ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Das große Zählen hilft bei der Planung

Einmal jährlich zählen ist Pflicht, um den tatsächlichen Warenverbrauch festzustellen. (Quelle: Archiv/Kauffmann)+
Einmal jährlich zählen ist Pflicht, um den tatsächlichen Warenverbrauch festzustellen. (Quelle: Archiv/Kauffmann)

Weitere Artikel zu


Die jährliche Inventur in der Bäckerei ist auch eine Ergebnisstellschraube für die Ausrichtung des Betriebs

Von Björn Malig

Eine Inventur ist dann Pflicht, wenn eine entsteht. Denn das Inventar geht in die Erstellung der Bilanz ein. Diese Bestandsliste mit allen Vermögensteilen des Unternehmens muss exakt durch das Zählen, Wiegen oder Messen aller Gegenstände erstellt werden. Wie viele Säcke an Mehl sind im Bestand? Welche Mengen an Hefe warten auf die Verarbeitung? Wie viel Kilo Kürbiskerne liegen im Vorrat?

Die Ermittlung der Vermögenswerte und Schulden eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag und die Dokumentation der Ergebnisse sind für die Bilanz relevant. Ganz ähnlich verhält es sich in Ihrer Bäckerei mit der Inventur: Am Bilanzstichtag wird gezählt, gemessen und gewogen – um Voraussagen zu treffen.

Basis für die

optimale Planung

In diesem Prozedere werden alle vorhandenen Bestände erfasst und schriftlich aufgenommen. Für Bäcker gibt es dabei gewisse Erleichterungsvorschriften. Das Inventar bildet nicht nur die Basis für die Bestandsaufnahme, sondern hilft auch bei der Anpassung und optimalen Vorausschau.

Jeder Kaufmann ist dazu verpflichtet, zum Bilanzstichtag eine Inventur durchzuführen. Wann genau dieser Termin ist, hängt vom Geschäftsjahr ab. Die Finanzbehörden erleichtern den Betrieben diese gesetzliche Pflicht, indem sie die zeitnahe Inventur (handelsrechtliche Vereinfachung) zulassen. Das bedeutet, dass die Stichtagsinventur nicht am Bilanzstichtag selbst durchgeführt werden muss, jedoch innerhalb von zehn Tagen vor oder nach dem entsprechenden Datum. Veränderungen zwischen dem Bilanzstichtag und dem Tag der Bestandsaufnahme müssen allerdings anhand von Belegen berücksichtigt werden.

Das Zählen ist auch nach

Geschäftsübernahme Pflicht

Aus gesetzlicher Sicht genügt im Jahr eine Inventur. Manche Unternehmen entscheiden sich auf freiwilliger Basis für wöchentliche oder monatliche Inventuren.

Nicht nur zum Ende jedes Geschäftsjahres ist eine Inventur vorgeschrieben, sondern auch bei der Gründung oder Übernahme eines Unternehmens sowie bei der Unternehmensschließung.

Die Inventur hat die Aufgabe, einen klaren Überblick zu geben. Das betrifft die betrieblichen Vermögensteile und auch die Schulden. Das Bestandsverzeichnis ist nach Art, Menge und Wert gegliedert. So dienen die Inhalte als Basis für den Jahresabschluss, haben aber auch den Zweck, die Buchbestände zu überprüfen und die Lagerbuchführung zu korrigieren.

Fehler bestraft

das Finanzamt

Ein gewissenhaftes und exaktes Vorgehen hat bei der Inventur höchste Priorität. Wer seine Inventur nicht korrekt macht, geht mehrere Risiken ein: Zum einen kennt der Betrieb seinen tatsächlichen Warenverbrauch nicht. Wer sich nicht auf seine Materialeinsatzquote verlassen kann, hat Planabweichungen – und damit sinkt schlimmstenfalls die Kreditwürdigkeit.

Stellt der Fiskus bei einer Betriebsprüfung Fehler bei der Inventur fest, wird die Buchführung verworfen. Dann darf der Prüfer die Umsätze und Gewinne schätzen, was meist Nachzahlungen zur Folge hat.

Der Inventurbestand ist eine wichtige Stellschraube. Die Vorräte werden nicht nur in der Bilanz bewertet, sondern bilden auch Kennzahlen. So ist anhand des Inventars ersichtlich, ob mehr Material verbraucht wurde als angedacht war.

Die Urlaubsplanung muss mit Chef und Kollegen abgesprochen werden.
Auch interessant

Urlaubsentspannung beginnt mit Planung

Von Wolfgang Büser und Maik Heitmann Je größer der Betrieb oder auch nur eine Abteilung, desto eher kann es Probleme beim Erstellen des Urlaubsplans geben. Hier die wichtigsten Punkte, die bei mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel