauf den größten Einfluss hat. Ist beispielsweise zu viel – also falsch – geliefert worden, könnten die Ladenmitarbeiter nur wenig Verantwortung für eine zu große Retourenmenge haben. Für ihn ist es deshalb wichtig, das Zahlenmaterial sehr zeitnah zu betrachten. So werden beispielsweise Saisonartikel wie etwa zu Ostern bereits in der Woche nach Ende der Aktion genau unter die Lupe genommen und Konsequenzen für die nächste Saison festgehalten. „Da ist dann auch die Produktion mit am Tisch“, erklärt der Bäckermeister. Eine Strategie, die aufgeht.

Die POS-Touch-Kasse nützt die Daten des B.I.T.-Programms.
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