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„Bitte melde Dich“ ist in der Urlaubszeit tabu

Wenn der Mitarbeiter im Urlaub ist, muss er nicht mit dem Chef sprechen. (Quelle: Fotolia)+
Wenn der Mitarbeiter im Urlaub ist, muss er nicht mit dem Chef sprechen. (Quelle: Fotolia)

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Der Chef darf seine Mitarbeiter während deren Ferien nicht durch „Rückrufaktionen“ stören / Diese und andere Regelungen der Frei-Zeit

Von Wolfgang Büser

und Maik Heitmann

Um Probleme der Urlaubsgewährung für 2018, wenn mehrere Mitarbeiter zur selben Zeit auf Reisen gehen wollen, ob Urlaubstermine geändert werden können beziehungsweise der Arbeitgeber nachträglich ein Veto einlegen kann und um Krankheit während des Urlaubs, die die Erholung beeinträchtigen könnte – darum ging es im ersten Teil der Berichterstattung zum Thema „Urlaub“ (ABZ Nr. 2, Seite 18). Diesmal sind unter anderem „Brückentage“ das Thema.

Wenn der normale Erholungsurlaub nicht reicht: Besteht dann Anspruch auf unbezahlten ?

Gesetzlich ist das nicht geregelt. In begründeten Fällen muss der Arbeitgeber aber solche Wünsche erfüllen, wenn der Betriebsablauf aus seiner Sicht das zulässt.

Können Überstunden gesammelt werden, um so den zu verlängern?

Ja – wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist.

Wie steht es um die Urlaubsverlängerungen durch „Brückentage?“

Hier kann es durchaus (noch) mehr Streit um freie Tage geben, da diese Urlaubs-Sahnestückchen ja mehrmals im Jahr zum Aussetzen reizen. Hier gilt wie sonst auch: Fairness innerhalb der Belegschaft – gegebenenfalls festgelegt durch den Chef.

Kann ausgefallener Urlaub noch im Folgejahr genommen werden?

Ja - doch muss das im Regelfall bis zum 31. März geschehen (Ablauf des gesetzlichen „Übertragungszeitraums“), je nach Tarifvertrag auch zum Teil wesentlich später. Bedingung ist aber meist, dass er in Absprache mit dem Arbeitgeber auf das neue Jahr „übertragen“ wurde.

Und wenn ein Arbeitnehmer das ganze Jahr über arbeitsunfähig krank war?

Dann wird der Urlaubsanspruch ebenfalls auf das nächste Jahr übertragen. Er verfällt aber nicht am Ende des Übertragungszeitraums, sondern bei andauernder Krankheit erst ein Jahr später: nach 15 Monaten. Scheidet ein Mitarbeiter arbeitsunfähig aus dem Arbeitsverhältnis aus, so ist restlicher Urlaub (als einzige gesetzliche Abgeltungsmöglichkeit) bar auszuzahlen. Dies gilt aber nur für den Mindesturlaub von vier Wochen. Im Arbeits- oder Tarifvertrag kann für zusätzliche Urlaubsansprüche Abweichendes gelten.

Besteht auch schon während einer Probezeit Anspruch auf Urlaub?

Im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber ist das möglich. Jedoch sieht das Gesetz für den ersten vollen Urlaubanspruch eine Wartezeit von sechs Monaten vor.

Darf während der Ferien in einem anderen Betrieb gearbeitet werden?

Rechtlich gesehen ist das nicht zulässig, da der Urlaub „Erholung bringen“ soll. Am eigenen Haus darf aber durchaus gewerkelt werden.

Gilt für Teilzeitkräfte (etwa Minijobber) dasselbe wie für Vollzeiter?

Ja. Das Bundesurlaubsgesetz spricht nur von „Arbeitnehmern“ – unabhängig von der Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden.

Hat der Arbeitgeber das Recht, einen Mitarbeiter aus dem Urlaub „zurückzuholen“? Nein, hat das Bundesarbeitsgericht bereits vor Jahren entschieden (AZ: 9 AZR 405/99). Dies solle sogar dann gelten, wenn eine Rückrufmöglichkeit vorher vereinbart wurde. Aber auch dieses Urteil gilt nur für den Mindesturlaub von vier Wochen. Unabhängig davon dürfte ein „Rückruf“ erlaubt sein, wenn ein betrieblicher Notfall vorliegt, etwa wegen einer Naturkatastrophe. Und natürlich „auf freiwilliger Basis“.

Wann Arbeitnehmer Urlaub nehmen müssen, soll jetzt der Europäische Gerichtshof klären.
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