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Brezel prangt überm Bottwartal

Hildegard Hummel, Andreas Ruckwied, Nadine Fink und Gabi Hofmann mit der Haustorte im neuen Backcafé der Bäckerei Hofmann. Heckenhaus, Kinderbereich, To-go-Station und das Frühstücksbüfett werden hier rege genutzt.  (Quelle: Wolf)+Zur Fotostrecke
Hildegard Hummel, Andreas Ruckwied, Nadine Fink und Gabi Hofmann mit der Haustorte im neuen Backcafé der Bäckerei Hofmann. Heckenhaus, Kinderbereich, To-go-Station und das Frühstücksbüfett werden hier rege genutzt. (Quelle: Wolf)

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Die Bäckerei Hofmann (Murr) hat ihren Pavillon durch ein Bäckercafé ersetzt

Eine derartig genaue und praxisnahe Standortanalyse ist beispiellos. Zehn Jahre lang war die Bäckerei Hofmann praktisch auf den Äckern vor Murr präsent. Jahrelang nutzen die Pendler zwischen Backnang, Bietigheim und Ludwigsburg sowie die Autobahnreisenden auf der nahen A81 den Pavillon als willkommenen Boxenstopp. Seit Juli dieses Jahres sind sie verführt, ihren Aufenthalt zu verlängern. Denn über dem Murr- und Bottwartal prangt die weithin sichtbare Brezel des neuen Backcafés der Bäckerei Hofmann. Mehr als 25.000 Autos passieren täglich den Standort. Aber nicht nur Pendler, auch Mütter, Kinder, Familien und Gruppen jeder Altersstufe finden den Weg in das Gewerbegebiet vor den Toren der 6000-Seelengemeinde. „Die Resonanz war vorher schon ganz gut. Aber die Nachfrage hat sich mit dem großzügigen Massivbau deutlicher erhöht. Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, freut sich, Eugen Hofmann, der auch im Vorstand der Bäckerinnung Region Stuttgart Nord aktiv ist. Immerhin kann unter der Woche täglich mit etwa 500, samstags und sonntags mit jeweils rund 1000 Kunden und Gästen gerechnet werden.

Entscheidend für den erfolgreichen Start ist ein absolut durchdachtes Angebotskonzept in Kombination mit einem funktionalen Raumangebot – inklusive Wohlfühlfaktor. „Es gab ganz klare Vorstellungen darüber, was wie angeboten werden soll. Die Akribie, mit der die Familie Hofmann das Projekt entwickelt hat und betreibt, ist beeindruckend“, so Sturmius Neubeck, als Geschäftsführer von federführend beim Bau von Hofmanns Backcafé. „Die Zusammenarbeit mit Beko hat sich absolut bewährt. Unsere Wünsche wurden optimal umgesetzt“, freut sich Gabi Hofmann. Für etwa eine Million Euro ist ein gastrolastiger Standort entstanden, bei dem das Preisleistungsverhältnis stimmt – auch in Bezug auf das Warenangebot. 50 Prozent des Umsatzes werden hier mit Snacks, kleiner Küche, Kaffee, Tee und Kaltgetränken gemacht. Je 25 Prozent mit Brot/Backwaren und Kuchen/Feinbackwaren. 70 Sitzplätze im Innenbereich und 40 auf der Terrasse laden zum Verweilen ein.

„Uns ist wichtig, dass wir uns gegenüber dem Angebot der Discounter profilieren“, betont die Verkaufsleiterin und Mitinhaberin des Traditionsunternehmens. Hintergrund: Da Aldi Süd in der Nähe sein Zentrallager hat, werden in der Region gerne neue Angebote getestet – auch im Backwarenbereich. So kommen die Kunden nicht nur wegen der anerkannt hochwertigen Backwaren ins neue Backcafé, sondern auch wegen des umfangreichen Frühstückssortiments in Selbstbedienung – mit Marmelade aus der Region, Spiegeleier mit Speck im Pfännle, frisch gepresstem Orangensaft. „Ein Angebot, das praktisch ganztägig genutzt wird, weil wir permanent frische Backwaren anbieten“, betont Gabi Hoffmann. Brezeln, Laugenbrötchen, Hofis (Brötchen) und Seelen unter anderem werden vor Ort in einem Etagenofen gebacken. Der Rest kommt aus der nahe gelegenen Produktionsstätte. Stark nachgefragt werden die selbstgemachten Maultaschen mit Kartoffelsalat, die es auch in panierter Version gibt oder das panierte Schnitzel (jeweils 6,25 Euro). Aber auch die satt belegten Brote für 2,95 Euro und hauseigene Klassiker wie das Vorteigbrot zu 3,10 Euro und die Hofis (Brötchen) zu 40 Cent genießen großen Zuspruch. Stark ist die Bäckerei Hofmann im Kuchenbereich. Optisch herausragend dabei die Haustorte mit grünem Marzipan ummantelt, farblich an die Optik im Gastraum angepasst. Auch das ein begehrter kulinarischer Leckerbissen. Unterm Strich kommt so ein Durchschnittsbon von etwa 4,50 Euro zusammen.

Wesentlicher Umsatzfaktor sind die Mitarbeiter, die speziell auch für die Anforderungen im Service geschult werden. Überhaupt wird Fortbildung im Hause Hofmann groß geschrieben. „Wir setzen auf mitdenkende Mitarbeiter und tun auch einiges dafür“, versichert Gabi Hofmann. Insgesamt sind rund 80 Mitarbeiter an acht Standorten im Einsatz. Im Backcafé arbeiten in zwei Schichten ab 5 bis 18 Uhr jeweils zwei Kollegen im Verkauf und eine Spülkraft. Am Wochenende sind es drei Verkaufsmitarbeiter, eine Spülkraft und ein Bäcker (7 bis 18 Uhr). Andreas Ruckwied ist der Filialleiter des Backcafés. Der Bäckermeister ist der Partner von Lisa Hofmann, eine der Töchter der Inhaber und Backstubenleiterin im Familienunternehmen. Ruckwied hat als Bäcker ein Faible für den Verkauf und entwickelt nun den Standort weiter. Zusammen mit Gabi Hofmann, die auch die diversen Veranstaltungen im und am Backcafé organisiert. Unter dem Motto „Erlebnis für Alt und Jung“ finden z. B. Kindergeburtstage im Hexenhaus neben dem Neubau statt oder Treffen von Seniorengruppen, die dem Trollinger und dem Großbottwarer Wunnenstein zusprechen.

Insgesamt ist das ein Objekt, das auf Zulauf und Zuwachs ausgelegt ist. Und Aldi ist dabei ein guter Nachbar und Frequenzbringer.

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